In Herrsching ist es derzeit ziemlich still um den Bahnhof geworden. Ein Ort, der einst mit Leben und Geschichten gefüllt war, droht jetzt in der Vergessenheit zu versinken. Denn die Gemeinde hat momentan kein Geld für die Sanierung des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes. Bürgermeister Christian Schiller hat jetzt einen Antrag gestellt, um das Gebäude entweder zu verkaufen oder zu verpachten. Eine Lösung, die viele Fragen aufwirft, aber auch Hoffnungen schürt.

Seit Dezember tüftelt eine engagierte Bürgergruppe an eigenen Ideen, um das historische Gebäude wiederzubeleben. Doch ohne finanzielle Unterstützung der Gemeinde wird’s schwer, Förderanträge zu stellen. Ein geplanter Einsatz des „Smartmob“ zur Reinigung der Bahnhofshalle wurde im Februar abgelehnt, einfach weil Wahlkampf war. Das klingt fast wie eine Farce, aber der Gemeinderat hat 2018 beschlossen, dass in gemeindeeigenen Immobilien keine politischen Veranstaltungen stattfinden dürfen. Wie das wohl bei den Bürgern ankommt?

Bürgerschaftliches Engagement und kreative Lösungen

Karin Casaretto und Gerd Mulert sind zwei von vielen, die sich für den Erhalt des Bahnhofs einsetzen. Sie haben einen Kreis von Interessierten ins Leben gerufen, der sich für eine bürgerschaftliche Lösung starkmacht. Das bereits beschlossene Nutzungskonzept des Gemeinderats könnte dabei als Grundlage dienen, aber die Bürgergruppe braucht dringend die Unterstützung der Gemeinde. Andernfalls droht das Gebäude, unwiderruflich zu verfallen.

Eine detaillierte Analyse zur Prüfung der Förderfähigkeit würde satte 160.000 Euro kosten. Und das ist nur der Anfang. Der Bahnhof steht unter Denkmalschutz, was bedeutet, dass Investoren sich an strenge Vorgaben halten müssen. Die energetische Sanierung stellt eine besondere Herausforderung dar. Hochkosten, die viele potenzielle Investoren abschrecken könnten. Eigentümer müssen sich über Finanzierungsmöglichkeiten informieren, denn energetische Maßnahmen senken nicht nur die Energiekosten, sondern tragen auch aktiv zum Klimaschutz bei. Effiziente Heizsysteme, Wärmedämmung, moderne Technologien – das alles muss bedacht werden.

Probleme und Fördermöglichkeiten

Doch wie sieht es mit den Fördermöglichkeiten aus? Die KfW-Bank und andere Institutionen bieten Programme an, die speziell für denkmalgeschützte Gebäude gedacht sind. Hier können zinsgünstige Kredite und Zuschüsse beantragt werden. Für viele ist das der Lichtblick, den sie brauchen. Aber, und das ist wichtig: Genehmigungen sind für viele bauliche Veränderungen notwendig, und die Denkmalbehörden haben oft strenge Auflagen. Ohne die richtigen Fachkenntnisse und einen soliden Plan drohen unliebsame Überraschungen.

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In der Vergangenheit gab es bereits einige Anträge, die abgelehnt wurden. So etwa der Antrag auf eine „Impulsausstellung zur Thematik des Kienbachs“, der von Thomas Barnstein, einem Künstler und stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins Pro Natur, eingereicht wurde. Mit 15 gegen 6 Stimmen wurde dieser abgelehnt. Das lässt einen schon nachdenklich werden. Wo bleibt die Unterstützung für kreative Projekte, die das kulturelle Erbe fördern könnten? Vielleicht ist es an der Zeit, einen anderen Kurs einzuschlagen und die Ideen der Bürger ernst zu nehmen.

In den kommenden öffentlichen Sitzungen wird Schillers Antrag zum Thema Bahnhof auf der Tagesordnung stehen. Es bleibt abzuwarten, ob der Gemeinderat den Mut hat, neue Wege zu gehen. Schließlich könnte eine Kombination aus Bürgerengagement und professioneller Projektentwicklung der Schlüssel sein, um diesen historischen Ort wieder zu neuem Leben zu erwecken. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, und in Herrsching ist sie noch lange nicht erloschen.

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