In der Neuburger Sudetenlandstraße ging am Freitagabend, gegen 22.50 Uhr, ein schockierender Vorfall über die Bühne, der uns einmal mehr vor Augen führt, welche Gefahren mit Alkohol am Steuer einhergehen. Eine 42-jährige Autofahrerin aus Neuburg-Schrobenhausen fuhr in stadteinwärtiger Richtung und kam offenbar zu weit nach links auf die Gegenfahrspur. Das Ergebnis? Ein Schaden, der sich gewaschen hat: Insgesamt vier geparkte Autos wurden beschädigt, und die Fahrerin selbst blieb glücklicherweise unverletzt.

Der Unfall hätte aber ganz anders ausgehen können. Während die Autos in der Sudetenlandstraße nun einen schrecklichen Anblick bieten, zeigte der Alkoholtest der Fahrerin 0,8 Promille an. Dazu kommt, dass sie auch unter dem Einfluss von Medikamenten stand. Nach dem Zusammenstoß, bei dem die linke Seite eines geparkten Autos berührt wurde, folgte der Aufprall auf ein weiteres, und die Polizei hat bereits ein Strafverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs in Aussicht gestellt. Ihr eigenes Fahrzeug war danach nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden. Der Schaden am eigenen Wagen beläuft sich auf etwa 4000 Euro, während die geparkten Autos mit rund 13.000 Euro zu Buche schlagen.

Alkohol am Steuer: Ein immer wiederkehrendes Problem

Der Vorfall in Neuburg-Schrobenhausen ist kein Einzelfall. Tatsächlich zeigt die Statistik, dass die Zahl alkoholbedingter Verkehrsunfälle in Deutschland seit den 70er Jahren zwar gesunken ist, aber dennoch alarmierende Ausmaße hat. Im Jahr 2022 gab es 214 Todesfälle und 19.820 Verletzte durch Alkoholunfälle. Ein Anstieg im Vergleich zu 2021, der uns wenig Anlass zur Freude bietet. Alkohol wirkt enthemmend, fördert Leichtsinn und Selbstüberschätzung. Und das ist noch nicht alles: Bereits ab 0,5 Promille verdoppelt sich die Unfallwahrscheinlichkeit, bei 1,5 Promille steigt sie sogar um das 25-Fache.

Besonders an Feiertagen und Großveranstaltungen müssen wir uns warm anziehen. Die Unfallzahlen steigen, und die Empfehlung, einen „Designated Driver“ für Gruppenausflüge zu benennen, wird immer relevanter. Dabei wird oft der Restalkohol unterschätzt, der auch am nächsten Morgen noch die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen kann. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass starker Kaffee oder Cola den Alkoholabbau beschleunigen. Der Körper baut etwa 0,15 Promille pro Stunde ab, und das variiert je nach Körpergewicht und Konstitution. Ein ganz schöner Teufelskreis, den wir da im Straßenverkehr haben.

Die Zahlen sprechen für sich

Im Jahr 2024 wurden in Deutschland 34.700 Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss registriert. Ein Blick auf die Feiertage zeigt, dass Christi Himmelfahrt (Vatertag) mit 287 Alkoholunfällen der Tag mit den meisten Vorfällen war. Generell sind Wochenenden und Feiertage die Zeit, in der die Unfälle ihren Höhepunkt erreichen. Die Statistiken belegen, dass 39 Prozent der Alkoholunfälle mit Personenschaden von Pkw-Fahrenden verursacht wurden, während 43 Prozent auf Fahrradfahrende zurückgehen. Ein Phänomen, das uns alle betrifft: Es gibt kaum eine Altersgruppe, die so stark in diese Unfälle verwickelt ist wie junge Verkehrsteilnehmer, insbesondere Männer zwischen 25 und 34 Jahren.

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Der TÜV-Verband sieht Handlungsbedarf und fordert eine Veränderung in der Aufklärungsarbeit bezüglich Alkohol und Mobilität. Das Augenmerk sollte nicht nur auf den motorisierten Individualverkehr gelegt werden, sondern auch auf Rad- und E-Scooter-Fahrende. Mit einer Senkung der Grenze für die Anordnung einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) von 1,6 auf 1,1 Promille könnten wir vielleicht ein Stück weit zur Sicherheit im Straßenverkehr beitragen.