Am Staatstheater Regensburg wird zurzeit eine ganz besondere Inszenierung aufgeführt, die die Herzen der Opernliebhaber höherschlagen lässt. Die Opernfassung von Stephen Kings „The Shining“ – ja, genau, das ist der Klassiker, der uns schlaflose Nächte beschert hat – wird vom Regisseur Sebastian Ritschel und Bühnenbildner Sam Madwar in Szene gesetzt. Die beiden haben sich einer Herausforderung gestellt, die nicht nur künstlerisch, sondern auch emotional ist. Die Inszenierung soll sich von Stanley Kubricks berühmtem Film von 1980 abheben, und das ist ganz klar eine gewaltige Aufgabe!
Das Publikum zeigt sich begeistert, obwohl die Inszenierung bewusst auf Provokationen wie Nacktheit verzichtet. Paul Moravec, der Komponist, und Mark Campbell, der Textdichter, sind dadurch sichtlich beruhigt. Ritschel hat betont, dass die Oper filmisch wirken soll, aber die ikonischen Bilder des Films nicht nachahmen darf. Das Libretto verlangt nach einer hohen Gegenständlichkeit, Abstraktion ist hier nicht gewünscht – ein mutiger Schritt, der sich im Laufe der Aufführung bemerkbar macht.
Ein Spiel mit der Angst
Das Setting ist das legendäre Grusel-Hotel, und man könnte fast meinen, die verschiedenen Räume würden sich schneller wechseln als die Gedanken der Hauptfigur Jack Torrance, der von Carl Rumstadt verkörpert wird. Die Oper wird als Gespenster-Oper beschrieben, die an die deutsche Romantik anknüpft, und das macht sie irgendwie besonders. Die dramatischen Situationen und die komplexe Geschichte stellen eine echte Herausforderung für die Darsteller dar. Ritschel selbst vermeidet den Begriff Horror-Roman und bezeichnet das Werk als Thriller – was für eine spannende Wendung!
Ein wenig Geduld ist allerdings gefragt: Die Oper kommt anfangs schwer in Gang, die Musik ist illustrativ und mystisch, was den Zuschauer in eine fast hypnotische Stimmung versetzt. Doch dann, als sich die Handlung entfaltet, wird deutlich, dass hier nicht nur Grusel, sondern auch einige Parodien zu finden sind, wie etwa Anspielungen auf Alfred Hitchcocks „Psycho“. Die Mischung aus Spannung und Humor tut der Aufführung gut.
Eine kraftvolle Darbietung
Die Darsteller – neben Carl Rumstadt auch Theodora Varga als Frau und Vitus Heumüller als Sohn Danny – bringen ihre Rollen mit einer Intensität auf die Bühne, die einen förmlich mitreißt. Generalmusikdirektor Stefan Veselka sorgt mit seiner kraftvollen musikalischen Leitung dafür, dass die Atmosphäre stimmt und die Emotionen greifbar werden. Es ist ein Fest für die Sinne, auch wenn die Inszenierung keine gesellschaftskritischen Ansprüche erhebt. Es geht hier um Unterhaltung pur, und das scheint das Publikum zu genießen – ein echter Leckerbissen für alle, die sich auf die dunklen Seiten der menschlichen Seele einlassen möchten!