Die Kunst des Porträts ist so facettenreich wie die Menschen, die sie darstellen. Im Rathaus Gauting dürfen sich Kunstliebhaber bis zum 20. Mai auf eine spannende Ausstellung freuen, die vom Kunstverein Gauting organisiert wird. Unter dem Titel „Klassisch Portrait Zeitgenössisch“ präsentiert die Schau eine Vielzahl von Porträts, die die inneren Wesen der dargestellten Personen in den Mittelpunkt rücken. Vize-Bürgermeister Jürgen Sklarek eröffnete die Ausstellung mit einem inspirierenden Rückblick auf berühmte Porträts, darunter Vincent van Goghs Werke und die ikonische „Mona Lisa“.
Kuratorin und Vereinsvorsitzende Jane Höchstetter hat eine beeindruckende Sammlung von Künstlern eingeladen, die ihre ganz persönliche Sichtweise auf das Thema Porträt zum Ausdruck bringen. Die Vielfalt der Techniken reicht von klassischen Portraitzeichnungen bis hin zu modernen, freien Interpretationen. So zeigt der in Gauting aufgewachsene Akademie-Maler Konrad Rüchardt ein Selbstporträt mit dem Titel „Landschaft“, während Richard Eckert mit seinem Affenportrait „Look at yourself“ einen humorvollen Akzent setzt. Elke Goebler trägt mit ihrem Mädchen-Portrait in Rost-Rot mit dem Titel „Nachdenken“ zur emotionalen Tiefe der Ausstellung bei.
Einblicke in die Kunstgeschichte
Die Wurzeln der Portraitmalerei reichen bis in die Antike zurück, wo sie eine zentrale Rolle in der Malerei spielte. Früher waren Porträts vor allem Königen und Adligen vorbehalten, während sie heute für jedermann zugänglich sind. Die Kunst des Portraitierens hat sich über die Jahrhunderte hinweg gewandelt: Im Mittelalter wurden Portraits oft in biblische Szenen integriert, während ab dem 14. Jahrhundert die Darstellungen von wohlhabenden Persönlichkeiten populär wurden. Innovatoren wie Jan van Eyck und Leonardo da Vinci haben die Techniken der Ölmalerei und des lebensechten Portraits entscheidend geprägt.
In der Ausstellung finden sich auch zeitgenössische Werke, die die gesellschaftlichen Themen der heutigen Zeit reflektieren. So zeigt ein großformatiges Bild von einem Architekturfotografen eine Demonstration gegen staatliche Covid-Maßnahmen, während die Schwarz-Weiß-Foto-Strecke von Viertlböck eine Obdachlose an der Münchner U-Bahn-Station Marienplatz portraitiert. Rosemarie Zacher präsentiert im oberen Foyer ihre Papierbüsten mit den titels „Schreckschraube“ und „Schraube locker“.
Ein interaktives Kunst-Erlebnis
Die Ausstellung kann während der allgemeinen Öffnungszeiten des Rathauses besichtigt werden. Für Kunstfreunde, die mehr über die Gedanken der Künstler erfahren möchten, gibt es eine begleitende Publikation, die ARTZINE, in der persönliche Texte und Gedanken der teilnehmenden Künstler zu finden sind. Diese Ausstellung bietet nicht nur einen Überblick über das Thema Porträt, sondern regt auch zum Nachdenken über das eigene Bild und die Darstellung des Selbst an, was seit der Antike ungebrochen in der menschlichen Natur verwurzelt ist.
Am 22. April fand die Vernissage statt, die durch musikalische Begleitung von Domenico und Stefan einen feierlichen Rahmen erhielt. Die offizielle Eröffnung wurde von Jane Höchstetter und einem Grußwort von Dr. Jürgen Sklarek begleitet. Auch die Finissage am 20. Mai um 18:00 Uhr verspricht ein interessantes Ereignis zu werden, das die Möglichkeit bietet, die ausgestellten Werke noch einmal zu erleben und in den Dialog mit den Künstlern zu treten.
Besuchen Sie die Ausstellung „Klassisch Portrait Zeitgenössisch“ und tauchen Sie ein in die vielfältigen Facetten der Portraitkunst, die nicht nur das Äußere, sondern auch das Innere des Menschen offenbart.