Heute ist der 19.05.2026 und in Rosenheim dreht sich alles um soziale Medien. Ein Thema, das uns alle betrifft, aber oft aus einer bestimmten Perspektive betrachtet wird: Wie inklusiv sind unsere digitalen Inhalte wirklich? Gerade in einer Zeit, in der Social Media für viele Menschen zur täglichen Routine geworden ist, wird es immer dringlicher, die Zugänglichkeit für blinde und sehbehinderte Personen zu berücksichtigen. Schließlich sollten nicht nur die Sehenden die lebhaften Bilder, die bunten Emojis und die cleveren Hashtags genießen können. Doch der Zugang zu diesen Inhalten ist für viele eine echte Herausforderung.
Screenreader sind für blinde und stark seheingeschränkte Menschen ein unverzichtbares Hilfsmittel. Diese technischen Wunderwerke lesen Inhalte von Bildschirmen vor, doch sie können nur das wiedergeben, was programmgemäß hinterlegt ist. Und hier fängt das Dilemma an: Viele Bilder in sozialen Medien sind nicht mit Alternativtexten versehen. Ohne diese beschreibenden Texte bleibt es bei einem schlichten „Bild“ oder „Foto“, was nicht wirklich informativ ist. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hat die Notwendigkeit erkannt und bietet eine hilfreiche Seite mit sieben Tipps zur inklusiven Gestaltung von Posts an. Diese Tipps nehmen Rücksicht auf die Nutzung von Screenreadern und Vergrößerungssoftware und sind ein Schritt in die richtige Richtung.
Die Bedeutung von Alternativtexten
Alternativtexte sind mehr als nur ein nettes Extra – sie sind ein Muss. Blinde Menschen benötigen sie, um die Informationen, die durch Bilder vermittelt werden, zu erfassen. Diese Texte sind für sehende Personen unsichtbar, aber für den Screenreader unverzichtbar. Sie helfen, den Inhalt des Bildes zu verstehen. Dabei ist es wichtig, dass Alternativtexte nicht mit Bildunterschriften verwechselt werden. Während Bildunterschriften oft zusätzliche Informationen bieten, sollten Alternativtexte nur das beschreiben, was im Bild zu sehen ist.
Der DBSV hat sogar eine Umfrage zur Gestaltung von Alternativtexten in sozialen Medien durchgeführt und die Ergebnisse in vier einfache Regeln zusammengefasst. Die erste Regel klingt simpel, ist aber entscheidend: Überlege dir, welche Information durch das Bild vermittelt werden soll. Und dann – ganz wichtig – formuliere diese Informationen „so ausführlich wie nötig, so wenig wie möglich“. Das klingt fast wie ein Aufruf zur Kunstfertigkeit, oder? Manchmal muss auch auf den Posting-Text verwiesen werden, wenn sich Informationen überschneiden. Dekorative Bilder hingegen brauchen keinen Alternativtext – sie sollten als „dekorativ“ gekennzeichnet werden, damit sie von Screenreadern ignoriert werden. So bleibt der Fokus auf den relevanten Inhalten.
Praktische Tipps für soziale Medien
Wenn du jetzt denkst, dass das alles recht theoretisch klingt, lass uns einen Blick auf die praktischen Tipps werfen! Egal, ob du auf Facebook, Instagram, X/Twitter oder LinkedIn aktiv bist – es gibt einfache Möglichkeiten, die Zugänglichkeit deiner Posts zu verbessern. Beginne damit, jedem Bild einen Alternativtext hinzuzufügen. Wenn du das nicht tust, bleibt den Screenreadern nur der kurze Hinweis „Bild“ oder „Foto“. Und sei vorsichtig mit Emojis! Zu viele von ihnen können das Vorlesen stören, da jeder Emoji einen eigenen, oft langen Alternativtext hat.
Hashtags sind ein weiteres wichtiges Thema. Sie sollten so gestaltet werden, dass jedes neue Wort mit einem Großbuchstaben beginnt, also etwa #HashtagInDieserForm. Das verbessert die Lesbarkeit für Screenreader enorm und sorgt dafür, dass die Informationen klarer und verständlicher vermittelt werden. Wer sich diese kleinen Kniffe zu Herzen nimmt, kann einen großen Unterschied machen. Und das ist doch schon mal ein schöner Schritt hin zu einer barrierefreien digitalen Welt.