Heute ist der 23.04.2026. Die Reitsportwelt steht unter Druck, nachdem die Tierschutzorganisation PETA schwere Vorwürfe gegen die 29-jährige Springreiterin Alessandra Reisch erhoben hat. Die Anschuldigungen beziehen sich auf mutmaßliche Tierquälerei, die durch Videoaufnahmen dokumentiert wurde. Diese Aufnahmen zeigen Reisch, wie sie bei mehreren Turnieren, unter anderem bei der „Sunshine Tour“ in Spanien im Januar und Februar sowie einem Wettbewerb nahe München im September 2025, ihr Pferd mit der Gerte schlägt.
Die Anzeige wurde Anfang März 2026 bei der Staatsanwaltschaft München II erstattet. Es ist zu beachten, dass die deutschen Behörden nur für die Vorfälle im Inland zuständig sind; für die Vorfälle in Spanien muss die dortige Justiz tätig werden. Da Reisch einen Pferdehof im Unterallgäu betreibt, wurde auch das Kreisveterinäramt Unterallgäu informiert, und PETA fordert ein mögliches Tierhalte- und Betreuungsverbot.
Ermittlungen und Reaktionen
In Reaktion auf die Vorwürfe haben nationale und internationale Reitsportverbände, einschließlich der FEI und des Verbands Pferdesport Deutschland (ehemals FN), eine Prüfung der Vorfälle angekündigt. PETA hat zudem eine umfassende Untersuchung der Trainingsmethoden von Reisch gefordert, um weiteren Missbrauch zu verhindern. Unklar bleibt, ob die Vorwürfe bestätigt werden und welche Konsequenzen Reisch drohen, da die Ermittlungen derzeit noch laufen.
Alessandra Reisch ist nicht nur eine umstrittene Figur, sondern auch eine erfolgreiche Athletin. Sie errang zahlreiche internationale Erfolge, darunter eine Bronzemedaille bei der Europameisterschaft 2023 in Mailand und Siege im Finale der Youngster-Tour in München 2023 sowie einen 3. Platz beim CSIO5* in St. Gallen. Doch nun steht ihre Karriere aufgrund dieser schwerwiegenden Vorwürfe auf der Kippe.
Kontext und Vergleichbare Skandale
Der Vorfall reiht sich ein in eine Reihe von Skandalen im Reitsport. So wurde beispielsweise die britische Springreiterin Charlotte Dujardin vor den Olympischen Spielen 2024 gesperrt, und Paul Schockemöhle sorgte 1990 mit ähnlichen Vorwürfen für Aufsehen. Solche Vorkommnisse werfen ein kritisches Licht auf die Trainingspraktiken im Reitsport und führen zu einer verstärkten Diskussion über den Tierschutz in diesem Bereich.
Die Entwicklung der Ermittlungen und die Reaktionen der Verbände werden mit Spannung verfolgt. In einer Zeit, in der das Wohl der Tiere immer mehr in den Fokus rückt, könnte dies ein Wendepunkt für den Reitsport sein und dazu beitragen, dass sich die Praktiken grundlegend ändern.