Am 27. Mai 2026 fand in Regensburg ein ganz besonderes Ereignis statt: das Abschluss-Symposium des Graduierten-Kollegs „Neurobiologie sozialer und emotionaler Dysfunktionen“. Über drei Tage, vom 8. bis 10. Mai, wurden hier nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse präsentiert, sondern auch die neuesten Fortschritte in der Forschung zu sozialen und emotionalen Störungen gefeiert. Ein beeindruckendes Unterfangen, das seit 2017 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit stolzen 10,5 Millionen Euro gefördert wird.
Im Fokus der Veranstaltung standen, wie könnte es anders sein, die Herausforderungen, die soziale und emotionale Störungen mit sich bringen. Diese sind schließlich Hauptsymptome zahlreicher psychischer Erkrankungen – von Depression über Angststörungen bis hin zu sozialen Phobien und Schizophrenie. Ein komplexes Feld, das nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für die Gesellschaft eine enorme Belastung darstellt. Hohe Rückfallquoten und ein Mangel an effektiven Therapiemöglichkeiten – da bleibt einem oft die Luft weg!
Ein interdisziplinäres Netzwerk
Das Graduiertenkolleg hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Mechanismen hinter diesen Fehlfunktionen auf molekularer, zellulärer und hormoneller Ebene zu erforschen. Das Besondere daran? Hier arbeiten gleich drei Fakultäten zusammen: Biologie und Vorklinische Medizin, Medizin sowie Humanwissenschaften. Ein interdisziplinärer Ansatz, der frischen Wind in die Forschung bringt und die Möglichkeit schafft, verschiedene Perspektiven zu integrieren.
Die Atmosphäre während des Symposiums war von Aufregung und Neugier geprägt. Internationale und nationale Gäste hielten spannende Vorträge über Themen wie Stress-Regulation, Empathie, soziale Furcht und Aggression. Es war wirklich beeindruckend zu sehen, wie die Doktorandinnen und Doktoranden der letzten Kohorte ihre Projekte in Kurzvorträgen und Posterpräsentationen vorstellten. Da war so viel Leidenschaft spürbar! Die junge Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zeigt, dass sie bereit ist, sich den Herausforderungen der psychischen Gesundheit zu stellen.
Die Herausforderungen der Forschung
Doch die Forschung ist alles andere als einfach. Die Komplexität sozialer und emotionaler Störungen erfordert eine Fokussierung auf ausgewählte Teilaspekte. Gerade hier liegt eine der größten Herausforderungen für Forscherinnen und Forscher: Der Mangel an projektübergreifendem und translationalem Blick kann für den wissenschaftlichen Nachwuchs riskant sein. Das Graduiertenkolleg bietet jedoch eine Lösung: Die Ausbildung von Doktoranden zur Integration molekularen Wissens in systemische Kontexte, sowohl physiologisch als auch klinisch.
Ein interdisziplinäres und translationales Ausbildungsprogramm, das nicht nur in Deutschland, sondern auch international ausgebildete Doktoranden anzieht. Die Forschungsfokusse reichen von der Untersuchung gesundem und pathologischen Sozial- und Emotionalverhaltens bis hin zu molekularen, zellulären und neuroendokrinen Aspekten. Ein breites Spektrum, das sowohl im Tiermodell als auch beim Menschen Anwendung findet. Die Methoden sind anspruchsvoll und komplementär, und die Betreuung erfolgt durch etablierte Wissenschaftler und jüngere Talente, die sich gegenseitig unterstützen.
Für die Doktorandinnen und Doktoranden bedeutet das nicht nur harte Arbeit, sondern auch die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten im wissenschaftlichen Management und in der Organisation eigener Projekte zu erweitern. Ein geplanter Aufenthalt in einem internationalen Kooperationslabor und jährliche Kongressbesuche runden das Programm ab und bieten einen wertvollen Einblick in die globale Forschungsszene.
So endete das Symposium mit viel Begeisterung und jeder Menge neuer Ideen. Prof. Dr. Inga Neumann, die Sprecherin des Graduiertenkollegs und Inhaberin des Lehrstuhls für Neurobiologie und Tierphysiologie an der Universität Regensburg, hat mit ihrem Team Großartiges geleistet. Es bleibt zu hoffen, dass die Erkenntnisse aus den letzten Jahren und die Leidenschaft der nachfolgenden Generationen dazu beitragen, die Behandlung psychischer Erkrankungen in Zukunft zu verbessern.