Am Samstagnachmittag, im Herzen von Schweinfurt, fand ein Spiel des TSV 1860 München im Sachs-Stadion statt – und das begann alles andere als erfreulich. Die Atmosphäre war geladen, die Fans waren bereit, ihre Mannschaft nach vorne zu peitschen. Doch was dann geschah, ließ viele ungläubig mit dem Kopf schütteln. Der Stadionsprecher, ein besorgter Mann, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Gemüter zu beruhigen, appellierte eindringlich an die 1860-Fans, die Finger von der Pyrotechnik zu lassen. Aber einige ließen sich nicht ermahnen, zündeten munter weiter – das war noch nicht alles. Eine große Zaunfahne mit dem ehrwürdigen Spruch „Mein Verein für alle Zeit“ geriet in Brand. Feuerwehr und Feuerlöscher waren schließlich die einzigen, die dem Chaos Herr werden konnten.
Und das war nur der Anfang! Die Lage eskalierte in Konflikten zwischen verschiedenen Fangruppierungen, und etliche Ultras machten sich auf den Weg nach draußen – ein Bild, das man sich als Fan nicht wünscht. Auf dem Spielfeld gab es jedoch auch Lichtblicke: Der 20-jährige Xaver Kiefersauer feierte sein Debüt für die Löwen und zeigte einige vielversprechende Ansätze. Der Ausgleich durch Sigurd Haugen, nach dem Führungstor von Sebastian Müller für Schweinfurt, sorgte zumindest kurzfristig für ein wenig Aufatmen. Trainer Markus Kauczinski war dennoch nicht zufrieden und bezeichnete die Leistung seiner Mannschaft als „ein Spiegelbild der Saison“.
Ein schwerer Schlag für den TSV
Die Turbulenzen, die die Münchner Fans und die Spieler erlebten, sind jedoch nicht das einzige Problem, das den TSV 1860 München im Moment belastet. Wie gerade bekannt gegeben wurde, hat der Deutsche Fußballbund (DFB) den Verein zu einer Geldstrafe von satten 43.500 Euro verurteilt. Diese Strafe, die am Mittwoch vom DFB-Sportgericht verkündet wurde, ist vor allem auf die Vorkommnisse während der 0:2-Niederlage gegen Erzgebirge Aue am 27. September zurückzuführen. Dabei wurden mindestens 99 pyrotechnische Gegenstände gezündet, was zu sechs Verletzten führte. Das ist schon ein ordentliches Brett – und der Einspruch des Vereins, wonach es nur 87 Pyrofackeln gewesen seien, wurde abgewiesen.
Der DFB ließ keinen Raum für Missverständnisse. In einer deutlichen Rüge betonte das Sportgericht, dass es inakzeptabel sei, wenn durch Pyrotechnik Menschen zu Schaden kommen. Ein Drittel der Strafe, so die Auflage, muss in sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen investiert werden. Und das war noch nicht alles – ein weiterer Vorfall beim 3:1-Heimsieg gegen den MSV Duisburg am 19. Oktober zog zusätzliche 3.500 Euro Strafe nach sich.
Die nächsten Herausforderungen
Mit diesen zusätzlichen finanziellen Belastungen wird es für den TSV 1860 München nicht einfacher, die nächsten Spiele zu bestreiten. Die nächsten Gegner sind der FC Ingolstadt und der SC Verl, gefolgt von einem Pokalspiel gegen die Würzburger Kickers. Ein Erfolg im Pokal wäre wichtig, denn im Finale um den Landespokal winkt ein Platz in der ersten Runde des DFB-Pokals. Sollte Würzburg zudem bayerischer Amateurmeister werden, wären die Sechziger automatisch qualifiziert, was ein wenig Hoffnung in diese trüben Tage bringen könnte.
Man fragt sich, wie lange diese Probleme den Verein und seine treuen Anhänger noch begleiten werden. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Situation bald entspannt und die Fans wieder friedlich für ihren Verein jubeln können.