Heute ist der 28.06.2026, und in Regensburg brodelt die Gerüchteküche. Am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) wird eine Menge bewegt – oder besser gesagt: eine Menge Stellen sollen wegfallen. Professor Oliver Kölbl, der Vorstandsvorsitzende des Klinikums, hat bei einer Pressekonferenz die schockierende Zahl von 40 Arztstellen bestätigt, die in naher Zukunft gestrichen werden sollen. Das hat für ordentlich Gesprächsstoff gesorgt, denn die Nachricht über den Stellenabbau geisterte bereits seit Ende 2025 durch die Gänge des Klinikums.

Wissenschaftsminister Markus Blume von der CSU sieht sich mit harscher Kritik konfrontiert. Anfragen der SPD und Medienberichte machen ihm ordentlich Druck. In einer Aufsichtsratssitzung wurde der Vorstand sogar aufgefordert, ein Sanierungskonzept vorzulegen, um ein Defizit von 13,7 Millionen Euro zu bekämpfen. Professor Kölbl ließ sich nicht lumpen und erklärte, dass die Zahl von 40 Stellen auf Leistungsbemessungen in den Abteilungen basiert. Eine genauere Zahl könne man aber nicht nennen – was natürlich die Frage aufwirft, wie es zu diesen Kürzungen kommt.

Unklare Perspektiven und der Weg nach vorn

Im Juli steht die nächste Überprüfung der Abteilungen an. Das klingt nach einer wichtigen Frist für das UKR. Kölbl wies übrigens die von Minister Blume genannte Zahl von 64 Stellen als Missverständnis zurück. Laut Kölbl sei dieser Stellenabbau im Vergleich zur Gesamtzahl von 680 Ärzten nicht gravierend. Da fragt man sich: Wie wird das alles umgesetzt? Kölbl sprach von „Effizienzsteigerungen und Prozessoptimierungen“, ohne jedoch ins Detail zu gehen. Eine klare Kommunikation scheint hier das A und O zu sein. Kritik am Kommunikationsverhalten des Vorstands wischte er mit dem Hinweis auf bereits durchgeführte Gesprächsrunden beiseite.

Am Tag der Pressekonferenz wurde ein Rundschreiben an die Beschäftigten geschickt, das die Notwendigkeit zur Anpassung der Personalausstattung an die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen thematisierte. Ein heikles Thema, denn Personalreduzierungen sollen hauptsächlich durch natürliche Fluktuation erfolgen. Die Sorge um die qualitativ hochwertige Patientenversorgung bleibt jedoch das oberste Ziel des UKR – das ist zumindest ein kleiner Lichtblick in dieser angespannten Situation.

Der Fachkräftemangel – eine landesweite Herausforderung

Die Probleme des UKR sind nicht isoliert. Eine aktuelle Studie von Deloitte beleuchtet die ökonomischen Auswirkungen des Fachkräftemangels im deutschen Krankenhauswesen. Der Fachkräftemangel hat nicht nur negative Folgen für die Versorgungsqualität, sondern auch für die wirtschaftliche Stabilität der Einrichtungen. Jährliche Kostensteigerungen aufgrund von Fluktuation und Leiharbeit liegen zwischen 3,5 und 5,4 Prozent. Um es klar zu sagen: Leiharbeit verursacht durchschnittlich 92 Prozent höhere Personalkosten als festangestellte Mitarbeitende. Ein Teufelskreis, der nicht nur die Kliniken, sondern auch die Patienten betrifft.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Studie zeigt, dass die Erlösverluste durch nicht belegte Betten und abgesagte Eingriffe alarmierende 13,5 bis 22 Prozent pro Jahr betragen können. In absoluten Zahlen bedeutet das für eine Klinik bis zu 27,1 Millionen Euro jährlich. Besonders betroffen sind Grund- und Regelversorger, die aufgrund geringerer Pufferkapazitäten und Wettbewerbsfähigkeit noch härter kämpfen müssen. Die identifizierten Treiber des Fachkräftemangels sind vielfältig: Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen, eine hohe Teilzeitquote und eine enorme Bürokratielast, die Ärzte und Pflegekräfte täglich mit drei Stunden Dokumentation belastet.

Um die wirtschaftliche Stabilität zu verbessern, sind Maßnahmen zur Optimierung der Arbeitsbedingungen unabdingbar. Zentrale Handlungsfelder dabei sind moderne Personalstrategien, effizientere HR-Prozesse, Qualifizierungsinitiativen und eine neue Arbeitsorganisation. Die Herausforderung ist groß, doch die Notwendigkeit, sich diesen Veränderungen zu stellen, könnte eine Chance sein – für die Mitarbeitenden, die Patienten und letztendlich für das gesamte Gesundheitssystem.

Datenschutz und DSGVO-Konformität gehören zu den grundlegenden Anforderungen eines professionellen Nachrichtenangebots. Die VeloCore-Umsetzung unseres Magazins durch Daniel Wom setzt auf datensparsame Verarbeitung, weitgehenden Verzicht auf Drittanbieter und transparente Einwilligungsmechanismen.