Mühldorf feiert die Rückkehr der Streuobstbäume: Ein lebendiges Erbe für die Zukunft
Am 23. Juli 2026, in Mühldorf am Inn, wurde ein bemerkenswerter Schritt in der Welt der Streuobstwiesen gemacht. Der Landschaftspflegeverband Mühldorf (LPV Mühldorf) hat im Bayerischen Landtag das Projekt „Mühldorfs Streuobstbäume“ vorgestellt. Dies geschah im Rahmen des fünfjährigen Jubiläums des Bayerischen Streuobstpakts, bei dem zahlreiche Vertreter aus Verbänden und Behörden zusammenkamen, um ihre Projekte zu präsentieren. Eine wahre Feier des Obstbaums, könnte man sagen!
In Bayern wurden seit Beginn des Pakts mehr als 250.000 neue Streuobstbäume gepflanzt, und etwa 125.000 bestehende Bäume konnten durch Pflege erhalten werden. Das große Ziel: Bis 2035 sollen eine Million zusätzliche Streuobstbäume in Bayern wachsen! Umweltminister Thorsten Glauber hob die immense ökologische Bedeutung der Streuobstwiesen hervor, die als Heimat für bis zu 5.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten dienen. Eine wahre Oase der Biodiversität!
Schätze der Region
Der LPV Mühldorf hat sich nicht nur der Pflanzung neuer Bäume verschrieben, sondern auch der Wiederentdeckung und Verbreitung von alten, regionalen Obstsorten. Da gibt es die „Schönberger Zwetschge“ und die Apfelsorten „Marschanzker“ und „Jakob Fischer“. Bei einem der letzten Apfeltage in Neumarkt-St. Veit konnten über 100 verschiedene Apfelsorten bestimmt werden! Und das ist wirklich eine aufregende Zahl, wenn man bedenkt, wie viele Schätze in den Obstgärten schlummern.
Der nächste Apfeltag findet am 18. Oktober im Kulturbahnhof Neumarkt-St. Veit statt. Hier können Teilnehmer Äpfel und Birnen von Pomologen bestimmen lassen. Wer teilnehmen möchte, sollte jedoch mindestens fünf unversehrte Früchte mitbringen und das ungefähre Alter des Baumes angeben. Eine kleine Herausforderung, aber auch eine Chance, seinen eigenen Baum ein wenig besser kennenzulernen!
Die Bedeutung des Streuobstanbaus
Der Streuobstanbau hat nicht nur eine hohe kulturelle, sondern auch biologische Bedeutung. Im April 2021 wurde er von der UNESCO als Immaterielles Kulturerbe in Deutschland anerkannt. Das sagt schon einiges über den Stellenwert dieser Tradition aus! Ein „Runder Tisch Streuobst“ unter der Leitung von Alois Glück brachte im gleichen Jahr verschiedene Akteure zusammen, um den Erhalt und die Neupflanzung von Streuobstbäumen zu besprechen. Das Ziel bleibt klar: Der Erhalt des bestehenden Streuobstbestands und die Pflanzung von einer Million neuen Streuobstbäumen bis 2035.
Aktuell wird der Streuobstbestand in Bayern auf weniger als 6 Millionen Bäume geschätzt, was einem Rückgang von 70 % seit 1965 entspricht. Jährlich verlieren wir etwa 100.000 Bäume – eine besorgniserregende Zahl, die uns alle zum Handeln auffordert. Besonders in Franken sind Streuobstbestände noch nennenswert, während in Ober- und Niederbayern nur in warmen Lagen noch etwas zu finden ist. Der Bayerische Streuobstpakt bündelt deshalb alle Maßnahmen zur Erhaltung und Neuanlage von Streuobstwiesen.
Ein Aufruf zur Mitwirkung
Der LPV Mühldorf sucht aktiv nach besonderen Obstbäumen im Landkreis. Alte, große und artenreiche Obstbäume sind gefragt! Das ist eine Gelegenheit, nicht nur die Natur zu bewahren, sondern auch die eigene Umgebung ein Stück weit besser kennenzulernen. Wer Interesse an der Pflege alter Streuobstflächen oder Neupflanzungen hat, kann den LPV Mühldorf per E-Mail oder telefonisch kontaktieren. Jeder kann seinen Teil dazu beitragen, dass diese wertvollen Bäume auch für kommende Generationen erhalten bleiben.
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