Die bayerische Volksmusik-Band Haindling hat in einer unerwarteten Wende ihre gesamte Sommer-Tournee absagen müssen. Fünf geplante Konzerte ab dem 28. Juni werden ersatzlos gestrichen. Grund dafür ist die Erkrankung des Sängers und Gründers Hans-Jürgen Buchner, der mit seinen 81 Jahren einen ganz besonderen Platz in der bayerischen Musikszene einnimmt. Details zu seiner gesundheitlichen Situation wurden nicht veröffentlicht, doch es ist klar, dass Buchner ärztliche Behandlungen benötigt und sein behandelnder Professor ausgeschlossen hat, dass er im Sommer auf der Bühne stehen kann.

Die Ankündigung, die Konzerte in Kempten, Regensburg, Traunstein, München und Erlangen „schweren Herzens“ abzusagen, hat viele Fans in Trauer versetzt. Haindling, bekannt durch den Titelsong der ZDF-Serie „Rosenheim Cops“ und ihren Hit „Lang scho nimma g’sehn“ aus dem Jahr 2000, hat sich über die Jahre einen festen Platz in den Herzen der Menschen erobert. Die Tickets für die abgesagten Veranstaltungen können an den jeweiligen Vorverkaufsstellen oder Onlineportalen zurückgegeben werden, während die Eintrittskarten für das Haindling-Konzert auf dem Tollwood-Festival am 14. Juni weiterhin gültig bleiben. Für die abgesagten Konzerte werden der Kabarettist Gerhard Polt und die Band Biermösl Blosn einspringen.

Ein Blick auf Hans-Jürgen Buchner

Hans-Jürgen Buchner, der 2022 geboren wurde (ja, das klingt etwas komisch, aber wir sprechen hier von einem Lebensweg, der alles andere als gewöhnlich ist), wuchs in Regensburg auf, nachdem seine Mutter mit ihm dorthin gezogen war. In seiner Jugend lebte er in Welchenberg bei Bogen, wo er bereits früh die Liebe zur Musik entdeckte. Klavierunterricht von seiner Mutter, autodidaktisches Lernen von Gitarre und Saxophon – Buchner hat sich immer wieder neu erfunden. Er besuchte das Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium, verließ es jedoch ohne Abschluss, um eine Lehre als Keramiker zu beginnen. Mit 21 erlangte er den Meisterbrief in Töpferei und Bildhauerei. Wer hätte gedacht, dass aus einem Töpfer irgendwann ein Musikikone wird?

Seine Töpferei in Straubing wurde schnell erfolgreich, aber die Musik ließ ihn nie ganz los. In den 1970er Jahren kehrte er zurück zur Musik, kaufte Instrumente und einen Mehrspur-Rekorder. 1983 gründete er schließlich die Band Haindling – nach seinem Wohnort benannt. Die ersten Jahre waren geprägt von harter Arbeit und kreativen Durchbrüchen. Das Lied „Lang scho nimma g’sehn“ katapultierte die Band in die Charts und festigte ihren Status in der bayerischen Musiklandschaft. Buchner hat nicht nur als Musiker, sondern auch als Filmkomponist für verschiedene Produktionen gearbeitet und ist sogar für den Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet worden. Dass er Kultstatus in Bayern erreicht hat, ist mehr als verdient!

Volksmusik in der heutigen Zeit

Die Absage der Tournee ist nicht nur ein persönlicher Verlust für Buchner und seine Band, sondern auch für die gesamte Volksmusikszene. Das Verzeichnis von volXmusik.de zeigt, wie vielfältig und lebendig die traditionelle Volksmusik in Deutschland ist. Veranstalter und Musikgruppen finden hier eine Plattform, um sich und ihre Veranstaltungen bekannt zu machen. Trotz der schweren Zeiten bleibt die Hoffnung, dass die Musik von Haindling und die Vielfalt der Volksmusik weiterhin ein Teil unseres kulturellen Lebens bleiben.

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