Am 30. Juni 2026 verabschiedete sich Michael Keck, der Polizeichef von Neu-Ulm, nach 45 Jahren von seinem Posten. Ein ganzes Leben in Uniform, das in einem Festakt im Edwin-Scharff-Haus gebührend gewürdigt wurde. Der Saal war gefüllt mit Kollegen, Freunden und politischen Vertretern, die gemeinsam auf eine Ära zurückblickten, die von Herausforderungen und Veränderungen geprägt war. Thorsten Ritter wurde als sein Nachfolger vorgestellt – ein neuer Abschnitt, der nun vor der Polizeiinspektion Neu-Ulm liegt.

Begonnen hat die Karriere von Keck im zarten Alter von 17 Jahren, als Praktikant bei der Polizeiinspektion in Weißenhorn. Von dort aus ging es steil bergauf: Er war Streifenbeamter, Dienstgruppenleiter und schließlich Leiter der Polizeiinspektionen in Kempten und Neu-Ulm. Seine Rückkehr nach Neu-Ulm im Jahr 2010 fiel in eine turbulente Zeit, in der Rockerkriminalität und Diskotheken-Konflikte die Stadt in Atem hielten. Keck hatte in dieser Zeit die schwierige Aufgabe, mit Alkohol und Drogen umzugehen, die oft die nächtlichen Einsätze prägten.

Ein Leben im Wandel

Die Polizeiarbeit hat sich in den Jahrzehnten stark gewandelt. Die amerikanische Stationierung und die daraus resultierenden Veränderungen – wie der Abzug der Truppen und die Wiedervereinigung Deutschlands – stellten die Polizei vor neue Herausforderungen. Besonders die Zeit des Jugoslawienkrieges hinterließ ihre Spuren. Keck war zuständig für die Bekämpfung organisierter Kriminalität und politischen Terrorismus. „Gefährder“ in der Region waren immer wieder ein Thema, was die Dringlichkeit seiner Arbeit unterstrich.

Ein bedeutender Moment in seiner Laufbahn war der Kokainfund im Fruchthof Nagel, bei dem mehrere Hundert Kilo beschlagnahmt wurden. Ein Ereignis, das die Sicherheitslage in Neu-Ulm nachhaltig beeinflusste und die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit mit der Stadt und politischen Akteuren verdeutlichte. Diese Partnerschaften waren entscheidend, um Konflikte, insbesondere in der Lessingstraße, zu steuern und zu lösen.

Erinnerungen und Ausblick

Auf die Frage nach seiner Zeit bei der Polizei beschreibt Keck sie als erfüllend. Die positiven Erinnerungen an seine Kollegen und die Polizeiarbeit sind für ihn das größte Ereignis seiner Karriere. Er freut sich jedoch auch auf den Ruhestand, auf die Zeit, in der er die Uniform gegen Freizeitkleidung eintauschen kann. „Es ist wie ein neuer Lebensabschnitt“, so Keck. Mit einem Schmunzeln fügte er hinzu, dass er nun vielleicht mehr Zeit für seine Familie und Hobbys hat.

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Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 zeigt, dass die Gesamtkriminalität in Deutschland um 5,6 % zurückgegangen ist. Ein erfreulicher Trend, der auch Neu-Ulm betrifft. Doch während die Gewaltkriminalität insgesamt abnimmt, gibt es besorgniserregende Anstiege bei Sexualdelikten und Wohnungseinbrüchen. Die Herausforderungen bleiben also bestehen, auch wenn der Rückgang bei Raubdelikten und Diebstählen Hoffnung gibt.

So geht eine Ära zu Ende, und ein neues Kapitel beginnt für die Polizei in Neu-Ulm. Michael Keck hinterlässt ein Erbe der Hingabe, und die Stadt wird seine Führungsstärke vermissen. Für Thorsten Ritter und sein Team heißt es nun, die Herausforderungen der Zukunft anzugehen – und dabei die positive Entwicklung der vergangenen Jahre fortzuführen.

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