Zweikampf um die Macht: AfD in Bayern zwischen Spaltung und Protest
Am 19. Juni 2026 wird die Stadt Passau zum Schauplatz eines hitzigen innerparteilichen Kampfes: Der Landesparteitag der bayerischen AfD findet an diesem Wochenende statt. Trotz stabiler Umfragewerte ist die Partei tief gespalten. Im Mittelpunkt steht der Machtkampf um den Vorsitz zwischen dem amtierenden Landesvorsitzenden Stephan Protschka und dem Bundestagsabgeordneten Reinhard Mixl. Beide Kandidaten mobilisieren ihre Anhänger, denn die Wahl gilt als offen und könnte durch die Unterstützung ihrer Basismitglieder entschieden werden.
Protschka, der an der Spitze der Partei steht, betont die Notwendigkeit einer Professionalisierung und die Fortführung eines erfolgreichen Kurses. Währenddessen versucht Mixl, die internen Konflikte in den Hintergrund zu drängen und die Partei wieder zu einen. Der Druck ist hoch, und die Auseinandersetzungen zwischen den beiden Lagern sind nicht nur hörbar, sondern auch sichtbar. Der letzte Landesparteitag im Herbst 2022 war bereits von internen Machtkämpfen geprägt, und die aktuellen Spannungen lassen auf eine Fortsetzung dieser Tradition schließen.
Demonstrationen und Sicherheitsvorkehrungen
Doch nicht nur innerhalb der AfD brodelt es. Acht Demonstrationen sind gegen den Parteitag angemeldet, mit einer Gesamtzahl von etwa 5.000 Protestierenden. Die größte Aktion wird mit 2.000 Teilnehmern vor der Dreiländerhalle erwartet. Um die Sicherheit zu gewährleisten, hat die Polizei ihre Einsatzkräfte erhöht und eine Flugverbotszone für Drohnen eingerichtet. Es ist ein Zeichen dafür, dass die öffentliche Wahrnehmung der AfD alles andere als positiv ist – die Proteste stehen im Kontrast zu den politischen Ambitionen der Partei.
Der interne Streit in der AfD hat in den letzten Wochen an Intensität gewonnen. Ein Abwahlantrag zur Abberufung mehrerer Vorstandsmitglieder wurde eingereicht. Protschka selbst ist nicht direkt betroffen, ruft jedoch zur Abwahl seines eigenen Vorstands auf. Das ist schon ein bisschen paradox, oder? Es ist nicht leicht, mit nur 40 Prozent Rückhalt zu agieren, was Protschka nur allzu gut weiß. Die Schatzmeister warnen vor einem möglichen Finanzchaos vor den Kommunalwahlen, falls die Abwahl tatsächlich erfolgt. Das alles geschieht im Kontext der bevorstehenden Kommunalwahlen im März 2026, die für die AfD entscheidend sein könnten.
Ein Machtkampf ohne Ende?
Die internen Querelen haben sogar das Bundesschiedsgericht der AfD erreicht, das eine Entscheidung des Landesschiedsgerichts aufgehoben hat, die eine Neuwahl des Landesvorstands gefordert hatte. Diese Auseinandersetzungen zeigen nicht nur die Schwächen der Partei, sondern auch die tiefen Risse, die zwischen den gemäßigten Anhängern und den Unterstützern des rechtsextremen Politikers Björn Höcke sichtbar werden. Persönlichkeiten wie Katrin Ebner-Steiner und Christoph Maier stehen für die Neuwahl, während andere wie Martin Böhm und René Dierkes sich gegen diese wenden. Letztere werden zudem vom bayerischen Verfassungsschutz beobachtet – ein weiterer Beweis für die brisante Lage innerhalb der AfD.
Am Samstag in Greding scheiterte ein Abwahlantrag gegen den bayerischen AfD-Landesvorstand. Von den anwesenden Mitgliedern stimmten 57 Prozent für die Abwahl, aber das reichte nicht für eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Die innerparteilichen Machtspiele scheinen somit im Moment auf einem Stillstand zu sein, was die Stimmung unter den Mitgliedern nicht gerade verbessert. Vorwürfe wie Untätigkeit und Intrigenspiele machen die Runde, während die Spitze der Partei weiterhin versucht, die Kontrolle zu behalten.
Und während diese inneren Konflikte die Schlagzeilen dominieren, zeigt sich die AfD in der Öffentlichkeit stabil – eine Forsa-Umfrage bescheinigt der Partei 19 Prozent Zustimmung. Das Ziel bleibt klar: eine flächendeckende Etablierung in Bayern bei den Kommunalwahlen. Protschka kündigte an, Gespräche zur Aufarbeitung des Parteitags zu führen. Ob das reicht, um die Wogen zu glätten? Das bleibt abzuwarten.
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