In Utting am Ammersee tut sich etwas Spannendes – und das hat mit Gemeinschaft und einem neuen Lebenskonzept zu tun. Elisabeth Burghart und Petra Herzog, zwei Frauen, die sich nicht mit dem Gedanken an Einsamkeit im Alter abfinden wollen, haben die Idee des gemeinschaftlichen Wohnens ins Leben gerufen. Der Gedanke ist so einfach wie genial: Gemeinsam statt einsam. Die beiden sind nicht allein in ihrem Vorhaben. Gabriele Übler ist im Sommer 2022 dazu gestoßen, was die Planungen weiter konkretisierte. Gemeinsam mit der Mitbauzentrale der Stadt München haben sie sich auf die Suche nach einem bezahlbaren Wohnprojekt gemacht.
Die Pläne nehmen Formen an: Paare sollen in etwa 70 Quadratmetern wohnen, Singles in gemütlichen 45 bis 50 Quadratmetern und Familien ab 90 Quadratmetern. Eine große Küche, eine Werkstatt, ein Musikzimmer und sogar ein Gästezimmer sind für die Gemeinschaft vorgesehen. Diese Einrichtungen könnten das Leben vor Ort bereichern und ein Gefühl von Zuhause schaffen. Bei der ersten Informationsveranstaltung im November 2022 fanden sich fast 100 Interessenten ein, was die Nachfrage nach einem solchen Wohnkonzept eindrucksvoll verdeutlicht.
Ein neuer Verein für ein gemeinsames Ziel
Im Mai 2023 wurde der Verein „Lebensraum Utting“ gegründet, mit einem Vorstand aus vier engagierten Frauen: Burghart, Herzog, Ritzkowsky und Übler. Die Gemeinnützigkeit des Vereins ist beantragt und es gibt bereits 35 aktive Mitglieder, die in verschiedenen Arbeitsgruppen an Finanzen, Bau und Planung arbeiten. Die Mitgliedsbeiträge sind mit 60 Euro für Einzelpersonen und 90 Euro für Paare recht überschaubar. Ziel ist es, eine Webseite aufzubauen und die notwendigen Gebühren zu finanzieren. Das alles geschieht vor dem Hintergrund eines angespannten Wohnungsmarktes in Utting, wo der Siedlungsdruck am Ammersee-Westufer enorm hoch ist.
Ein Grundstück für 30 Wohnungen wird derzeit gesucht, und es gibt bereits klare Vorstellungen über die Verteilung: Ein Drittel der Wohnungen soll für Singles, Paare und Familien zur Verfügung stehen. Besonders ältere Interessenten haben großen Anteil an diesem Projekt, und sogar drei Familien engagieren sich aktiv. Die Auswahlkriterien für künftige Bewohner basieren auf der gemeinsamen Passung – ein Ansatz, der den sozialen Zusammenhalt fördern soll. Die Zuversicht auf die Realisierung des Bauprojekts ist groß; der geplante Spatenstich könnte bereits im übernächsten Jahr erfolgen.
Barrierefreiheit und Inklusion im Fokus
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Barrierefreiheit, die auf der Website der Gemeinde Utting thematisiert wird. Ziel ist es, eine umfassende digitale Barrierefreiheit für alle Nutzer zu schaffen. Nach der EU-Richtlinie 2016/2102 und den BITV 2.0 Kriterien ist die Website zwar teilweise barrierefrei, dennoch gibt es noch einige Inhalte, die nicht den Anforderungen entsprechen. Die Gemeinde plant, diese Inhalte nachträglich barrierefrei aufzubereiten. Feedback zu Barrieren oder Anfragen nach barrierefreien Informationen sind stets willkommen.
Barrierefreies gemeinschaftliches Wohnen könnte auch in Utting ein zukunftsweisendes Modell sein. Es ermöglicht Menschen mit unterschiedlichen Mobilitäts-, Seh- und kognitiven Bedürfnissen, in einem Umfeld zu leben, das auf Vielfalt und Inklusion ausgerichtet ist. Wichtige Designmerkmale wie stufenfreie Eingänge, breite Flure und taktile Hinweise könnten den Alltag für alle Bewohner erleichtern. Gemeinschaftsräume, die zugänglich gestaltet sind, fördern nicht nur die soziale Interaktion, sondern tragen auch zur Sicherheit und Autonomie der Bewohner bei.
Durch das Zusammenwirken von Planung, Barrierefreiheit und gemeinschaftlichem Wohnkonzept könnte Utting ein Ort werden, an dem jeder ein Zuhause findet – egal, in welcher Lebensphase er sich befindet. Kontakt zum Verein „Lebensraum Utting“ kann über die E-Mail info@lebensraum-utting.de aufgenommen werden. Die Aussicht auf ein gemeinschaftliches, kreatives und inklusives Wohnen ist jedenfalls vielversprechend und könnte die Lebensqualität vieler Menschen deutlich verbessern.