In der kleinen Gemeinde Buchbach, gelegen im malerischen Mühldorf am Inn, gibt es Neuigkeiten, die einige Wellen schlagen werden. Der Erlbach, ein kleiner aber feiner Wasserlauf, soll verlegt werden. Grund dafür sind die Befürchtungen der Anwohner vor möglichen Hochwasserschäden. Diese Sorgen sind nicht von der Hand zu weisen, besonders in einer Zeit, in der das Wetter unberechenbarer wird. Der Marktgemeinderat hat auf die Bürgerkritik reagiert und sich entschlossen, nachzubessern.

Der Bebauungsplan mit dem Namen „Steeg IV“ sieht die Errichtung von 72 neuen Wohnungen durch die Bauer-Gruppe vor. Ein ambitioniertes Projekt, das jedoch nicht ohne Herausforderungen daherkommt. Bei einer Diskussion über den Plan blieb Franz Bauer Senior, der sich normalerweise aktiv in solche Gespräche einbringt, diesmal außen vor. Die Anlieger selbst äußerten Bedenken hinsichtlich der Entwässerung. Man mag sich fragen, wie das alles zusammenpasst – neue Wohnungen und gleichzeitig die Sicherheit der Anwohner gewährleisten.

Einigkeit im Gemeinderat

Der Marktgemeinderat, der bereits Mitte 2025 den Plan ausgelegt hatte, hat die eingegangenen Bedenken und Anregungen ernst genommen und in die weiteren Überlegungen miteingearbeitet. Spannend wird es im Juni, wenn eine Stellungnahme der Regierung von Oberbayern zur Aktivierung von Baulücken und Baulandreserven ansteht. Die Raumordnung steht dem Bebauungsplan nicht entgegen, was die Mitglieder des Rates mit einer klaren 10:0 Abstimmung unterstrichen. So viel Einigkeit gab es selten!

Ein wichtiger Punkt, der nicht unerwähnt bleiben sollte: Der Gewässerunterhaltungszweckverband Rosenheim hat darauf hingewiesen, dass ein ausreichender Gewässerrandstreifen für den Erlbach notwendig ist. Und tatsächlich, der Marktgemeinderat sah diesen Randstreifen als ausreichend an – ganz im Sinne des Hochwasserschutzes. Ein ursprünglich geplanter Standort für einen Carport wurde kurzerhand gestrichen, um die Situation nicht unnötig kompliziert zu machen. Bei der Abstimmung zum Abfluss des Regenwassers bei Hochwasser gab es eine klare Entscheidung: mit 9:1 Stimmen wurde die Umsetzung als ausreichend erachtet.

Entwässerungskonzept und Auftragsvergaben

Das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim hat gemeinsam mit der Grundstückseigentümerin Tectum ein Entwässerungskonzept entwickelt, das nun in den Bebauungsplan aufgenommen wird. Ein zusätzlicher Hinweis zur Gestaltung der Einleitung des Oberflächenwassers in den Erlbach wird ebenfalls eingearbeitet. Der Satzungsbeschluss wurde einstimmig gefasst – das macht Hoffnung. Außerdem wurden Auftragsvergaben nach dem Wegfall der Geheimhaltungspflicht bekannt gegeben. Möbel für das Betriebsgebäude der Kläranlage wurden für 14.130 Euro an die Firmen Bensegger und Schuster vergeben. Ein paar nachträglich genehmigte Beträge für die Firma Bauer zeigen die finanziellen Dimensionen des Projekts: 4.773 Euro für die Bestandsaufnahme von Kabel und Leitungen, 10.571 Euro für die Anpassung der Planung vor Ort sowie 43.032 Euro für den Austausch der Kabelanlagen. Und auch die Firma Obermeier kommt nicht zu kurz – für Zimmertüren und Zubehör gibt es einen Nachtrag von 3.446 Euro.

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Hochwasserschutz im Fokus

Doch was bedeutet das alles für die Zukunft der Gemeinde? Hochwasserschutz ist nicht nur ein Thema für Buchbach, sondern für viele Regionen in Deutschland von brennender Aktualität. Laut der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie wird Wasser als ererbtes Gut betrachtet, das geschützt und behandelt werden muss. Hier kommt der Gewässerbau ins Spiel, der technische Anforderungen mit ökologischer Verantwortung vereint. Für die nachhaltige Entwicklung von Fließ- und Stillgewässern sind Fachkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen gefragt. Hydrologie, Hydraulik, Geologie, Ökologie und Ingenieurbau spielen hier eine zentrale Rolle. Die Planung von Gewässerbauprojekten erfolgt ganzheitlich, was bedeutet, dass sowohl hydraulische als auch hydrologische Untersuchungen durchgeführt werden müssen. Zudem stehen die ökologische Umgestaltung von Gewässern und die Wiederherstellung der Durchgängigkeit auf der Agenda.

So wird deutlich, dass Buchbach nicht nur an einer Wohnraumerweiterung arbeitet, sondern sich auch aktiv mit den Herausforderungen des Hochwasserschutzes auseinandersetzt. Eine spannende Zeit für die Gemeinde, in der wir gespannt verfolgen dürfen, wie sich alles entwickeln wird.