Abstiegsschmerz und Neuanfang: Die Löwen zwischen Hoffnung und Realität
Heute ist der 8.06.2026 und die Sonne brennt schon ordentlich vom Himmel über Rosenheim. Doch in der Welt des TSV 1860 München sieht es alles andere als strahlend aus. Der Verein hat den Sprung in die Regionalliga nicht verhindern können und muss nun den schmerzhaften Weg in der vierten Liga antreten. Der Abstieg kam nicht überraschend, nachdem die Lizenz für die kommende Saison entzogen wurde.
Investor Hasan Ismaik, der seit 2011 eine entscheidende Rolle bei den Löwen spielt, hat klargestellt, dass er kein neues Geld zur Verfügung stellen wird. Stattdessen hat er sich in einem offenen Brief an die Fans gewandt, in dem er betont, dass der Verein nicht nur von einem Investor oder Präsidenten abhängig ist. Ismaik weist die Verantwortung für die missliche Lage von sich und kritisiert vor allem die Vereinsführung. Präsident Gernot Mang hat ebenfalls die Verantwortung für die aktuelle Situation abgelehnt und erklärt, dass die Geschäftsführung auf die Einhaltung von Zusagen vertraut hat.
Der schleichende Abstieg
Der Konflikt zwischen Ismaik und dem Verein hat sich über die Jahre hinweg angestaut. Letztlich führte eine missratene Kommunikation und fehlende Einigung über zwei Vertragswerke zwischen dem e.V. und der KGaA zum Abstieg. Ein nicht zu unterschätzender Punkt ist, dass die Budgethoheit seit 2021 beim Aufsichtsrat liegt, wo Ismaik die Stimmenmehrheit hat. In der letzten Saison war der TSV 1860 nicht in der Lage, seine Zahlungsfähigkeit beim DFB nachzuweisen – eine Frist, die bis Mittwoch um 17:00 Uhr eingehalten werden musste. Das Scheitern dieser Frist war der letzte Nagel im Sarg.
Die Erinnerungen an den letzten Abstieg in die Regionalliga 2017 sind schmerzhaft. Damals verweigerte Ismaik eine Zahlung von rund 10 Millionen Euro, was zu ähnlichen Konsequenzen führte. Und jetzt, nach einem weiteren Abstieg, sieht der Kader düster aus. Nur acht Spieler haben für die kommende Regionalliga-Saison einen Vertrag. Das klingt nicht gerade nach einem stabilen Fundament.
Ein neuer Anfang?
Der TSV 1860 plant, in der Regionalliga zu starten und hat bereits die Zulassung des Bayerischen Fußballverbandes erhalten. Die neue Saison wird mit 19 Vereinen beginnen, und die Vorzeichen sind alles andere als rosig. Trainer Alper Kayabunar wird als möglicher Nachfolger von Markus Kauczinski gehandelt, während der Kader voraussichtlich auseinanderbrechen wird. Ein wenig Hoffnung gibt’s vielleicht in der Tatsache, dass die zweite Mannschaft des TSV 1860 momentan in der 5. Liga spielt – eine ganz andere Welt, als damals, als man in der Regionalliga erfolgreich war.
Der Abstieg hat auch Auswirkungen auf die Fans. Viele zeigen weiterhin ihre Unterstützung für den Verein, aber die Enttäuschung ist unverkennbar. Die Hochstimmung, die mit der Verpflichtung von Spielern wie Kevin Volland und Florian Niederlechner einherging, schwindet langsam. Die beiden wurden als Teil eines langfristigen Projekts verpflichtet, doch jetzt hängt ihre Zukunft am seidenen Faden. Die Hoffnungen auf einen schnellen Aufstieg in die 2. Liga sind mit dieser Situation in unerreichbare Ferne gerückt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Mannschaft in der Regionalliga schlagen wird und ob sie die nötigen Impulse finden kann, um aus dieser Krise herauszukommen.
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