Schweinfurt kämpft gegen Leerstände: Cecil und die Stadtgalerie zur Zielscheibe
In Schweinfurt, einer charmanten Stadt in Unterfranken, ziehen neue Schreckensmeldungen in der Einzelhandelslandschaft die Aufmerksamkeit auf sich. Die Modeboutique Cecil, ein bekanntes Geschäft in der Stadtgalerie, steht kurz vor der Schließung.
Die Filiale am Georg-Wichtermann-Platz hat bis Mitte Dezember geöffnet, bevor der Vorhang fällt, da der Mietvertrag ausläuft und der Inhaber in den Ruhestand geht. Aktuell dürfen sich Schnäppchenjäger auf einen Ausverkauf freuen, der Rabatte von bis zu 80 Prozent verspricht. Eine Mitarbeiterin, die seit über zehn Jahren Teil des Teams ist, blickt mit Bedauern auf die anstehenden Veränderungen. Seit ihrer Gründung im Jahr 1989 hat Cecil, ein Unternehmen der CBR Fashion Holding mit Hauptsitz in Hannover, über 3800 Verkaufsflächen in Europa etabliert, doch in Schweinfurt neigt sich jetzt eine Ära dem Ende zu.
Die Stadtgalerie, die am 26. Februar 2009, nach einem Bürgerentscheid eröffnet wurde, war ursprünglich mit rund 100 Geschäften und 700 Arbeitsplätzen geplant. Heute jedoch herrscht dort ein anderes Bild: Nur noch etwa 60 Geschäfte sind noch aktiv, was einer Leerstandsquote von 31 Prozent entspricht. Diese Entwicklung sorgt nicht nur für Verunsicherung unter den Bürgern, sondern auch für eine kritische Diskussion über die Zukunft des Einzelhandels in der Innenstadt.
Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
Die Center-Managerin Songül Aksu hat betont, dass es entscheidend sei, mit verschiedenen Schnittstellen zusammenzuarbeiten, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Aus diesem Grund wird angestrebt, das Angebot in der Stadtgalerie durch Non-Retail-Konzepte, etwa im Bereich Dienstleistungen, zu erweitern. Axel Schöll, Vorsitzender des Handelsverbands Bayern in Schweinfurt, übt jedoch deutliche Kritik. Er warnt davor, dass zusätzliche Bereiche für Wellness, Medizin und Therapie im Obergeschoss entstehen könnten, anstatt neue Attraktionen für den Einzelhandel zu schaffen.
Das Problem ist nicht neu: Bereits zehn Jahre nach der Eröffnung kam es zu einem merklichen Anstieg der Leerstände innerhalb der Stadtgalerie. ECE, der Betreiber, gibt an, dass viele Mietverträge turnusgemäß ausgelaufen sind. Im Jahr 2019 wurde verkündet, dass über 20 Geschäfte nach einem Umbau in neuem Glanz erstrahlen sollten, doch die erhoffte Vollvermietung an knapp 100 Geschäfte wurde bisher nicht erreicht.
Schöll appelliert an die Stadtverwaltung, aktiv mit Immobilieneigentümern zu kommunizieren und um geeignete Mieter für die Innenstadt zu werben. Er nennt bekannte Filialisten wie Nordsee, McDonald’s, Christ, Douglas und C&A als mögliche Kandidaten, die eine Belebung des Einzelhandels bewirken könnten. Sein Fazit: „Vor 15 Jahren war die Stadtgalerie nicht nötig, und auch heute ist sie es nicht.“
Die Sorgen um die Einzelhandelszukunft in Schweinfurt sind also mehr als berechtigt. Die Schließung von Cecil und die hohen Leerstände in der Stadtgalerie machen deutlich, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht, um die Innenstadt wieder attraktiv zu gestalten und zu beleben.
inFranken.de berichtet über die Schließung der Modeboutique, während BR.de tiefere Einblicke in die Herausforderungen der Stadtgalerie gewährt. Die veröffentlichten Informationen verdeutlichen, dass Schweinfurt und seine Bürger vor einer bedeutenden Wende stehen.