Zeckenalarm im Sommer: Wie gefährlich sind die kleinen Plagegeister wirklich?
Heute ist der 30.06.2026 und der Sommer hat Einzug gehalten in Neuburg-Schrobenhausen. Die Temperaturen steigen, die Sonne brennt – und mit ihr beginnt auch die Zeckensaison in vollem Gange. Das bedeutet für viele von uns ein erhöhtes Risiko für Krankheiten wie FSME und Borreliose. Es ist nicht nur der sprichwörtliche „Schweiss auf der Stirn“, der uns hier ins Schwitzen bringt, sondern auch die ständige Gefahr, von einer dieser kleinen Plagegeister erwischt zu werden!
Ärztesprecher Mattias Fischer-Stabauer berichtet von einem Anstieg der Zeckenstichfälle in den Arztpraxen. Aktuell sind es mindestens 10 bis 20 Fälle pro Woche, die in Neuburg zu verzeichnen sind. Gerade in den letzten Jahren hat sich die Situation verschärft: Die Zahl der Borreliose-Fälle im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen hat sich von 2024 auf 2025 nahezu verdoppelt – von 12 auf bereits 21 Fälle. Bis Mitte Juni 2026 wurden zudem 8 Borreliose-Fälle registriert. Im Gegensatz dazu gibt es erfreulicherweise keine FSME-Fälle seit 2025, was zum Teil auf die hohe Impfquote zurückzuführen ist.
Ein Blick auf die Zahlen
<pDie Statistiken sprechen eine deutliche Sprache: Im Jahr 2024 wurden durch Zeckenstiche 24 Todesfälle in Deutschland verzeichnet. Davon waren 15 auf Borreliose und 9 auf FSME zurückzuführen. Im Jahr 2023 waren es ebenfalls 19 Todesfälle, die sich auf ähnliche Ursachen zurückführen ließen. Die Zunahme der Zeckenaktivität ist nicht zu übersehen, und die steigenden Temperaturen tragen ihren Teil dazu bei. Bis zum 13. April 2026 meldete das Robert Koch-Institut (RKI) bereits 918 Borreliose-Fälle und 11 FSME-Fälle.
Eine Schutzimpfung gegen FSME besteht aus drei Dosen, mit Auffrischungen alle 3 bis 5 Jahre. Allerdings haben fast alle Erkrankten in den vergangenen Jahren entweder nicht oder unzureichend geimpft. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, sich über die Risiken und die richtige Vorsorge zu informieren. Im Gegensatz zur FSME gibt es gegen Borreliose keinen zugelassenen Impfstoff. Wenn man von einer Zecke gebissen wird, ist eine frühzeitige antibiotische Behandlung entscheidend.
Die heimlichen Gefahren und neue Beobachtungen
Ein weiteres Thema, das die Forscher aktuell beschäftigt, ist die Hyalomma-Zecke, die über Zugvögel nach Deutschland gelangen könnte. Es ist noch unklar, ob sich diese Zecke hierzulande ausbreiten kann, doch steigende Temperaturen und geringere Luftfeuchtigkeit könnten begünstigend wirken. Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen ist bislang kein Fall einer Hyalomma-Zecke bekannt, was uns vielleicht einen kleinen Moment der Ruhe verschafft.
Doch es bleibt wichtig, nach jedem Ausflug in die Natur gründlich nach Zecken zu suchen. Fischer-Stabauer empfiehlt, bei einem Zeckenbiss sofort in die Arztpraxis zu gehen, um die Zecke korrekt zu entfernen. Schließlich kann der FSME-Erreger bereits innerhalb von zehn Minuten nach einem Stich übertragen werden, während der Borreliose-Erreger erst nach mehreren Stunden Blut saugen aktiv wird. Eine gute Portion Vorsicht ist also ratsam!
Langfristige Auswirkungen und Forschung
Das Robert Koch-Institut beschäftigt sich intensiv mit den Auswirkungen von Klimaveränderungen auf Vektor- und Nagetier-assoziierte Infektionskrankheiten. Studien zeigen, dass Borreliose eine bakterielle Zoonose ist, die nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für den öffentlichen Gesundheitsschutz in Deutschland von Bedeutung ist. Die Vorkommen, Verbreitung und Übertragungswege von Borreliose werden im Bundesgesundheitsblatt behandelt und sind ein wichtiges Thema in der epidemiologischen Forschung.
In diesem Kontext sind die Ergebnisse von Querschnittserhebungen über spezifische Antikörper in der Bevölkerung von großem Interesse. Die Studien zeigen auf, wie wichtig es ist, auch in Zukunft wachsam zu sein und die eigene Gesundheit im Blick zu behalten. Denn die kleinen Biester – die Zecken – sind nicht nur lästig, sie können auch ernsthafte Folgen haben.
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