In Traunstein tut sich etwas Bedeutendes: Die GefühlsHelden gGmbH hat die Fachstelle für Kinder- und Jugendtrauer ins Leben gerufen. Daniel Georg-Stoklossa, der Geschäftsführer, stellte diesen wertvollen Dienst beim Runden sozialen Tisch vor – und es war mehr als nur ein formeller Bericht. Seit September 2025 unterstützt die Fachstelle Kinder und Jugendliche, die den Verlust eines nahen Angehörigen verarbeiten müssen. Die Nachfrage ist hoch, denn der Tod ist oft ein Thema, über das man nicht spricht. Dabei brauchen gerade junge Menschen eine altersgerechte Begleitung, um ihre Trauer zu bewältigen und Resilienz zu entwickeln.

Georg-Stoklossa bringt über 20 Jahre Erfahrung mit, in denen er Menschen in schwierigen Lebenslagen begleitet hat. Es ist berührend, von den Praxisfällen zu hören, in denen unausgesprochene Trauer zu emotionalen Schwierigkeiten führte. Die GefühlsHelden gGmbH bietet Trauerbegleitung, Familienbegleitung und Gruppenangebote für Kinder von sechs bis zwölf Jahren – und das alles in der Regel ohne Eigenleistung für die Hinterbliebenen. Unterstützt wird die Einrichtung vom Verein „Vergissmeinnicht Chiemgau e.V.“, der Kinderkrebshilfe BGL-TS und dem Kinderschutzbund. Die Auslastung der Fachstelle ist hoch, und Erstgespräche finden in der Regel innerhalb von 14 Tagen nach dem Erstkontakt statt.

Hürden und Herausforderungen

Dennoch gibt es Herausforderungen. Datenschutz und Vorbehalte der Eltern stellen oft Hürden dar. Georg-Stoklossa berichtete auch von der Kritik an der bürokratischen Hinterbliebenenversorgung für jung verwitwete Eltern. Es braucht Mut, um über Trauer zu sprechen, und das gilt sowohl für Kinder als auch für deren Familien. Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer zeigte sich berührt von der Arbeit der GefühlsHelden, was zeigt, wie wichtig diese Unterstützung in der Gemeinschaft ist.

Ein weiterer Lichtblick sind die Hahner Twins, Anna und Lisa, die als offizielle Botschafterinnen der GefühlsHelden fungieren. Diese beiden Leistungssportlerinnen und Coaches bringen eine frische Perspektive in die Trauerbegleitung. Ihr Fokus liegt auf Motivation, Zusammenhalt und einem achtsamen Umgang mit Herausforderungen. Ihre eigenen Erfahrungen im Umgang mit Veränderungen sind für die Kinder und Jugendlichen von unschätzbarem Wert. Sie möchten den jungen Menschen das Gefühl vermitteln, dass sie nicht allein sind und dass es Wege gibt, mit Schmerz umzugehen.

Die Wichtigkeit von Unterstützung

Verluste, sei es der Tod eines Elternteils oder eines Geschwisters, sind für Kinder eine große Herausforderung. Oft finden sie keinen passenden Raum, um ihre Gefühle zu verarbeiten und sprechen zu können. Auch die betroffenen Eltern, die selbst in Trauer sind, sind unsicher im Umgang mit den Emotionen ihrer Kinder. Ein Teufelskreis, in dem die Kommunikation leidet und Trauerreaktionen der Kinder oft nicht wahrgenommen werden. Hier kommt die Unterstützung durch Einrichtungen wie Lacrima, die von den Johannitern angeboten wird, ins Spiel. Lacrima bietet eine geschützte Umgebung, um jungen Menschen zu helfen, ihre Verlusterfahrungen zu verarbeiten.

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William J. Worden hat vier zentrale Traueraufgaben identifiziert: die Realität des Verlustes anzuerkennen, den Schmerz zu erleben, sich an ein Leben ohne die verstorbene Person anzupassen und letztlich die Verstorbenen zu integrieren und loszulassen. Diese Aufgaben sind essenziell, um den Trauerprozess zu unterstützen. Regelmäßige Gruppenstunden helfen Kindern und Jugendlichen, ihren persönlichen Umgang mit Trauer zu finden und zu erkennen, dass sie nicht allein sind. Und Spenden unterstützen diese so wichtigen Trauergruppen und Schulungen.

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