Die stillen Helden des Basel Tattoo: Ein Blick hinter die Kulissen des Großevents
Wenn man an das Basel Tattoo denkt, denkt man schnell an die beeindruckenden Militärkapellen, die vor tausenden von Zuschauern auftreten. Aber hinter den Kulissen gibt es Menschen, die oft im Schatten stehen, aber dennoch unverzichtbar für den Erfolg des Festivals sind. Pascal Roth, ein 60-jähriger Chemikant, ist einer dieser Helden, die seit 20 Jahren zum festen Bestandteil des Festivals gehören. Er ist Teil von 450 engagierten Ehrenamtlichen, die dafür sorgen, dass alles reibungslos abläuft.
Roth hat die Rolle des Regieassistenten im Laufe der Jahre übernommen und ist nun am Gate 5 dafür verantwortlich, dass die Formationen fehlerfrei ein- und auslaufen. Er bezeichnet sich selbst als „wichtiges Zahnrad im großen Apparat des Festivals“. Mit einem Blick für Details und einem feinen Gespür für die Atmosphäre sorgt er dafür, dass die Showabende im Hof der ehemaligen Basler Kaserne unvergesslich werden. Und das ganze Spektakel bringt auch einen wirtschaftlichen Nutzen mit sich: Laut den Organisatoren generiert das Basel Tattoo eine Wertschöpfung von 25 Millionen Franken für den Stadtkanton.
Ein Fest der Vielfalt und Emotionen
In diesem Jahr feiert das Basel Tattoo sein 20-jähriges Bestehen und verspricht, ein einmaliges Erlebnis zu werden. Die Vorfreude ist groß, denn die Zuschauermenge wird auf etwa 75.000 geschätzt, die sich auf die 11 Shows an neun Tagen verteilt. Roth und seine Frau sind an jedem Showabend im Hof der Kaserne, wo die Stimmung von den 1.000 Aktiven aus fünf Kontinenten geprägt wird. „Es ist wie eine Familie“, sagt Roth und strahlt dabei. Das zeigt sich auch in der Auswahl der Musikgruppen: Neben dem Basler Top Secret Drum Corps werden zwei Bands der königlichen britischen Garden auftreten – darunter die Irish Guards und die Scottish Guards. Ein Highlight wird sicherlich die Zusammenarbeit mit den US-amerikanischen Blue Devils sein, die ihre Choreografie mit einer Tanzgruppe präsentieren.
Produzent Erik Julliard plant zudem eine Zusammenfassung von zwanzig Jahren Basel Tattoo, die die besten Momente und Erfahrungen des Festivals aufgreifen wird. Roth hat in seiner langen Zeit viele Facetten des Festivals kennengelernt, darunter auch die Einweisung eines Tambourmajors der britischen Coldstream Guards. Man könnte sagen, er ist ein lebendiges Geschichtsbuch des Festivals!
Ein Blick hinter die Kulissen
Aber das Basel Tattoo ist nicht nur ein großer Festakt. Hinter den Kulissen stehen Menschen wie Roth, die oft wenig im Rampenlicht stehen, aber ohne sie wäre das ganze Spektakel nicht möglich. Die Helfer werden nicht nur für ihre harte Arbeit geschätzt, sondern auch durch ein großes Fest im Herbst, zu dem das Organisationskomitee einlädt. Das zeigt, wie wichtig die Gemeinschaft ist, die sich über die Jahre gebildet hat.
Die letzten Proben der internationalen Gäste finden kurz vor der Premiere statt, und das Tattoo-Team hat über die Jahre viel Erfahrung im Umgang mit Open-Air-Veranstaltungen gesammelt. Komischerweise musste in den 20 Jahren noch nie eine Show unterbrochen werden, was für die Professionalität und das Engagement aller Beteiligten spricht.
Kleine Openairs als Kontrast
Während das Basel Tattoo in der Schweiz einen der größten Anziehungspunkte für Militärmusik darstellt, gibt es auch viele kleine Openair-Festivals, die ehrenamtlich organisiert werden. Diese Festivals bieten oft eine Plattform für aufstrebende Künstler und einen ganz anderen Charme. Zum Beispiel das Lakelive Festival am Bielersee, das in diesem Jahr vom 30. Juli bis 8. August stattfindet. Es gibt auch das Waldstock Steinhausen und das Bambole Openair in Winterthur, die im gleichen Zeitraum stattfinden und eine willkommene Abwechslung zu den großen Events bieten. Sie alle haben ihren eigenen Charakter und ihre eigene Zielgruppe.
Heute ist der 17. Juli 2026 und die Vorfreude auf das Basel Tattoo ist spürbar. Es wird ein Fest voller Musik, Emotionen und Gemeinschaft, das nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Helfer wie Pascal Roth zusammenbringt. Und während das große Spektakel in den kommenden Tagen beginnt, bleibt die Hoffnung, dass die Menschen weiterhin die Leidenschaft und das Engagement für die Kultur und die Musik spüren werden – egal, ob bei großen oder kleinen Festivals.
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