Heute ist der 30.04.2026 und wir blicken auf einen bedeutenden Verbandstag der Bäcker in Neumarkt in der Oberpfalz zurück. Die Veranstaltung, die von der Obermeisterin der Neumarkter Bäcker, Stefanie Lehmeier, und ihrer Stellvertreterin Gertraud Straubmeier organisiert wurde, versammelte Politiker aus München und Berlin, um einen fachlichen Austausch und politischen Dialog zu fördern. Angesichts steigender Kosten für Energie und Rohstoffe, bürokratischer Belastungen und des drängenden Fachkräftemangels ist es kein Wunder, dass die Branche mehr Lobbyarbeit fordert.

Die Themen, die die Bäcker im Landkreis beschäftigen, wurden in einem inspirierenden Grußwort von Neumarkts Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn angesprochen. Er unterstrich die immense Bedeutung des Bäckerhandwerks für die Region. Der Festabend, der mit Musik, Tanz und Zauberei aufwartete, stärkte den kollegialen Zusammenhalt und rundete das gesellige Miteinander ab. Den Auftakt am Sonntag machte ein „Weckruf“ der Werkvolkkapelle Neumarkt, der den Teilnehmern den Schwung für die nächsten Diskussionen verlieh.

Politischer Dialog und aktuelle Herausforderungen

Die Grußworte von Landesinnungsmeister Günter Wagner, Landrat Willibald Gailler, Landwirtschaftsminister Alois Rainer und Finanzminister Albert Füracker verdeutlichten die Herausforderungen, vor denen das Bäckerhandwerk steht. Besonders die Notwendigkeit einer stärkeren Sichtbarkeit kleinerer und mittelständischer Betriebe gegenüber politischen Entscheidungsträgern wurde thematisiert. In einer Podiumsdiskussion über „Interessenvertretung und Lobbyarbeit“ wurde deutlich, dass die Lobbyarbeit unerlässlich ist, um die Zukunftsfähigkeit des Bäckerhandwerks zu sichern.

Die Politiker betonten die Bedeutung des direkten Dialogs mit Handwerksorganisationen und riefen die Branche auf, die bestehenden Kommunikationswege intensiver zu nutzen. Die Forderung nach einer stärkeren Bündelung und klareren Positionierung der Interessenvertretung wurde lautstark geäußert. Jürgen Kilger, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, hob die zentrale Funktion von Verbänden und Innungen hervor und stellte klar, dass Engagement, Vernetzung und kontinuierlicher Austausch zwischen Handwerk und Politik notwendig sind.

Ein Jahr der starken Interessenvertretung

Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass nach dem Ende der Ampel-Koalition und dem Amtsantritt der schwarz-roten Bundesregierung unter Bundeskanzler Merz viele Erwartungen an einen Politikwechsel geknüpft sind. Das Bäckerhandwerk hat 15 konkrete Forderungen an die neue Regierung gestellt, von denen sechs zentrale Anliegen bereits in den Koalitionsvertrag aufgenommen wurden. Dazu gehören unter anderem Arbeitszeitregelungen an Sonn- und Feiertagen, Bürokratieabbau und die Abschaffung der Bonpflicht.

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Ab Juli 2025 können Betriebe von attraktiven steuerlichen Erleichterungen profitieren, die Investitionen erleichtern. So sind Maschinen und Geräte bis zu 30 % degressiv abschreibbar und E-Fahrzeuge können im Anschaffungsjahr mit 75 % geltend gemacht werden. Auch die Abschaffung der Gasspeicherumlage zum 31. Dezember 2025 wird den Betrieben jährliche Einsparungen bringen. Die Bundesregierung hat zudem den Bürokratierückbau zur Chefsache erklärt, was Hoffnungen auf eine Entlastung der Betriebe nährt.

Dennoch bleibt der Fachkräftemangel eine große Herausforderung, und der Zentralverband setzt sich weiterhin für den Abbau bürokratischer Hürden, steuerliche Erleichterungen und flexible Arbeitszeitregelungen ein. Die Branche bleibt gefordert, um die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands zu sichern und die politische Präsenz in Brüssel zu stärken.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Zusammenkunft in Neumarkt nicht nur ein Ort des Austauschs und der Vernetzung war, sondern auch ein wichtiger Schritt in Richtung einer stärkeren Interessenvertretung für das Bäckerhandwerk in Bayern und darüber hinaus.