Am 17. Juni 2026 feierte Ruth Franz in Mühldorf am Inn einen ganz besonderen Tag: ihren 90. Geburtstag. Ein Anlass, um auf ein Leben voller Engagement und Leidenschaft zurückzublicken. In der kleinen Stadt, die sie ihr Zuhause nennt, hat sie sich im Sportbereich einen Namen gemacht, und das ganz ohne viel Aufhebens. Geboren am 17. Juni 1936 in Gleiwitz, einer Stadt, die durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in die Geschichte einging, war ihr Weg alles andere als leicht. Die Flucht mit ihrer Mutter und Schwester vor den russischen Truppen 1945 hinterließ tiefe Spuren. Während ihr Vater in Gefangenschaft war, fand die Familie in Mößling eine neue Heimat – ein Ort, wo Ruth die Schulzeit bis zur achten Klasse verbrachte.

Nach der Schule erlernte sie das Schneiderhandwerk. Doch das Leben hatte andere Pläne für sie. Mit nur 15 Jahren übernahm sie den Haushalt, nachdem ihre Mutter 1951 verstorben war, und unterstützte ihren Vater. 1958 heiratete sie Johannes Franz und wurde Mutter eines Sohnes, Harald, sowie Großmutter von drei Enkelkindern: Tobias, Amelie und Julian. Und als ob das nicht schon genug wäre, stehen nun auch drei Urenkelinnen, Leni, Ronja und Gretel, in den Startlöchern, mit einem weiteren Urenkel, der bald das Licht der Welt erblicken wird.

Ein Leben für den Sport

Die Leidenschaft für den Sport entdeckte Ruth beim TSV Mühldorf am Inn, wo sie nicht nur selbst aktiv Gymnastik betrieb, sondern auch unterrichtete. 1969 gründete sie die Gymnastikabteilung des Rasensportvereins Mößling (RSV) und war bis 2006 als Übungsleiterin tätig – eine beeindruckende Zeitspanne von 37 Jahren! In den frühen Tagen fanden die Gymnastikstunden in verschiedenen Räumlichkeiten statt, da der Verein keine eigene Grundschule oder Turnhalle hatte. Ihre Ausbildung zur qualifizierten Übungsleiterin an der Sportschule Grünwald war nur der erste Schritt in eine lange Reihe von Engagements. Ruth unterrichtete nicht nur beim RSV, sondern auch an der Volkshochschule, am Ruperti-Gymnasium und an der Fachakademie Starkheim.

Ihr unermüdlicher Einsatz blieb nicht unbemerkt. Erwin Zeug, der Kreisvorsitzende des BLSV, ließ es sich nicht nehmen, Ruth zu ihrem 90. Geburtstag einen Blumenstrauß und einen Präsentkorb zu überreichen. In der Sportgemeinschaft ist sie als Ehrenmitglied des RSV Mößling und ehemalige Kreisfrauenwartin beim BLSV bestens bekannt. Es ist wahrlich eine beeindruckende Bilanz, die sie vorweisen kann!

Ein Blick auf den RSV Mößling

Der Rasensportverein Mößling selbst feierte kürzlich ein weiteres bedeutendes Jubiläum: sein 75-jähriges Bestehen. Die Feierlichkeiten fanden im Garten des Gasthauses Spirkl statt, und es war eine wahre Freude zu sehen, wie viele Mitglieder und Übungsleiter der Einladung folgten. Die Atmosphäre war geprägt von fröhlichem Treiben, Kinderolympiaden und allerlei Geschicklichkeitsspielen. Die Ehrenmitglieder, darunter Ruth Franz und Edi König, wurden gebührend geehrt. Michael Haack, der Erste Vorsitzende, stellte die bedeutende Rolle des Vereins in der Gemeinde heraus. Es ist schon beeindruckend, wie der RSV Mößling, der 1946 als SV 46 Mößling gegründet wurde, mit nur wenigen Mitgliedern begann und inzwischen auf etwa 800 Mitglieder gewachsen ist – darunter fast die Hälfte Kinder und Jugendliche!

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Die Vereinsarbeit wird ausschließlich von Ehrenamtlichen geleistet, die mit viel Herzblut und Engagement bei der Sache sind. Die Abteilungen reichen von Fitnessgymnastik bis hin zu Yoga und Seniorenturnen. Ein Blick auf die Gründungsgeschichte zeigt, dass die Damengymnastik unter Ruth Franz 1969 ihren Anfang nahm und sich seitdem zu einer festen Säule des Vereins entwickelt hat. Während die Band „Greybeards“ die Gäste mit Rock- und Bluesmusik unterhielt, fand ein Grillfest mit Salaten vom Buffet statt – ein schöner Abschluss für eine solche Feier.

Ruth Franz verkörpert mit ihrem Leben und ihrer Leidenschaft für den Sport die Seele des Vereins und der Gemeinde. Es sind Geschichten wie ihre, die uns zeigen, wie wichtig Gemeinschaft und Engagement sind. Ihr Lebensweg ist ein eindrucksvolles Zeugnis für Durchhaltevermögen und die Freude am Miteinander. Und während sie in ihrer Freizeit gerne Canasta oder Rommé in einer Damenrunde spielt, bleibt sie doch ein aktives und inspirierendes Mitglied der Mühldorfer Gemeinschaft.

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