In Bayern sorgt ein besorgniserregender Fall für Aufsehen. Ein 79-jähriger Mann wird derzeit auf einer Intensivstation behandelt, und zwar wegen einer Bornavirus-Infektion. Doch wie konnte es dazu kommen? Der Ansteckungsweg bleibt unklar. Das Landesamt für Gesundheit (LGL) klärt auf: Normalerweise wird das Virus, das unter dem Namen Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) bekannt ist, vor allem durch die Feldspitzmaus auf den Menschen übertragen. Diese kleinen Nager sind die natürlichen Wirte des Virus und geben es über Speichel, Urin und Kot ab, ohne selbst zu erkranken. Das macht die Situation so heikel.
Was die Bevölkerung angeht, so können wir aufatmen. Amtsarzt Jürgen Dachl betont, dass das Virus nicht von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Es besteht also keine erhöhte Gefahr für uns, die wir hier im Alltag unterwegs sind. Dennoch ist Vorsicht geboten, denn die Bornavirus-Erkrankung ist selten, aber gefährlich, und es gibt keinerlei Schutzimpfung dagegen. Die meisten Infektionen enden tödlich, typischerweise mit einer schweren Gehirnentzündung. In den letzten Monaten sind in Bayern mehrere Fälle bekannt geworden, darunter im Raum Augsburg und Bad Wörishofen. Auch der Landkreis Erding wurde nicht verschont.
Die Gefahren des Bornavirus
Die Krankheit hat eine lange Geschichte und ist seit über 250 Jahren als Tierseuche bekannt. Erst 2018 wurde BoDV-1 beim Menschen als Verursacher schwerer Gehirnentzündungen identifiziert. Das ist eine düstere Bilanz, denn die Übertragung auf den Menschen erfolgt meist durch direkten Kontakt mit den Feldspitzmäusen oder deren Ausscheidungen. Verunreinigte Lebensmittel oder kontaminierter Staub könnten ebenfalls eine Rolle spielen, aber wie genau der Übertragungsweg aussieht, ist nach wie vor unklar.
In Deutschland werden jährlich nur fünf bis zehn Fälle von Bornavirus-Infektionen registriert, was die Krankheit zu einer der seltensten macht, die wir kennen. Die Überlebenschancen für die Betroffenen sind äußerst gering. Die Symptome sind anfangs unspezifisch – wir sprechen hier von Kopfschmerzen, Fieber und einem allgemeinen Krankheitsgefühl, das einem den letzten Nerv raubt. Später können neurologische Symptome wie Verwirrtheit, Sprachstörungen und Krampfanfälle hinzukommen. Die Vorstellung, dass von 45 erkrankten Personen 44 starben, ist alarmierend.
Vorsichtsmaßnahmen und Prävention
Es gibt keine spezifische Therapie oder zugelassenen Impfstoff gegen das Bornavirus. Unterstützungstherapien und experimentelle Virostatika wie Ribavirin und Favipiravir zeigen in Studien zwar vielversprechende Ansätze, aber ein echter Schutz sieht anders aus. Experten empfehlen, beim Umgang mit Feldspitzmäusen oder potenziell kontaminierten Orten Vorsicht walten zu lassen. Handschuhe, Schutzbrillen und FFP2-Masken sollten zum Standard gehören, falls man in Kontakt mit diesen kleinen Tieren kommt.
Und was ist mit unserem geliebten Obst und Gemüse? Keine Sorge, Feldspitzmäuse knabbern normalerweise nicht daran. Dennoch ist es ratsam, auf eine sorgfältige Küchenhygiene zu achten. Auch die Entsorgung von toten Spitzmäusen sollte mit Bedacht geschehen – Handschuhe und Masken sind ein Muss.
Insgesamt bleibt zu hoffen, dass die Forschung weiter voranschreitet und wir bald mehr über das Virus und seine Übertragungswege erfahren. Denn eines ist sicher: Die Bornavirus-Infektionen sind eine ernste Angelegenheit, die uns alle betrifft, ob wir es wollen oder nicht. Bleibt gesund und passt auf euch auf!