Die Welt des Fußballs ist oft ein Spiegelbild unserer Realität, und manchmal spiegeln sich darin auch die Schattenseiten des Lebens wider. Ein aktuelles Beispiel ist die Absage eines Fußball-Testspiels in Spanien. Die Nationalmannschaft der Demokratischen Republik Kongo sollte am 9. Juni in La Línea de la Concepción gegen Chile antreten, doch die Sorgen über einen Ebola-Ausbruch im Kongo haben die Planungen durchkreuzt. Bürgermeister Juan Franco entschied sich, das Spiel zu canceln, nachdem die vorgelegten Gesundheitsunterlagen als unzureichend eingestuft wurden. Es war eine Entscheidung für „äußerste Vorsicht“, und das kann man wirklich nachvollziehen.

Im Hintergrund brodeln die Ereignisse. Der Kongolesische Fußballverband hat zwar erklärt, alle notwendigen Maßnahmen zur Einhaltung der Auflagen getroffen zu haben, doch die Gesundheitsrisiken sind einfach zu groß. Besonders, wenn man bedenkt, dass seit April sowohl Kongo als auch Uganda mit einem Ebola-Ausbruch zu kämpfen haben. Diese gefährliche Krankheit wird durch direkten Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten übertragen – da muss man einfach vorsichtig sein.

Trainingslager in Gefahr

Und es kommt noch dicker: Die kongolesische Nationalmannschaft hat auch ihr geplantes dreitägiges Trainingslager in Kinshasa abgesagt. Teamsprecher Jerry Kalemo hat klargemacht, dass die Vorbereitung auf die Fußball-Weltmeisterschaft nun im Ausland stattfinden muss. Das klingt nach einer echten Herausforderung, denn die WM steht vor der Tür. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es im Kongo und in Uganda inzwischen mehr als 500 Verdachtsfälle und über 130 vermutete Ebola-Todesfälle, und der Großteil davon ist im Kongo zu verzeichnen. Einige Dutzend Fälle wurden sogar im Labor bestätigt. Das ist alles andere als beruhigend.

Die geplanten WM-Testspiele gegen Dänemark am 3. Juni in Lüttich und gegen Chile am 9. Juni in Südspanien sollen zwar wie geplant stattfinden, aber der Aufenthalt in Kinshasa ist gestrichen. Für die Spieler und den französischen Trainer Sébastien Desabre, die meisten von ihnen spielen in Frankreich, ist das keine einfache Situation. Alle Nationalspieler leben und arbeiten außerhalb des Landes, und die Mitarbeiter des Teams, die sich noch im Kongo aufhalten, müssen das Land schnellstmöglich verlassen. Es ist ein bisschen wie ein Spiel, bei dem die Regeln ständig geändert werden.

Ein Blick in die Zukunft

Die FIFA beobachtet die Lage genau und steht in engem Kontakt mit dem kongolesischen Verband. Man möchte sicherstellen, dass die Mannschaft und das Betreuerteam über alle medizinischen und sicherheitsrelevanten Vorgaben informiert sind. Ein bisschen wie ein Sicherheitsnetz, das die Spieler auffangen soll, während sie sich auf die WM freuen – die erste Qualifikation seit 1974! Das ist ein Grund zum Feiern, aber in diesen Zeiten auch ein Grund zur Besorgnis.

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Die Kongo-Nationalmannschaft wird in Gruppe K der WM auf Portugal, Kolumbien und Usbekistan treffen. Am 17. Juni in Houston, am 23. Juni in Guadalajara und schließlich am 27. Juni in Atlanta – das sind die nächsten Etappen. Man kann nur hoffen, dass bis dahin die Lage sich entspannt hat und die Mannschaft in voller Stärke antreten kann. Denn nichts wäre schöner, als die Rückkehr auf die große Bühne des Fußballs.