Olivier Latry: Ein musikalisches Abenteuer in Nürnberg
Heute ist der 30.06.2026 und Nürnberg wird bald zum Schauplatz eines ganz besonderen musikalischen Ereignisses. Olivier Latry, der Starorganist von Notre-Dame, wird beim Musikfest ION die Orgel in Sankt Sebald zum Klingen bringen. Ein Mann, der die französische Romantik mit einer Prise Spontaneität verbindet. Das klingt nicht nur nach Musik, das klingt nach einem Erlebnis, das man nicht verpassen sollte!
Latry hat in den letzten Jahrzehnten so viele Geschichten an der berühmten Orgel von Notre-Dame geschrieben, dass man meinen könnte, er sei ein Teil des Mauerwerks selbst. Seit 1989 spielt er in Sankt Sebald – und das nicht einfach so. Die Anpassung an neue Instrumente fordert seine Zeit, zwischen acht und zehn Stunden muss er investieren, um sich voll und ganz auf den Klang und die Seele eines neuen Instruments einzustellen. Aber die Mühe lohnt sich! Bei seinem Konzert wird er ein Programm präsentieren, das Werke von César Franck, Louis Vierne und Maurice Duruflé umfasst, ergänzt durch Transkriptionen von Johann Sebastian Bach. Und das Beste? Am Ende wird er das Publikum mit einer Improvisation überraschen, die auf einem Thema basiert, das ihm direkt aus dem Publikum zugeflüstert wird. Wie spannend ist das denn?
Die Magie der Improvisation
Improvisation ist für Latry mehr als nur eine Technik; sie ist eine Leidenschaft. Wenn er an der Orgel sitzt, fühlt er sich frei und ohne jeglichen Druck. Es ist fast so, als ob die Tasten und Pfeifen mit ihm sprechen. In diesen Momenten, sagt er, findet die wahre Magie statt. Nach dem verheerenden Brand von Notre-Dame hat er in einer anderen Kirche gespielt, während er sehnsüchtig auf die Wiedereröffnung wartete. Die gute Nachricht ist, dass die Orgel von Notre-Dame den Brand gut überstanden hat und Latry war beim ersten Wiedersehen 2024 überrascht über den veränderten Klang. Ein Klang, der jetzt eine noch tiefere Geschichte erzählt.
Latry betont, dass die Orgel von Notre-Dame nicht nur ihm gehört. Sie gehört der gesamten Öffentlichkeit. Ein Gedanke, der so viel Gewicht hat! Die besten Momente für ihn finden nicht bei Staatsgästen oder besonderen Anlässen statt, sondern während der Sonntagsliturgie. Da, wo die Musik mit dem Glauben verschmilzt und eine Atmosphäre schafft, die man kaum in Worte fassen kann.
Die Königin der Instrumente
Doch was macht die Orgel eigentlich so besonders? Man könnte sagen, sie ist die „Königin der Instrumente“. Sie kann Millionen von Klangfarben erzeugen und ist ein wahres Kunstwerk, geschaffen von Orgelbauern, Architekten und Bildhauern. Jede Orgel hat eine eigene Persönlichkeit, eine starke Verbindung zu ihrem Raum, die den Klang und das Klangerlebnis prägt. In Kirchen, Konzertsälen, Schulen oder sogar privaten Haushalten – überall findet man sie, und überall erzählt sie ihre eigene Geschichte.
Die Pfeifenreihen, auch Register genannt, sind nach Tonhöhe und Klang sortiert, und ihre Bauart variiert. Wie faszinierend! Der Klang einer einzelnen Pfeife kann an die Töne von Violinen oder Flöten erinnern. Es ist fast so, als würde die Orgel mit den Instrumenten der anderen um die Wette spielen. Bedient wird sie über einen Spieltisch, wo der Organist die Tasten drückt, um den Klang zu entfesseln. Der erzeugte Klang ist das Resultat des Orgelwinds, der durch die Pfeifen strömt. Dabei zählt die Orgel trotz ihrer Tasten auch zu den Holzblasinstrumenten – ein kleiner, aber feiner Unterschied, der die Vielfalt der Musik aufzeigt.
Die ersten Orgeln hatten übrigens keine Tasten, sondern die Töne wurden durch das Herausziehen einer Holzlatte erzeugt, die den Wind regulierte. Damals wurde die Orgel sogar als „Wasserpfeife“ bezeichnet, weil der benötigte Wasserdruck eine zentrale Rolle spielte. Heute sind Orgeln wahre Meisterwerke der Ingenieurskunst, die uns auch in Nürnberg verzaubern werden.
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