Ein 79-jähriger Mann in Bayern macht derzeit von sich reden – und das aus nicht gerade erfreulichen Gründen. Er wird intensivmedizinisch aufgrund einer Bornavirus-Infektion behandelt, und das Landratsamt Regen hat diesen Fall nun bestätigt. Aber was steckt eigentlich hinter dieser mysteriösen Erkrankung? Woher kommt das Virus, und wie gefährlich ist es für uns?

Das Landesamt für Gesundheit (LGL) hat klargestellt, dass das Bornavirus, genauer gesagt das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1), hauptsächlich über die Feldspitzmaus auf den Menschen übertragen wird. Es ist nicht von Mensch zu Mensch übertragbar, also keine Panik – die Gefahr für die Bevölkerung bleibt gering, wie Amtsarzt Jürgen Dachl betont. Doch die Ansteckungsquelle des betroffenen Mannes bleibt unklar. Möglich sind sowohl direkter Kontakt zu den kleinen, aber gefährlichen Nagern als auch deren virushaltige Ausscheidungen, die wir im nächsten Absatz näher beleuchten.

Die unsichtbare Gefahr der Feldspitzmaus

In Deutschland werden jährlich weniger als zehn Fälle von Bornavirus-Infektionen registriert, wobei der Großteil der Fälle in Bayern auftritt. In den letzten Monaten haben wir sogar von mehreren Vorfällen gehört, die die beschauliche Region erschütterten. So verstarb im Herbst 2022 ein Mensch im Landkreis Tirschenreuth an den Folgen dieser Erkrankung, und auch in Augsburg und Bad Wörishofen gab es tödliche Infektionen, die für Aufsehen sorgten. Die Symptome einer Infektion sind alles andere als harmlos: Verwirrtheit, geistiger Abbau, Sprachstörungen und epileptische Anfälle können die Folge sein. Und das Schlimmste? Es gibt weder eine spezifische Therapie noch eine Impfung, um sich zu schützen.

Das Virus wird über Kot, Urin, Speichel und sogar die Haut von infizierten Feldspitzmäusen ausgeschieden. Diese kleinen Tierchen, die nicht zu den Nagetieren gehören (man nennt sie Insektenfresser), stehen sogar auf der Vorwarnliste für gefährdete Arten in Deutschland. In Bayern kommt BoDV-1 nahezu überall in der Feldspitzmauspopulation vor, außer im Nordwesten des Bundeslandes. Das ist schon irgendwie beunruhigend, wenn man darüber nachdenkt, dass es große Regionen in Deutschland gibt, in denen das Virus nicht nachgewiesen wurde – vor allem im Norden und Westen.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

In Anbetracht dieser gefährlichen Situation ist es umso wichtiger, sich der Risiken bewusst zu sein. Bei Arbeiten in Gebieten, in denen Feldspitzmäuse vorkommen, sollten entsprechende Schutzmaßnahmen getroffen werden. Das bedeutet: Gummihandschuhe, Schutzbrille und eine Feinstaubmaske sind Pflicht, wenn man mit toten Tieren oder deren Ausscheidungen in Kontakt kommt. Auch der Umgang mit Kadavern ist nicht ohne – hier empfiehlt es sich, diese in verschlossenen Plastiktüten zu entsorgen. Wer sich auf die Suche nach den kleinen Tierchen begeben möchte, sollte sie auf keinen Fall mit bloßen Händen anfassen!

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Die Forschung zu BoDV-1 ist bereits im Gange. Im Rahmen des Projekts „Zoonotic Bornavirus Focalpoint Bavaria“ (ZooBoFo), gefördert vom bayerischen Gesundheitsministerium, wird untersucht, wie das Virus übertragen wird und welche antiviralen Substanzen möglicherweise helfen könnten. Ziel ist es, mehr über das regionale Vorkommen des Virus und dessen Auswirkungen zu erfahren. Wer hätte gedacht, dass solche kleinen Tierchen solch große Probleme verursachen können? Die Welt steckt voller Überraschungen!

Bleiben wir also aufmerksam und vorsichtig. Die Natur ist manchmal unberechenbar, und es lohnt sich, sich über die kleinen Gefahren, die uns umgeben, zu informieren. Man weiß ja nie, welche Geschichten die nächsten Tage bringen werden.