Ein ganz besonderes Stück Geschichte hat nach jahrzehntelanger Odyssee endlich eine neue Heimat gefunden. Der Zahn eines Riesenhais, der vor 18 bis 20 Millionen Jahren im Gebiet des Auerbergs lebte, ist jetzt im Dorfgemeinschaftshaus in Burggen zu sehen. Seit dem 28. Juni 2026 können Besucher dieses beeindruckende Fossil bewundern – und das gleich neben weiteren spannenden Funden aus der Region.

Die Entdeckung des Haifischzahns geht bis in die 1960er Jahre zurück. Damals machten ein Vater-Sohn-Gespann aus Burggen im Steinbruch bei Ellensberg den bemerkenswerten Fund. Doch wie es oft im Leben ist, wurde der Zahn nach der Entdeckung an einen Bekannten ausgeliehen, der ihn nicht zurückgab. Jahre später tauchte das Fossil in einer Schachtel bei den Erben des Bekannten wieder auf. Bruno Faller, ein engagierter Heimatkundler, suchte lange nach dem Zahn und konnte ihn schließlich vor zwei Jahren in die Hände bekommen.

Ein wertvolles Erbstück

Der Zahn ist nicht nur ein Relikt der Erdgeschichte, sondern auch ein Beweis dafür, dass Haifischzähne in den Ablagerungen der oberen Meeresmolasse am Auerberg zu finden sind. Tobias Klöck, ein Hobbygeologe aus Kaufbeuren, machte ebenfalls einen bemerkenswerten Fund. Während seiner Suche nach versteinerten Überresten entdeckte er einen großen Haifischzahn, der in Sedimentsgestein bei Ellensberg lag. Solche großen Exemplare sind in der Region eher selten – ein echter Glücksgriff!

Die Geschichte der Haifischfunde am Auerberg ist reichhaltig. Bereits 1906 fand Christian Frank einen ähnlichen Zahn, der 1911 in Berichten des Naturwissenschaftlichen Vereins erwähnt wurde, aber seitdem nicht mehr nachweisbar ist. Michael Rummel, der Museumsleiter des Naturkundemuseums Augsburg, vermutet, dass dieser Zahn während der Kriegsjahre verloren ging. Klöck sieht seinen Fund als weiteren Beweis für die Existenz dieser faszinierenden Hai-Art und plant, ihn dem Stadtmuseum in Kaufbeuren zur Verfügung zu stellen, das sich gerade im Bau befindet.

Ein Fenster zur Vergangenheit

Die Ausstellung in Burggen bietet nicht nur den Haifischzahn, sondern auch weitere interessante Fossilien aus dem Burggener Archiv. Diese Funde stammen aus einer Zeit, als die Alpen noch nicht vollständig aufgefaltet waren, und geben faszinierende Einblicke in die damalige Flora und Fauna. Barbara Zach von der Interessengemeinschaft Auerberg bestätigt, dass das Ellensberger Konglomerat reich an Fossilien ist, darunter auch Muscheln. Es ist fast so, als würde man durch die Zeit reisen und die Geheimnisse eines längst vergangenen Paradieses ergründen.

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Wer mehr über die Haie und Rochen der Molasse erfahren möchte, findet auf der Website molasse-haie-rochen.de umfassende Informationen zu den fossilen Zähnen und deren Verbreitung. Dort gibt es auch Literaturhinweise und die Möglichkeit, eigene Funde zu teilen. Ein neues Buch mit dem Titel „Haie im Alpenvorland – Fossile Zeugen eines verschwundenen Paradieses“ beleuchtet dieses Thema noch näher. Die Autoren Feichtinger und Pollerspöck haben damit einen wertvollen Beitrag zur Erforschung der fossilen Meeresbewohner geleistet.

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