Rosenheim, eine Stadt, in der das Radfahren eigentlich ein Genuss sein sollte, hat in den letzten Wochen eine schockierende Reihe von Unfällen erlebt. Am 28. Mai 2026 kam es gleich zu vier Radunfällen, die einige Radfahrer in Mitleidenschaft zogen. Während die ersten beiden Stürze auf eigene Fahrfehler zurückzuführen waren, erlitten zwei Radfahrer Verletzungen, weil sie von abbiegenden Autofahrern übersehen wurden. Es ist ein besorgniserregender Trend, der ganz offensichtlich mehr als nur einen Blick auf die Verkehrssicherheit der Stadt erfordert.
Beginnen wir mit den Details der Vorfälle. In Stephanskirchen, genauer gesagt in Hofmühle, war eine 78-jährige Radfahrerin unglücklich und stürzte, als sie eine Brücke überqueren wollte. Der Verdacht auf Frakturen im Oberkörperbereich führte sie ins Klinikum Rosenheim – ihre Verletzungen sind ernst, und das Fahrrad hat auch seine 500 Euro Sachschaden abbekommen. Doch, wie die Polizei feststellte, war hier kein Fremdverschulden erkennbar.
Der Unfall in der Innenstadt
Ein weiterer Sturz ereignete sich in Rosenheim-Happing, wo eine 67-jährige Radfahrerin aufgrund einer gelockerten Schraube am Sattel stürzte. Prellungen und Schürfwunden blieben zurück, doch sie wurde ambulant behandelt und kam mit einem glücklichen Ende davon, ohne nennenswerten Sachschaden am Rad. Auch hier war kein Fremdverschulden zu erkennen.
In der Rosenheimer Innenstadt wurde es jedoch kritischer. Ein 44-jähriger Autofahrer übersah beim Rechtsabbiegen einen 55-jährigen Radfahrer, was zu einem heftigen Sturz führte. Blutende Wunden und Prellungen waren die Folge, und der Radfahrer musste ebenfalls ins Klinikum zur ambulanten Behandlung. Der Sachschaden an den Fahrzeugen belief sich auf etwa 5.000 Euro, und gegen den Fahrer wurde ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet. Ähnlich erging es einer 39-jährigen Autofahrerin, die beim Abbiegen einen 59-jährigen Radfahrer übersah. Auch er stürzte und erlitt Prellungen und Schürfwunden. Der Sachschaden betrug hier etwa 2.500 Euro, und auch gegen diese Fahrerin wird wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.
Ein tödlicher Vorfall
Doch die besorgniserregenden Nachrichten reißen nicht ab. Am 16. Mai 2026 ereignete sich ein tragischer Unfall in Rosenheim, bei dem ein 47-jähriger Radfahrer seinen schweren Verletzungen erlag. Passanten fanden ihn bewusstlos und schwer verletzt auf der Arnulfstraße, und trotz sofortiger medizinischer Hilfe konnte sein Leben nicht gerettet werden. Am 19. Mai starb er schließlich im Krankenhaus. Es bleibt unklar, wie es zu diesem Unfall kam, denn die Polizei hat bislang keine Hinweise auf Fremdverschulden gefunden. Ein Helm war zum Zeitpunkt des Sturzes nicht vorhanden – ein weiteres Beispiel dafür, wie wichtig Sicherheitsvorkehrungen sein können.
Die Stadtverwaltung sowie die Polizei haben bereits auf den Anstieg der Fahrradunfälle in städtischen Gebieten hingewiesen. Es wird ein Aufruf zur verstärkten Nutzung von Sicherheitsvorkehrungen, insbesondere von Fahrradhelmen, ausgesprochen. Die Verkehrssicherheit sollte für alle Beteiligten oberste Priorität haben, nicht nur für Radfahrer, sondern auch für Autofahrer.
Statistik und besorgniserregende Tendenzen
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Im Jahr 2024 war jede/r sechste der im Straßenverkehr Getöteten Radfahrende. Insgesamt starben 441 Radfahrerinnen und -fahrer bei Unfällen, darunter 192 mit Pedelecs. Die Zahl der tödlich verletzten Radfahrenden stieg seit 2014 um 11,4 %. Besonders alarmierend: 63,5 % der tödlich verletzten Radfahrenden waren 65 Jahre oder älter. Diese Entwicklungen machen deutlich, dass wir alle unseren Teil dazu beitragen müssen, die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen.
Es bleibt zu hoffen, dass diese schrecklichen Vorfälle in Rosenheim ein Weckruf für alle Verkehrsteilnehmer sind. Die Stadt und ihre Bürger sind gefordert, Verantwortung zu übernehmen und die Sicherheit im Straßenverkehr aktiv zu verbessern.