Heute ist der 22. Mai 2026, und in Regensburg gibt es einen Grund zum Feiern! Der 23. Mai steht vor der Tür und wird als erster bundesweiter Ehrentag begangen – ausgerufen von unserem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Ein Tag, der ganz im Zeichen des Ehrenamts und der Verfassung steht. Mit dem Motto „Für Dich. Für uns. Für alle“ soll eine Welle des Engagements durch Bayern und ganz Deutschland geschwappt werden.
Ja, der Ehrentag ist mehr als nur ein Datum im Kalender. Er ist eine Einladung an alle, sich zu engagieren und die vielen freiwilligen Helfer zu würdigen, die unser gesellschaftliches Leben so bunt und lebendig machen. Rund 27 Millionen Menschen in Deutschland setzen sich freiwillig ein, und bemerkenswerterweise sind es 40% dieser Engagierten, die in Bayern aktiv sind. Das zeigt, wie wichtig das Ehrenamt hierzulande ist. Aber es gibt auch Herausforderungen, die wir nicht ignorieren können.
Herausforderungen und Chancen im Ehrenamt
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 36,7% der Gesamtbevölkerung engagiert sich in einem Ehrenamt. Dabei zeigt der Deutsche Freiwilligensurvey, der alle fünf Jahre durchgeführt wird, dass insbesondere die Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen einen Rückgang in ihrem Engagement verzeichnet hat. Das ist von 44,7% im Jahr 2019 auf 40,4% in 2024 gesunken. Ein ganz schöner Einbruch, der uns zu denken geben sollte. Gründe dafür? Mangelnde Zeit und die Veränderungen in der Arbeitswelt sind dabei die Hauptfaktoren.
Aber auch die Bereitschaft, Führungspositionen im Ehrenamt zu übernehmen, ist gesunken. Nur noch 26% der Menschen möchten sich in eine solche Rolle begeben – ein Rückgang von 37% Ende der 1990er Jahre. Bei genauerem Hinsehen wird klar, dass die Herausforderungen für Ehrenamtliche, oft ohne Mitarbeiter zu arbeiten, enorm sind. Hier sind Stimmen wie die von Jörg Steinbach wichtig, der sich in der Hausaufgabenbetreuung und als Alltagslotse für Senioren engagiert. Er betont die Bedeutung von Freiwilligkeit im Ehrenamt und kritisiert Ansätze, die gemeinnützige Arbeit verpflichtend machen wollen.
Das Ehrenamt als gesellschaftliches Trainingsfeld
Doch trotz aller Herausforderungen bleibt das Ehrenamt ein wichtiges Trainingsfeld für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Besonders in Krisensituationen wie Katastrophenschutz und Rettungsdiensten zeigt sich, wie wichtig der Einsatz von Freiwilligen ist. Junge Menschen im Bayerischen Roten Kreuz betonen, dass Verantwortung und Vorbildfunktion wesentliche Aspekte ihres Engagements sind. Und es gibt auch positive Nachrichten: 80% der Ehrenamtlichen wollen ihr Engagement aufrechterhalten! Das lässt hoffen.
Was tun, wenn man sich engagieren möchte? Die Plattform www.ehrentag.de/aktion-finden bietet einen großartigen Überblick über die vielfältigen Aktivitäten bis zum 31. Mai. Da findet jeder etwas, das ihn anspricht. Egal, ob man sich für die Jugend, Senioren oder in klassischen Vereinen und Verbänden engagieren will – die Möglichkeiten sind schier endlos.
Ein Blick in die Zukunft
Und wie geht es weiter? Der Deutsche Freiwilligensurvey, der seit 1999 eine wertvolle Datengrundlage liefert, wird am 14. November 2025 seinen sechsten Kurzbericht veröffentlichen. Diese Daten sind entscheidend für die Engagementpolitik in Deutschland und bieten einen wertvollen Einblick in die Entwicklungen im Ehrenamt. Über 27.000 Menschen wurden befragt, und die Ergebnisse helfen, die gesellschaftlichen Trends zu verstehen und Programme entsprechend auszurichten.
In einer Welt, die sich ständig verändert, bleibt das Ehrenamt ein Fels in der Brandung. Es ist mehr als nur eine Tätigkeit – es ist ein Zeichen von Zusammenhalt, Verantwortung und Gemeinschaft. Lassen wir uns also inspirieren und feiern wir den Ehrentag mit voller Kraft, denn er ist ein Schritt in die richtige Richtung für unsere Gesellschaft!