Heute ist der 26.02.2026 und die Stadt München steht vor einer neuen Herausforderung im kommunalen Nahverkehr. Die Gewerkschaft Verdi hat zu einem zweitägigen Warnstreik am 27. und 28. Februar 2026 aufgerufen, der nicht nur München, sondern auch zahlreiche andere bayerische Städte betreffen wird. Betroffen sind vor allem die U-Bahn, Tram und Buslinien, die nicht von privaten Dienstleistern bedient werden. Die S-Bahn und Regionalbahnen bleiben hingegen von den Streikmaßnahmen unberührt. Dies ist bereits der dritte Warnstreik in der aktuellen Tarifrunde, die von Spannungen zwischen den Beschäftigten und den Arbeitgebern geprägt ist (Charivari).

Die Auswirkungen des Streiks werden voraussichtlich erheblich sein. In mehr als einem Dutzend bayerischer Städte wird der Nahverkehr weitgehend zum Erliegen kommen, darunter auch die fünf größten bayerischen Städte: München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg und Ingolstadt. In Städten wie Würzburg wird jedoch nicht gestreikt, da der Tarifvertrag dort noch läuft. Während beim Busbetrieb etwa die Hälfte der Fahrzeuge einsatzbereit sein sollte, hängen die Tram-Inbetriebnahmen von der Verfügbarkeit der Fahrer ab. In Nürnberg bleiben beispielsweise U-Bahnen und Straßenbahnen an den Streiktagen in den Depots (BR).

Forderungen und Verhandlungen

Verdi fordert für die rund 9.000 Beschäftigten eine Entgeltsteigerung von 668,75 Euro sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 auf 35 Stunden. Diese Forderungen sind laut der Gewerkschaft notwendig, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern und die hohe Belastung im Fahrdienst zu kompensieren. In der letzten Verhandlungsrunde am 13. Februar gab es jedoch keine Annäherung zwischen den Parteien. Der Kommunale Arbeitgeberverband kritisierte die Warnstreiks und bezeichnete die Forderungen als nicht erfüllbar (Charivari).

Die Arbeitgeberseite hat in den bisherigen Verhandlungen mindestens 5% mehr Lohn in zwei Schritten über zwei Jahre angeboten. Ein weiterer Verhandlungsversuch ist für den 9. März in Nürnberg angesetzt. Die Unsicherheiten und Spannungen in der Verhandlungsrunde sind nicht nur lokal zu spüren. Der Streik wird bundesweit im kommunalen Nahverkehr ausgeweitet und betrifft rund 100.000 Beschäftigte in 150 öffentlichen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben in allen Bundesländern sowie in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. Der erste bundesweite Streiktag am 2. Februar 2026 führte bereits zu einem vollständigen Erliegen des Verkehrs in mehr als 100 Unternehmen für 24 Stunden (ver.di).

Auswirkungen auf den Verkehr

Die Warnstreiks werden nicht nur die Nahverkehrsangebote in den betroffenen Städten stark einschränken, sondern auch Auswirkungen auf den Straßenverkehr haben, da viele Pendler und Reisende gezwungen sein werden, auf das Auto umzusteigen. In Nürnberg zum Beispiel werden während des Streiks lediglich 16 Buslinien im Nightliner-Netz betrieben, und der Nightliner-Angebot entfällt in den Nächten von Freitag auf Samstag sowie von Samstag auf Sonntag. Die S-Bahnen in den Ballungsräumen werden hingegen weiterhin fahren, da sie zur Deutschen Bahn gehören (BR).

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Die aktuelle Situation im kommunalen Nahverkehr ist ein Ausdruck der anhaltenden Herausforderungen, mit denen die Beschäftigten konfrontiert sind. Die Verhandlungen betreffen nicht nur die Löhne, sondern auch Arbeitsbedingungen, Schichtdienste und Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Angesichts der hohen Belastungen im Fahrdienst und der wachsenden Unzufriedenheit der Beschäftigten bleibt abzuwarten, wie sich die Verhandlungen entwickeln werden und ob es zu einer Einigung kommen kann, bevor die Streiks weiter eskalieren (ver.di).

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