Ulm im Stillstand: Warnstreik im Nahverkehr sorgt für Chaos am Freitag
Am Freitag, dem 19. Juni, wird sich in Ulm das öffentliche Nahverkehrsnetz in einen ungewissen Zustand verwandeln. Die Gewerkschaft Verdi hat zum fünften Mal einen Warnstreik bei der SWU mobilisiert. Das bedeutet konkret: Busse und Bahnen werden weitestgehend ausfallen. Wer also auf den ÖPNV angewiesen ist, sollte sich besser auf alternative Fortbewegungsmöglichkeiten vorbereiten. Zumindest die Fahrerinnen und Fahrer der SWU Verkehr haben sich ebenfalls zum Solidaritätsstreik aufgerufen – ein Zeichen, dass hier alle an einem Strang ziehen.
Die betroffenen Verhandlungen betreffen insgesamt 233 Beschäftigte bei SWU mobil und SWU Verkehr. Bei den Tarifverhandlungen fordert Verdi unter anderem eine 13-prozentige Fahrdienstzulage sowie einen Nahverkehrszuschlag von 5 Prozent. Und hey, auch eine Lehrfahrerzulage von 10 Euro ist auf der Wunschliste. Das Angebot in der vierten Verhandlungsrunde wurde von der Gewerkschaft als unzureichend bezeichnet. Die bisherigen Warnstreiks fanden größtenteils am Wochenende statt – doch dieser hier fällt auf einen Werktag. Das betrifft nicht nur Schüler, sondern auch Pendler, die auf die gewohnte Mobilität angewiesen sind.
Der Druck steigt
Der letzte Warnstreik am 6. Juni war bereits ein deutliches Zeichen, doch die Lage hat sich nicht verbessert. Verdi hat den aktuellen Warnstreik mit einem längeren Vorlauf angekündigt, was bedeutet, dass die Beteiligten sich intensiv auf die kommenden Herausforderungen vorbereitet haben. Der nächste Verhandlungstermin im Tarifstreit ist für den 23. Juni angesetzt. Verdi hofft, dass die SWU den Konflikt vor Juli löst, da zahlreiche Stadtfeste und Events anstehen. Ein weiterer Grund, warum die Situation so angespannt ist.
Im Kontext des bundesweiten Streiks im kommunalen Nahverkehr, der am 2. Februar 2026 stattfinden soll, sieht die Lage nicht besser aus. Verdi ruft die Beschäftigten in allen 16 Bundesländern zu Streiks auf – nicht nur in Ulm, sondern auch in Städten wie Berlin, Hamburg und Bremen. Die Forderungen sind klar: bessere Arbeitsbedingungen im kommunalen ÖPNV, darunter eine Verkürzung der Wochenarbeitszeiten, längere Ruhezeiten und höhere Zuschläge für Nacht- und Wochenendarbeit. Christine Behle, stellvertretende Verdi-Vorsitzende, hat deutlich gemacht, dass die Beschäftigten unter immensem Druck stehen. Diese Herausforderungen bringen nicht nur die Beschäftigten an ihre Grenzen, sondern gefährden auch die Daseinsvorsorge, die der öffentliche Nahverkehr für viele darstellt.
Für die rund 100.000 Beschäftigten in den städtischen Verkehrsunternehmen ist klar: Wenn sich die Arbeitgeber nicht bewegen, könnte es zu einem großflächigen Stillstand der Verkehrsangebote kommen. Die Zeit drängt, und die Zeichen stehen auf Sturm.
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