Kampf gegen die Unsichtbarkeit: Frauen helfen Frauen in Mühldorf im Fokus
Heute ist der 15.07.2026 und wir blicken auf die aktuelle Situation des Vereins „Frauen helfen Frauen“ im Landkreis Mühldorf. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Fallzahlen in der Fachberatungsstelle sind um rund 22 Prozent gestiegen, was die Dringlichkeit der Unterstützung unterstreicht. Bisher wurden bereits 120 Fälle bearbeitet – ein deutliches Zeichen, dass der Bedarf an Hilfe in unserer Region enorm ist. Die Beratungsangebote richten sich nicht nur an Frauen, sondern auch an Kinder und Jugendliche, die von Gewalt betroffen sind, und umfasst sogar männliche Kinder bis 18 Jahre. Es ist erschreckend, wie viele Menschen in unserer Gesellschaft von häuslicher und sexualisierter Gewalt betroffen sind.
Doch während die Nachfrage steigt, sieht sich der Verein mit finanziellen Sorgen konfrontiert. Die Zuschüsse sinken, während die Kosten steigen. Ein besorgniserregender Eigenanteil ist die Folge. Kassierin Susanne König hat in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Spende von der Astrid-Dickow-Stiftung in Höhe von 30.000 Euro betont – ohne diese Unterstützung wäre die Lage noch prekärer. Glücklicherweise konnten durch ein Benefizkonzert und andere Veranstaltungen über 3.500 Euro gesammelt werden, um die wichtige Arbeit des Vereins zu unterstützen. Veranstaltungen wie der Vortrag über „Gefahren in der Öffentlichkeit“ und die Kooperation mit Cineplex Waldkraiburg für eine Filmvorführung zum Internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ zeigen, wie engagiert der Verein ist.
Ein Blick auf die Zahlen
Im Vergleich dazu hat das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ im Jahr 2024 ganze 61.235 Beratungskontakte verzeichnet – ein Höchststand seit seiner Gründung im Jahr 2013. Das Beratungsaufkommen hat sich in diesem Zeitraum mehr als verdreifacht! Das zeigt nicht nur den hohen Unterstützungsbedarf, sondern auch, wie viele Frauen sich trauen, Hilfe zu suchen. Die Themen, die angesprochen werden, sind vielfältig: Neben häuslicher und sexualisierter Gewalt nehmen auch psychische, digitale und strukturelle Gewalt zunehmend Raum in der Beratung ein. Besonders alarmierend ist der Umstand, dass viele Betroffene nach ihrer Erstberatung auf ein überlastetes Hilfesystem treffen – Frauenhäuser sind oft voll, und lange Wartezeiten bei Beratungsstellen sind an der Tagesordnung.
Das Hilfetelefon hat erkannt, dass viele komplexe Problemlagen – sei es Wohnungslosigkeit oder fehlende Sprachkompetenz – in der Erstberatung nicht ausreichend aufgefangen werden können. Hier ist dringend ein bedarfsgerechter Ausbau der Hilfsangebote notwendig. Die geplanten Maßnahmen des Gewalthilfegesetzes, das einen bundesweiten Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung einführen soll, könnten hier eine Wendung bringen. Doch die Umsetzung bleibt herausfordernd und wird von vielen Fachleuten skeptisch betrachtet.
Ein starkes Team für die Zukunft
Inmitten all dieser Herausforderungen bleibt der Verein „Frauen helfen Frauen“ nicht untätig. Der Vorstand wurde einstimmig bestätigt, mit Irmgard Wagner als erste Vorsitzende und Charlotte Konrad in der Rolle der stellvertretenden Vorsitzenden. Der Vorstand setzt sich aus engagierten Mitgliedern wie Susanne König, die sich um die Finanzen kümmert, und weiteren Beisitzern zusammen. Auch die Rechnungsprüfer Andrea Weiner und Udo Kesselgruber haben ihre Aufgaben wieder übernommen. Es ist beruhigend zu wissen, dass ein so starkes Team an der Spitze des Vereins steht, das sich für die Rechte von Frauen und Kindern in unserer Region einsetzt.
Die Vorstandsmitglieder haben die ausgeschiedenen Kollegen mit Dank für ihre Mitarbeit verabschiedet. Ihr Engagement hat dazu beigetragen, dass der Verein trotz aller Widrigkeiten weiterhin bestehen kann. Die Sorgen um die Finanzierung sind jedoch nicht unbegründet. Ab 2027 soll zwar die Finanzierung vom Freistaat Bayern übernommen werden, doch die Details sind noch unklar und die Unsicherheit bleibt.
In dieser Zeit der Unsicherheiten und Herausforderungen bleibt es wichtig, dass wir alle – als Gemeinschaft – zusammenstehen und die Arbeit solcher Vereine unterstützen. Denn es braucht nicht viel, um einen Unterschied zu machen – ein offenes Ohr, ein wenig Zeit oder auch eine kleine Spende können schon einen großen Beitrag leisten.
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