Am 7. Juni ist es endlich so weit! Das Aargauer Kantonalschwingfest wird in Aarau Rohr ausgetragen, und die Vorfreude in der Region wächst. Zwei Athleten stechen dabei besonders hervor: Tim Roth, 21 Jahre alt, und Sinisha Lüscher, der erst 20 ist. Beide sind aus der näheren Umgebung und haben sich intensiv auf diesen Wettbewerb vorbereitet. Während Tim Roth vor acht Jahren noch als Helfer mit dabei war, träumt er nun davon, selbst im Ring zu stehen und seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Sinisha hingegen bezeichnet sich selbst als „Wettkampftier“, das unbedingt vor Familie und Freunden glänzen möchte.
Was sie eint, ist das große Ziel, sich für den Kilchberger Schwinget im September zu qualifizieren. Diese prestigeträchtige Veranstaltung findet nur alle sechs Jahre in Kilchberg bei Zürich statt und vereint die sechzig besten Schwinger der Saison. Ein Sieg dort gilt als die größte Auszeichnung im Schwingen – eine echte Herausforderung! Aber bevor es so weit ist, steht noch das Nordwestschweizer Kranzfest in Mümliswil Mitte August auf dem Programm. Um in Form zu kommen, hat Roth sich intensiv auf Technik und Ausdauer konzentriert und sogar einen neuen Schwung erlernt. Sinisha hingegen hat es mit seiner Ernährung zu tun, denn er muss täglich unglaubliche 4500 Kalorien zu sich nehmen, um sein Gewicht zu halten – eine Nahrungsaufnahme, die er mit der einer Kleinfamilie vergleicht!
Vorbereitung und Ernährung
Die Ernährung ist für beide Schwinger von zentraler Bedeutung. Sie sind nicht nur Botschafter der Migros, sondern legen auch großen Wert auf eine ausgewogene Kost. Wichtige Nahrungsmittel sind Fleisch – darunter Mostbröckli und Bündnerfleisch – sowie Kohlenhydrate und Gemüse. Sinisha plant seine Nahrungsaufnahme gemeinsam mit seiner Mutter. Während sie sich um das Gemüse kümmert, übernimmt er die Verantwortung für das Fleisch. Das ist Teamarbeit auf jeden Fall! Und die Vorbereitungen gehen über das Training hinaus; sie sind eine Lebensweise.
Schwingen hat sich in den letzten Jahren zu einem Nationalsport entwickelt, der von der Bevölkerung sehr geschätzt wird. Veranstaltungen wie das Aargauer Kantonalschwingfest ziehen zehntausende Besucher an, und das Interesse am Schwingen wächst stetig. Das hat seine Wurzeln in der Tradition – ursprünglich ein Spiel der Hirten und Bauern, hat sich das Schwingen zu einer anerkannten Disziplin mit eigenen Regeln und Bräuchen entwickelt. Die besten Schwinger, die sogenannten „Bösen“, sind wahre Stars in der Szene. Der Eidgenössische Schwingerkönig wird alle drei Jahre bei den Eidgenössischen Schwing- und Älplerfesten gekrönt; das sind die Momente, auf die jeder Schwinger hinarbeitet.
Die Vorbereitungen für das Kantonalschwingfest sind also in vollem Gange. Tim und Sinisha sind heiß darauf, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Man darf gespannt sein, wie sich die beiden bei diesem wichtigen Wettkampf schlagen werden. Die Atmosphäre wird sicherlich elektrisierend sein, mit den Rufen der Fans und dem Geruch von frischem Heu in der Luft. Es ist mehr als nur ein Sport – es ist ein Gefühl, eine Tradition, die tief in der Schweizer Kultur verwurzelt ist.