Heute ist der 11.06.2026 und wir werfen einen Blick auf die aktuelle Situation bei den Grob-Werken in Mindelheim. Der größte Arbeitgeber im Unterallgäu steht vor großen Herausforderungen. Wie eine dunkle Nebelfront, die sich über die Landschaft legt, wirkt die unsichere Marktlage auf Unternehmen weltweit. Das spüren auch die Grob-Werke, die sich auf einen Personalabbau vorbereiten. Aufsichtsratsvorsitzender Christian Grob und Geschäftsführer German Wankmiller haben sich zur Lage geäußert und klargemacht, dass die kommenden Monate keine rosigen Prognosen bringen.

In der Tat, die Marktsituation ist turbulent. Wankmiller betont, dass eine Besserung derzeit nicht in Sicht ist. Das Ziel der Grob-Werke ist es, nach einem Rekordgeschäftsjahr 2024/25 wieder zu einem „gewissen Maß an Normalität“ zurückzukehren. Das klingt fast wie ein Lichtblick in der Düsternis. Der Personalabbau soll durch „klassische Verschlankungsmaßnahmen“ umgesetzt werden. Über 1500 Fremdarbeiter sollen schrittweise abgebaut werden – von derzeit 800 auf 550 bis Jahresende. Rund 400 Stellen werden reduziert, wobei 200 Angestellte jährlich über natürliche Fluktuation ausscheiden.

Freiwilligenprogramme und Kurzarbeit

Um den Mitarbeitern den Ausstieg zu erleichtern, gibt es ein Freiwilligenprogramm, das einen Bonus für die Kündigung beinhaltet. Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht geplant. Stattdessen wird für etwa 1000 Angestellte Kurzarbeit eingeführt, was 20% der gesamten Kapazität ausmacht. Es ist ein mutiger Schritt, der zeigt, dass die Grob-Werke versuchen, die schwierige Zeit so sozialverträglich wie möglich zu gestalten.

Doch die Herausforderungen enden hier nicht. Die Grob-Werke setzen auf Digitalisierung, um die Effizienz zu steigern und eine Unabhängigkeit von globalen Marktentwicklungen zu erreichen. Indien wird als neuer Standort ins Auge gefasst, wo bereits 240 Mitarbeiter beschäftigt sind. Das Wachstumspotenzial dort scheint vielversprechend. Trotz der schwierigen Marktlage konnte im vergangenen Geschäftsjahr ein Auftragsvolumen von 1,6 Milliarden Euro erzielt werden, und für dieses Jahr wird ein Anstieg auf 1,7 Milliarden Euro erwartet.

Die Zukunft im Blick

Allerdings gibt es auch Rückschläge: Viele Projekte im Bereich Elektromobilität wurden verschoben oder sogar storniert – im Wert von über 950 Millionen Euro. Die Grob-Werke müssen sich anpassen, denn die Leistung wird um 10% zurückgehen. Prognosen deuten darauf hin, dass für 2025/26 ein Auftragsvolumen von 1,85 Milliarden Euro und für das aktuelle Jahr 1,65 Milliarden Euro zu erwarten sind. Besonders der Standort Mindelheim ist von Auslastungsproblemen betroffen.

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Die Auftragslage ist ebenfalls interessant: 734 Millionen Euro kommen aus Amerika, 270 Millionen Euro aus Deutschland, 388 Millionen Euro aus Europa und 267 Millionen Euro aus Asien. Die Grob-Werke investieren in neue Märkte wie die Rüstungsbranche und die Luft- und Raumfahrt, die etwa 2% und 5% des Umsatzes ausmachen. Innovative Maschinen für Drohnenbauteile und humanoide Roboter stehen ebenfalls auf der Agenda. Die Weltpremiere der neuen Portalmaschine GP1350 auf der Hausmesse hat erste Käufer gefunden – ein kleiner Lichtblick!

Wankmiller und Grob zeigen sich optimistisch für die zukünftigen Entwicklungen, trotz der Herausforderungen, die vor ihnen liegen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage weiterentwickeln wird. Doch eines ist sicher: Die Grob-Werke sind entschlossen, den Herausforderungen mit Kreativität und Innovationsgeist zu begegnen. So schließt sich der Kreis, denn auch in stürmischen Zeiten können neue Wege gegangen werden.