In Starnberg geht eine Ära zu Ende. Nach 44 Jahren als Mesner der Stadtpfarrkirche St. Maria verabschiedet sich Hans Raphael in den Ruhestand. Am 12. Juli 2026, um 10:15 Uhr, wird ein festlicher Gottesdienst stattfinden, um diesen besonderen Moment zu würdigen. Es wird ein Abschied, der nicht nur für ihn, sondern auch für die gesamte Gemeinde von Bedeutung ist.

Hans Raphael, 63 Jahre alt, ist nicht nur ein Gesicht der Pfarrei, sondern auch eine Identifikationsfigur für viele. Aufgewachsen in Starnberg, als Zweitältester von fünf Geschwistern, hat er die katholische Erziehung seiner Kindheit nie aus den Augen verloren. Von der Ministrantenzeit bis hin zu seiner Ausbildung als Kfz-Mechaniker hat er nie den Traum aus den Augen verloren, einen kirchlichen Beruf zu ergreifen. 1982 übernahm er die Mesnerstelle nach dem Weggang des vorherigen Mesners Andreas Ziegler, und seither hat er viele Aufgaben übernommen, von der Gottesdienstvorbereitung bis hin zur Pflege der Kircheninventare.

Ein Leben für die Kirche

Seine Verantwortung umfasst nicht nur die Stadtpfarrkirche St. Maria, sondern auch die Kirchen St. Joseph und St. Peter im Starnberger Stadtgebiet. An den Wochenenden, wenn die Sonntagsmessen stattfinden, ist Raphael besonders gefordert. Er gilt als die „rechte Hand des Pfarrers“ und wird von vielen als der „gute Geist des Gotteshauses“ beschrieben. Mit Engagement und Hingabe hat er über 600 bis 700 Ministranten geleitet. In besten Zeiten waren es sogar über 100, und für viele von ihnen war die Sakristei ein echtes Jugendzentrum. Das Band, das er mit den Jugendlichen knüpfte, ist besonders stark, und viele erinnern sich gerne an die Zeltlager und Freizeiten, die er organisiert hat.

Ein Highlight seiner Tätigkeit war die Gründung der „Miniband“, in der er Tuba spielte und die bei verschiedenen Festen auftrat. Aktuell engagieren sich rund 80 Ministranten in der Pfarrei, und die Erinnerungen an die Sakristei als Ort des Miteinanders werden immer lebendig bleiben. Auch die „Kirchenputzgruppe“, die Raphael ins Leben rief, zeigt, wie sehr ihm die Pflege des Gotteshauses am Herzen lag. Seine Zeit mit Pfarrer Konrad Schreyegg wird von ihm als besonders prägend wahrgenommen.

Ein neuer Lebensabschnitt

Mit seinem Abschied endet nicht nur eine berufliche Karriere, sondern auch ein Lebensstil, der ihn über Jahrzehnte geprägt hat. Stadtpfarrer Andreas Jall bezeichnet Hans Raphael als wandelndes Lexikon, und man kann sich lebhaft vorstellen, wie er mit seinem Wissen und seiner Erfahrung die Gemeinde bereichert hat. Doch der Ruhestand bedeutet für ihn nicht das Ende des Engagements. Musik und die Verbundenheit zur Gemeinde werden weiterhin einen wichtigen Platz in seinem Leben einnehmen. Hans Raphael bleibt in Starnberg, wo er seit einigen Jahren in Machtlfing lebt.

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Ein Blick auf die aktuelle Ministrantenlandschaft in Deutschland zeigt, wie wichtig der Dienst in der Kirche für die Jugend ist. Rund 300.000 Kinder und Jugendliche engagieren sich als Messdiener, wobei der Anteil weiblicher Ministrantinnen bei etwa 54 Prozent liegt. Der Ministrantendienst bleibt trotz rückläufiger Zahlen einer der größten Orte kirchlicher Jugendpastoral. Die Verantwortung, die sie in der Liturgie tragen, wird von Bischof Klaus Krämer besonders hervorgehoben.

Die Verabschiedung von Hans Raphael ist nicht nur ein Abschied von einem Mesner, sondern auch von einem Menschen, der mit Herzblut für die Kirche und die Jugend gearbeitet hat. Und so wird der festliche Gottesdienst am 12. Juli 2026 nicht nur Rückblick, sondern auch Ausblick auf die kommenden Herausforderungen und Chancen sein.

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