Am 27. April 2026 wurde Hubert Stärker beim Landesjägertag in Straubing zum neuen Präsidenten des Bayerischen Jagdverbands gewählt. In einer spannenden Kampfkandidatur setzte er sich mit 354 Stimmen gegen den amtierenden Präsidenten Ernst Weidenbusch durch, der 316 Stimmen erhielt. Mit einem Stimmenanteil von 51,68 Prozent wird Stärker nun die Geschicke des Verbands bis 2030 lenken und folgt damit Weidenbusch nach sechs Jahren an der Spitze.

Der 48-jährige Stärker, wohnhaft in Augsburg, ist nicht nur verheiratet und Vater von drei Kindern, sondern auch Diplom-Kaufmann und führt einen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb, der auch Teichwirtschaft umfasst. Anders als sein Vorgänger, der CSU-Abgeordneter war, hat Stärker kein Parteibuch und sieht dies als Vorteil. Sein Ziel ist es, den Verband zusammenzuführen und die Kommunikation mit den ehrenamtlichen Mitgliedern sowie den Kreisgruppen zu stärken.

Ein neuer Kurs im Jagdverband

Stärker steht für den Grundsatz „Wald mit Wild“ und setzt sich für angepasste Wildbestände ein. Er sieht den Wildverbiss in Bayern nicht als flächendeckend zu hoch an und schlägt Rotwild-Korridore vor. Diese Ansätze werden im Kontext der neuen Herausforderungen diskutiert, die bei der Versammlung ebenfalls auf der Agenda standen. Dazu zählten der Umgang mit der Gams, die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht und Hygieneregeln bei der Vermarktung von Wildbret.

Sein Vorgänger, Ernst Weidenbusch, der seit Dezember 2020 im Amt war, nahm die Niederlage „persönlich entspannt“ auf und bleibt weiterhin Mitglied im Verband. Vor der Wahl wies er Manipulationsvorwürfe zurück und erklärte, dass die Stimmenanzahl aufgrund überhöhter Mitgliederzahlen angepasst wurde.

Wichtige Wahlen und Themen

Beim Landesjägertag wurden auch die Vizepräsidenten gewählt. Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg wurde als 1. Vizepräsident mit rund 80 Prozent der Stimmen gewählt, gefolgt von Sebastian Ziegler (2. Vizepräsident, knapp 59 Prozent) und Thomas Bär (3. Vizepräsident, knapp 54 Prozent). Diese neuen Führungsmitglieder werden Stärker in seiner Amtszeit unterstützen.

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Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die Neuerungen im Bayerischen Jagdgesetz, die am 1. April in Kraft traten. Diese betonen die stärkere Eigenverantwortung von Grundeigentümern, sodass Rehwild ohne behördlichen Abschussplan bejagt werden kann, wenn die Grundeigentümer dies wünschen. Zudem wurden Wolf und Goldschakal erstmals in das bayerische Jagdrecht aufgenommen, was für zusätzliche Diskussionen innerhalb der Jägerschaft sorgt.

Der Verband in der Zukunft

Mit über 80.000 Jagdscheininhabern in Bayern, von denen rund 50.000 im bayerischen Jagdverband organisiert sind, steht der Verband vor großen Herausforderungen und Chancen. Die Machtkämpfe innerhalb des bayerischen Jagdverbands, auch auf regionaler Ebene, sind seit vielen Jahren ein Thema. Die Kreisgruppen Bad Kissingen und Neuburg an der Donau wurden aus dem Verband ausgeschlossen, und Wirtschafts- und Jagdminister Hubert Aiwanger hat sich für eine Schlichtung der Konflikte eingesetzt.

Stärker plant, für mehr Transparenz zu sorgen und einen respektvollen Dialog mit den Kreisgruppen und Mitarbeitern zu führen, um ausgeschlossene Gruppen zur Rückkehr zu gewinnen. Mit einem frischen Wind und klaren Zielen könnte Hubert Stärker das Ruder des Bayerischen Jagdverbands wieder auf Kurs bringen und die Jägerschaft in Bayern neu vereinen.