Am 1. Mai 2026 um 11 Uhr war es endlich soweit: Der Maibaumaufstellungsprozess in Polling bei Mühldorf am Inn fand statt. Mit einer beeindruckenden Höhe von 28 Metern wurde dieser prächtige Baum von Christian Hochreiter gestiftet und feierlich geschmückt. Der Dorfplatz verwandelte sich in einen Ort der fröhlichen Zusammenkunft, während das Aufstellen des Maibaums unter dem Jubel von etwa 1.000 Gästen zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde.
Die Pollinger Feuerwehr, unter der Leitung von Vorsitzendem Bernd Michel, spielte eine zentrale Rolle bei dieser Tradition. Der Aufstellungsprozess umfasste das Verankern des Maibaums im Ständer, sowie das Anbringen der Zunfttafeln, die die Handwerkskunst und die Gemeinschaft der Region repräsentieren. Ein Kran half dabei, den Baum Stück für Stück in die Höhe zu heben, während die „Greabegga“ und der „Richtmoasda“ Leonhard Schwarz die Feierlichkeiten musikalisch begleiteten.
Ein Fest für alle Sinne
Ein Fest ohne gutes Essen und Trinken wäre kein richtiges Fest. So wurden zur Auslöse des Maibaums 100 Essen und 140 Maß Bier bereitgestellt, die von den Gästen genüsslich verzehrt wurden. Das gesellige Beisammensein und die herzliche Atmosphäre trugen dazu bei, dass die Tradition des Maibaumaufstellens auch in diesem Jahr wieder in vollem Glanz erstrahlte.
Die Tradition des Maibaums
Die Tradition des Maibaumaufstellens ist tief in der deutschen Kultur verwurzelt und wird in vielen Orten am 1. Mai zelebriert, besonders im Süden Deutschlands. Ein Maibaum, häufig ein hoch und gerade gewachsener, ringsum geschälter Baumstamm, wird oft bunt bemalt oder mit Krepppapier umschlungen. In Bayern ist er oft in den Wappenfarben Blau und Weiß verziert. An der Spitze findet sich ein grüner Kranz aus Nadelzweigen, geschmückt mit bunten Bändern, der den Frühling begrüßt.
Die Ursprünge dieser Tradition reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück, und obwohl der genaue Ursprung unklar ist, könnte sie aus alten germanischen Bräuchen hervorgegangen sein, die Waldgottheiten verehrten. Diese Bäume wurden einst als Symbole der Fruchtbarkeit und des Frühlings verehrt. Mit der Christianisierung wurden viele heidnische Bräuche unterdrückt, sodass der Maibaum teilweise zum Marienbaum oder Pfingstbaum umfunktioniert wurde.
Ein Zeichen der Zuneigung
In einigen Regionen, wie Köln, Bonn und Aachen, wird der Maibaum auch als Liebesbrauch genutzt. Junggesellen stellen ihrer Liebsten einen Maibaum oder Maienstecken vor die Tür oder das Fenster. Oft handelt es sich dabei um eine junge Birke oder Fichte, und der Name des Baumstellers wird ins Holz geschnitzt oder auf ein Herz geschrieben. Nach einem Monat wird der Baum wieder abgeholt, und häufig gibt es dann eine Einladung zum Essen, einen Kasten Bier oder gar einen Kuss.
So bleibt der Maibaum nicht nur ein Symbol des Frühlings, sondern auch ein Zeichen der Gemeinschaft und der Zuneigung, das die Menschen in Polling und weit darüber hinaus verbindet.