In der kleinen Gemeinde Weiding, die Teil von Polling im Landkreis Mühldorf am Inn ist, gibt es momentan eine gehörige Portion Unsicherheit. Die Gerüchte über mögliche Werksschließungen bei Hochwald Foods haben die Runde gemacht und sorgen für Beben in der Region. Hinter den Kulissen wird viel gemunkelt, und das nicht ohne Grund. Umstrukturierungen innerhalb der Unternehmensgruppe und Berichte über Veränderungen haben die Wogen hochgehen lassen. Doch Hochwald Foods selbst betont, dass es keine Pläne zur Schließung des Werks in Weiding gibt. Das ist zumindest die offizielle Linie, die das Unternehmen verfolgt.

Das Werk in Weiding hat sich als „Profit Center“ innerhalb der Hochwald-Gruppe etabliert, und das nicht ohne Grund. Hier werden Hochwald Ingredients und Vorprodukte für die weiterverarbeitende Industrie hergestellt. Das Unternehmen verarbeitet jährlich über zwei Milliarden Kilogramm Milch zu all den leckeren Produkten, die wir kennen: Trinkmilch, Käse, Kondensmilch und Milchpulver. Und während das Werk regelmäßig von unabhängigen Kontrollstellen auditiert wird, bleibt die Verunsicherung in der Bevölkerung bestehen, die sich fragt, wie es weitergeht.

Strategie „Hochwald 2020“ und ihre Auswirkungen

Ein Blick auf die Strategie „Hochwald 2020“, die 2017 ins Leben gerufen und 2023 unter dem Motto „prepared for tomorrow“ weiterentwickelt wurde, zeigt, dass das Unternehmen flexibel auf die Herausforderungen des Marktes reagieren möchte. Ein wichtiges Ziel dieser Strategie ist es, die Betriebsstruktur regelmäßig zu überprüfen. Dennoch gibt es derzeit keine konkreten Schließungspläne – zumindest nicht für Weiding, das als eigenständiger Produktionsbereich mit eigener Ergebnisverantwortung geführt wird. Investitionen in den Standort wurden in den vergangenen Jahren kontinuierlich getätigt, und auch für 2026 sind weitere Investitionen geplant.

Auf einer Betriebsversammlung wurde jedoch bekannt gegeben, dass Hochwald Foods die Schließung von zwei Molkereien prüft. Konzernchef Detlef Latka hat die Verantwortung für die Absatzressorts übernommen. Und auch bei der Produktlinie Bärenmarke sind Veränderungen angekündigt. Das klingt fast nach einem großen Umbruch in der Milchindustrie, der über Weiding hinausgeht. Die Neuorganisation von Vertrieb und Verwaltung könnte weitreichende Folgen haben, selbst wenn das Werk in Weiding vorerst nicht betroffen ist.

Wirtschaftliche Unsicherheit in der Milchindustrie

Die Unsicherheit in der Region Weiding spiegelt sich auch in der allgemeinen Lage der Milchindustrie wider. Ein Blick auf die DMK Group, die eine Fusion mit Arla Foods plant, lässt erahnen, wie dynamisch und gleichzeitig herausfordernd dieser Sektor ist. Diese Fusion, die über 12.000 Milchbauern zusammenführen soll, könnte die „leistungsstärkste Molkereigenossenschaft Europas“ schaffen. Doch die Bedenken sind nicht unbegründet: Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter fordert eine kritische Prüfung der Fusion. Die Auswirkungen auf die deutschen Standorte und Mitarbeiter sind ungewiss, und auch die Hochwald-Gruppe wird sich fragen müssen, wie sie sich in diesem sich wandelnden Umfeld positionieren will.

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Inmitten all dieser Veränderungen bleibt der Standort Weiding vorerst stabil. Das Unternehmen hat in die Zukunft investiert und wird weiterhin als wichtiger Player in der Branche agieren. Die Sorgen der Mitarbeiter und der Bevölkerung sind jedoch verständlich. Wie geht es weiter? Bleibt alles beim Alten? Oder stehen größere Umwälzungen bevor? Die Antworten darauf bleiben spannend und, ehrlich gesagt, ein bisschen ungewiss.