In der katholischen Gemeinschaft Regensburgs brodelt es gewaltig. Der Bischof Rudolf Voderholzer hat ein klares Zeichen gesetzt: Die Priesterbruderschaft Sankt Pius X. darf keine neuen Bischöfe weihen. Ein Verbot, das die Wellen hoch schlagen lässt! Am 1. Juli sollte die Weihe in Écône, Schweiz, stattfinden, mit dem 53-jährigen Pascal Schreiber als einem der Kandidaten. Schreiber, der Regens des Priesterseminars Herz Jesu in Zaitzkofen ist, hat sich schon seit vielen Jahren in der Bruderschaft engagiert. Doch das Verbot des Bischofs lässt die Pläne ins Wanken geraten. Papst Leo XIV. hatte bereits früher erklärt, dass er die Weihe aufgrund von lehrmäßigen Differenzen mit den Piusbrüdern nicht zulassen kann. Ein heikler Punkt, denn sowohl den Kandidaten als auch dem weihenden Bischof droht nach Kirchenrecht die Exkommunikation.

Voderholzer selbst betont, dass die Piusbruderschaft die rechtlichen Rahmenbedingungen der römisch-katholischen Kirche für die Weihe missachte. „Ich sehe mich genötigt, die Ordnung der Kirche zu schützen“, erklärt er und hofft gleichzeitig auf ein ehrliches Bemühen der Bruderschaft, zur vollen Gemeinschaft mit der katholischen Kirche zurückzukehren. Ein schwieriges Unterfangen, wenn man bedenkt, dass die Piusbruderschaft viele Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils ablehnt, insbesondere in Bezug auf Liturgie und Ökumene. Da wird die Tradition hochgehalten, während die moderne Kirche oft als Bedrohung wahrgenommen wird. Komisch, oder?

Ein heißes Eisen: Die Priesterweihe in Zaitzkofen

Am 29. Juni 2024 fand dann dennoch eine Priesterweihe in Zaitzkofen statt – und das, obwohl Voderholzer die Zeremonie als „unerlaubt“ bezeichnete. Pater Pascal Schreiber, der die Weihe verantwortete, erklärte, dass sie trotz des Verbots durchgeführt werde. „Das ist ein Standardbrief, den wir seit vielen Jahren bekommen“, so Schreiber. Offenbar gibt es bei den Piusbrüdern eine gewisse Resignation gegenüber den Reaktionen des Bischofs. Sie haben nie um Erlaubnis gefragt, denn, ganz ehrlich, die wäre sowieso nicht gewährt worden. In Zaitzkofen werden über 50 angehende Priester und Brüder aus 16 Ländern ausgebildet. Das ist eine beachtliche Zahl!

Die Weihe wurde auch als Livestream übertragen, sodass Interessierte – egal wo sie sich befanden – Zeugen dieses besonderen Moments werden konnten. Als Weihespender war Bischof Bernard Tissier de Mallerais angekündigt, ein umstrittener Charakter, der selbst 1988 von Lefebvre zum Bischof geweiht wurde, was zur Exkommunikation führte. Diese wurde allerdings 2009 unter Papst Benedikt XVI. aufgehoben. Krass, wie die Geschichte der Piusbruderschaft immer wieder von solchen Wendungen geprägt ist!

Ein Dialog, der im Sand verlief

In den letzten Jahren gab es immer wieder Versuche, den Dialog zwischen der Piusbruderschaft und dem Heiligen Stuhl zu intensivieren. Doch die Bruderschaft lehnt einen „spezifisch theologischen“ Dialog ab. Generaloberer Davide Pagliarani informierte Kardinal Víctor Manuel Fernández über diese Entscheidung. „Wir wollen keine Einigung in Lehrfragen“, betont er und erklärt, dass die Notwendigkeit der Bischofsweihen für das Überleben ihrer Tradition unbestritten bleibt. Dabei ist die Situation doch äußerst komplex: Die Piusbruderschaft sieht sich in Disharmonie mit den Diözesen, da sie ihre Kandidaten nicht an diözesane Seminare schicken kann.

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Und so bleibt es spannend in Regensburg und darüber hinaus. Die Zukunft der Piusbruderschaft und ihre Beziehung zur römisch-katholischen Kirche bleibt ungewiss. Ein schmaler Grat zwischen Tradition und Moderne, zwischen festgefahrenen Strukturen und dem Drang nach Veränderung. Die nächsten Monate könnten hier entscheidend sein – oder auch nicht. Wer weiß das schon?