Am Klinikum Starnberg wurde ein bedeutender Fortschritt in der medizinischen Technologie vorgestellt: eine neue intraoperative Ultraschallsonde. Diese innovative Sonde ermöglicht während der Operationen zusätzliche Einblicke in das Gewebe, insbesondere in die Sichtbarkeit von Tumoren und Gefäßverläufen. Mit einem Preis von 30.000 Euro wurde das Gerät vollständig durch den Freundeskreis des Klinikums Starnberg finanziert, was die Bedeutung der Gemeinschaft für die medizinische Versorgung in der Region unterstreicht.

Dr. Susanne Rogers, die Leiterin des Darmkrebszentrums, hebt die Relevanz dieser Sonde hervor. Sie ist überzeugt, dass die Möglichkeit, Tumore zu erkennen, die mit bloßem Auge oder in Voruntersuchungen nicht sichtbar sind, die Entscheidungsfindung während der Operation entscheidend präzisiert. Tatsächlich kann die chirurgische Strategie in bis zu einem Drittel der Fälle aufgrund der Informationen, die die Sonde liefert, angepasst werden. Prof. Dr. Arnold Trupka, Chefarzt der Klinik für Endokrine Chirurgie, betont zudem die Nützlichkeit der Sonde bei der Abgrenzung von Tumoren der Nebennieren.

Ein Blick auf die Statistik

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 55.000 Menschen an Darmkrebs. Ein alarmierender Fakt: Lebermetastasen treten bei bis zu 50% der Betroffenen auf und gelten als die größte Bedrohung in diesem Krankheitsfeld. Die operative Entfernung ist die bevorzugte Therapie, und hier kommt der intraoperative Ultraschall (IOUS) ins Spiel. Er bietet Echtzeitbilder während des Eingriffs, die Tumorgrenzen und versteckte Metastasen sichtbar machen. Das ermöglicht eine millimetergenaue Resektion und schont gesundes Gewebe.

Die 5-Jahres-Überlebensrate bei Darmkrebs liegt bei 50%, was bedeutet, dass trotz der Fortschritte in der Medizin noch viel zu tun bleibt. Besonders besorgniserregend ist die Situation bei Leberkrebs: Jährlich erkranken etwa 9.800 Menschen in Deutschland, mit einer erschreckenden 5-Jahres-Überlebensrate von nur 17%. Hier zeigt sich, wie wichtig die operative Entfernung von Lebermetastasen ist – die häufigste Indikation für eine Leberoperation in Deutschland.

Chancen durch moderne Technik

Die Anwendung von IOUS wird besonders in minimalinvasiven und roboterassistierten Eingriffen genutzt, die mittlerweile bis zu 60% der Leber- und 80% der Dickdarmoperationen ausmachen. Es wird jedoch angemerkt, dass IOUS bisher nicht flächendeckend eingesetzt wird, was hauptsächlich auf unzureichende Ausbildung und fehlende standardisierte Prozesse zurückzuführen ist. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) fordert daher einen umfassenden Einsatz dieser Technologie in deutschen Operationssälen und arbeitet an einem Aus- und Weiterbildungskonzept sowie einem Zertifikat zur Sicherung der Qualität von IOUS.

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Überdies wird die Rolle der Künstlichen Intelligenz (KI) in der Sonografie immer wichtiger. KI wird als Unterstützung für Chirurgen entwickelt, um Tumoren besser zu erkennen und die Behandlungsqualität zu steigern. Diese Entwicklungen könnten den Patienten nicht nur in Starnberg, sondern landesweit zugutekommen und helfen, die Überlebensraten bei schwerwiegenden Erkrankungen wie Darm- und Leberkrebs zu verbessern.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die neue Ultraschallsonde am Klinikum Starnberg nicht nur eine technische Innovation darstellt, sondern auch ein Zeichen für den fortwährenden Fortschritt in der Krebsbehandlung. Die Unterstützung durch den Freundeskreis des Klinikums und die Integration modernster Technologien zeigen den Weg zu einer besseren Patientenversorgung und höheren Behandlungserfolgen.