Am 13. April 2026 war der Himmel über Starnberg strahlend blau – ein perfekter Tag für eine Hochzeit. Lena Fiedler und Dominik Lehmair gaben sich im Standesamt das Ja-Wort, und das auf eine ganz besondere Art und Weise. Vor der Trauung wanderten die beiden frischen Verlobten 15 Kilometer von Planegg nach Starnberg. Ein Fußmarsch, der nicht nur ihre Verbundenheit symbolisierte, sondern auch die Stärke, die sie aus ihren persönlichen Schicksalen schöpfen. Denn beide hatten zuvor große Verluste erlitten: Lena verlor ihren ersten Mann Ben an Krebs, Dominik seine Frau Jenny. So fand sich das Paar in einer Trauergruppe der „Nicolaidis YoungWings Stiftung“ und entdeckte die Hoffnung auf eine neue Liebe.
Ihr erstes Date – ein Spaziergang von Gauting nach Starnberg im Februar 2022 – war der Beginn einer wunderbaren, wenn auch nicht einfachen Reise. Lena, die als Softwareberaterin arbeitet und sich für die Grünen engagiert, zog nach der Beziehung nach Planegg, wo Dominik ein charmantes Reiheneckhaus besitzt. Hier, umgeben von der Natur, fand ihre Liebe einen neuen, sicheren Hafen.
Eine Trauung voller Emotionen
Die Trauung im Standesamt war ursprünglich im Garten des Starnberger Schlosses geplant, doch die kühlen Temperaturen zwangen das Paar, ihre Pläne zu ändern. Ein bisschen schade, vielleicht, aber die Atmosphäre war dennoch herzlich. Nach dem „Ja“ wurden sie mit einem strahlenden Empfang von Seifenblasen begrüßt – ein wunderschöner Moment! Unter den Gästen war auch Mike Town, der Vater von Dominiks erster Frau, was die Trauung besonders berührend machte. Die Feier fand im kleinen Kreis statt, eine große Hochzeitsfeier ist jedoch für den Sommer 2027 geplant. Wie sagt man so schön: Vorfreude ist die schönste Freude!
Ehrenamtliches Engagement und Trauerbegleitung
Doch das Leben in der Trauergruppe hat Lena nicht nur ihre große Liebe gebracht. Seit März 2023 ist sie ehrenamtlich in der Trauerbegleitung aktiv und leitet eine Online-Gruppe für Menschen um die 30, die ebenfalls einen Partner verloren haben. Diese Arbeit ist von unschätzbarem Wert, denn die Trauer kann oft einsam machen. Es gibt nicht viele Orte, an denen junge Menschen ihre Gefühle ohne Urteil teilen können. Hier wird ein geschützter Raum geschaffen, in dem man offen über den Verlust sprechen kann – das ist so wichtig!
Die Malteser bieten in vielen deutschen Städten ähnliche Unterstützung für Kinder an. In Hamburg gibt es das „Café Achterbahn“, das Jugendlichen hilft, ihre Gefühle einzuordnen und damit umzugehen. In Dresden wird der „KiTT – KinderTrauerTreff“ für Kinder im Alter von 5 bis 12 Jahren angeboten. Hier treffen sich Gleichaltrige, die ähnliche Verluste erlebt haben, um gemeinsam zu spielen, zu lachen und über ihre Gefühle zu sprechen. Solche Angebote sind unerlässlich, um den Kleinen zu helfen, ihren Verlust zu verarbeiten und die neue Lebenssituation anzunehmen.
Es ist bewundernswert, wie Lena und Dominik trotz ihrer Vergangenheit so viel Positives in die Welt tragen. Ihre Geschichte ist nicht nur eine von Liebe, sondern auch von Hoffnung und dem Mut, nach vorne zu schauen. Und vielleicht, nur vielleicht, wird ihre große Feier im Sommer 2027 ein weiteres Kapitel in einem wunderschönen Buch werden, das sie gemeinsam schreiben. Ein Buch, das die Kraft der Liebe und die Stärke des menschlichen Geistes feiert – und das ist doch etwas, worauf wir alle hoffen können.