Heute ist der 6.06.2026, und während die Sonne über Starnberg aufgeht, blickt das Kino Breitwand auf eine beeindruckende Geschichte zurück. 1986, in einer Zeit, als das Kino noch das Herzstück der Freizeitgestaltung war, eröffnete Matthias Helwig in Gilching sein erstes Kino. Wer hätte gedacht, dass es einmal zu den besten Kinos Deutschlands gehören würde? Doch der Anfang war, sagen wir mal, etwas holprig. Bei der Premiere saßen nur drei Zuschauer im Saal – kein Wunder, die Fußball-WM in Mexiko war schließlich ein ganz schöner Konkurrenzkampf!
Matthias Helwig übernahm das Kino nach dem Tod des vorherigen Besitzers, um seiner Familie ein sicheres Standbein zu bieten. Von Anfang an war er ein Visionär. Er integrierte Spätvorstellungen, Kinderfilme und wagte sich an unkonventionelle Arthouse-Filme. Es war 1987, als „Breitwand“ die ersten bayerischen und bundesweiten Kinoprogrammpreise gewann. Ein echter Grund zum Feiern! Die Anfänge waren zwar herausfordernd, aber mit Filmen wie „Drei Männer und ein Baby“ und „Feuer und Eis“ kamen die Zuschauer in Scharen. Ein wahres Highlight war der Erfolg von „Das Dschungelbuch“, das an einem Tag fünf ausverkaufte Vorstellungen mit je 170 Zuschauern hatte.
Die Expansion und die Blütezeit
Ein paar Jahre später, 1999, wechselte Helwig den Standort nach Herrsching und eröffnete ein neues „Breitwand“-Kino. Auch in Seefeld wurde ein Saal für Programmkino und Arthouse-Filme gebaut. In Starnberg kam 2002 ein weiterer Standort hinzu, der die Zuschauer mit einer Mischung aus aktuellen Filmhits und künstlerisch anspruchsvollen Filmen begeisterte. Herrsching hingegen setzte auf ein dokumentarfilmorientiertes Programm – eine wahre Schatztruhe für Filmfans!
Immer wieder erstrahlte „Breitwand“ in neuem Glanz. 1997 wurde es zum besten Kino Deutschlands gekürt, ein Titel, der mehrmals, unter anderem 1998 und 2006, verteidigt werden konnte. Über 50 Preise in 18 Jahren sprachen für sich. Die 2000er waren eine Blütezeit für die Kinos, mit Blockbustern wie „Titanic“ und „Harry Potter“, die die Kassen klingeln ließen. Und seit 1996 gibt es jährlich das Open-Air-Kino im Landkreis Starnberg – ein wunderbares Erlebnis unter freiem Himmel! Das Fünf-Seen-Filmfestival, das Helwig 2007 ins Leben rief, brachte neue deutsche und internationale Produktionen auf die Leinwand und verlieh Preise wie „Star“ und „Goldenes Glühwürmchen“.
Ein Blick in die Zukunft
Die Geschichte von „Breitwand“ endet jedoch nicht hier. 2016 eröffnete Helwig sein erstes eigenes Filmtheater in Gauting mit fünf Sälen und einem Restaurant. Es war ein weiterer Schritt, um das Kinoerlebnis zu bereichern. Heute, im Sommer 2026, steht die große Jubiläumsfeier an, um 40 Jahre „Breitwand“ zu feiern. Am 27. Juni wird es ein ganz besonderes Event geben: Ein Stummfilm von Harold Lloyd wird mit Live-Musik untermalt, und Helwig selbst wird einen Kurzfilm präsentieren. Ein Fest für die Sinne!
Matthias Helwig hat nicht nur die Kinolandschaft geprägt, sondern plant auch weiterhin aktiv in der Branche zu bleiben. Seine Leidenschaft für das Kino und die unkonventionellen Geschichten, die es erzählt, sind ein Vermächtnis, das in der Region weiterlebt. Das Breitwand-Kino, das einst mit nur drei Zuschauern begann, ist heute ein Ort, an dem Geschichten lebendig werden und die Gemeinschaft zusammenkommt. Und das ist doch einfach nur großartig!