Wenn Kautschuk die Welt verändert: Ein Student auf der Spur des perfekten Tischtennisschlägers
Es gibt Momente im Leben, die einfach strahlen – und genau so ein Moment war die Preisverleihung für Lukas Wulkesch, einen Bachelorstudenten der Kunststoff- und Elastomertechnik an der THWS. Am 19. Juni 2023 durfte er den Förderpreis der Deutschen Kautschuk-Gesellschaft in Empfang nehmen. Diese Auszeichnung würdigt nicht nur seine herausragenden Studienleistungen, sondern ist auch mit 500 Euro dotiert. Ein schöner Anreiz für jeden Studierenden, oder nicht?
Seine Bachelorarbeit trägt den Titel „Abhängigkeit der Qualität von Naturkautschuk und Vulkanisaten vom Erntezeitpunkt“. Hier hat Lukas ganz tief in die Materie eingegriffen und untersucht, wie der Zeitpunkt der Ernte die Eigenschaften von Gummimaterialien beeinflusst. Das ist nicht einfach nur eine akademische Übung – die Ergebnisse sind direkt relevant für die Entwicklung und Herstellung von Tischtennisschlägerbelägen. Und das nicht zuletzt dank der Kooperation mit der ESN Deutsche Tischtennis Technologie GmbH in Hofheim, Unterfranken. Wer hätte gedacht, dass Tischtennis so viel Forschung erfordert?
Ein Lob von Professoren
Die Arbeit wurde von Prof. Dr. Volker Herrmann und Lisa-Cathrin Leitner betreut. Prof. Herrmann lobte die klare Struktur und die sorgfältigen Wiederholungsmessungen, die Lukas durchgeführt hat. Mit einer Note von 1,3 kann sich das Ergebnis mehr als sehen lassen. Lukas selbst ist ganz enthusiastisch und startet nun seine berufliche Laufbahn im Bereich der Entwicklung von Thermoplastischen Elastomeren. Ein spannender Weg, der sicherlich viele interessante Herausforderungen bereithält!
Doch was sind Thermoplastische Elastomere überhaupt? Sie sind eine besondere Art von Kunststoffen, die Eigenschaften von Gummi und Thermoplasten vereinen. Sie zeichnen sich durch hohe Flexibilität und eine einfache Verarbeitbarkeit aus. Das macht sie in vielen Anwendungen, von der Automobilindustrie bis hin zu Sportartikeln, besonders wertvoll. Die Grundlagen, die Lukas in seiner Arbeit erforscht hat, könnten also weitreichende Anwendungen finden. Wer weiß, vielleicht wird er eines Tages den perfekten Tischtennisschläger entwickeln!
Die Wissenschaft hinter dem Kautschuk
Die Untersuchung von Kautschuk und seinen Eigenschaften ist ein spannendes Feld. Die Anwendungseigenschaften von Elastomerwerkstoffen werden durch nanoskalige Füllstoffe bestimmt. Das Mischverfahren zur Herstellung einer homogenen Kautschukmischung ist der erste Schritt. Dabei werden Kautschukpolymere, verstärkende Füllstoffe und Vulkanisationsmittel miteinander kombiniert. Die Dispersion und Verteilung der Füllstoffe in der Kautschukmatrix sind entscheidend für die Anwendungseigenschaften. Diese Prozesse beeinflussen auch die thermo-rheologischen Verarbeitungseigenschaften der Kautschukmischung.
In der zweiten Stufe, der formgebenden Verarbeitung, kommen dann die thermo-mechanischen und thermo-chemischen Vorgänge ins Spiel. Hier wird das Material geformt, und Veränderungen der Eigenschaften treten durch die Orientierung der Füllstoffe auf. Das Ergebnis? Ein weitmaschiges dreidimensionales Polymernetzwerk, das die elastomertypischen Werkstoffeigenschaften prägt. Das ist nicht nur für die Industrie von Bedeutung, sondern auch für jeden, der einen Tischtennisschläger in die Hand nimmt und sein Spiel verbessern möchte.
Wenn man darüber nachdenkt, wird einem klar, wie viel Forschung und Entwicklung in den Dingen steckt, die wir oft für selbstverständlich halten. Es bleibt spannend zu sehen, was Lukas Wulkesch und seine Kommilitonen als Nächstes auf die Beine stellen werden. Vielleicht steht der nächste große Durchbruch in der Kautschuktechnologie schon vor der Tür – und Lukas ist mit dabei!
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