Die Gemeinde Ampfing, malerisch im Oberbayern gelegen, steht vor einer finanziellen Herausforderung, die so manch einen aus der Ruhe bringen könnte. Der Haushalt für 2026 hat ein Volumen von 30,8 Millionen Euro, was einem satten Rückgang von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. In der Tat ist das der niedrigste Stand seit 2022, als der Haushalt noch 31,4 Millionen Euro betrug. Ein schlanker Haushalt, könnte man sagen, und das in einer Zeit, in der die Einwohnerzahl von Ampfing leicht auf 7265 gestiegen ist – ein positives Zeichen, wenn man bedenkt, dass im Vorjahr noch 7234 Bürger gezählt wurden. Aber wie sich das alles auf die Gemeindefinanzen auswirkt, ist eine andere Geschichte.
Der Verwaltungshaushalt beläuft sich auf 24,1 Millionen Euro, ein Rückgang von 900.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr. Der Vermögenshaushalt hat mit 6,7 Millionen Euro sogar einen dramatischen Rückgang von 37 Prozent zu verzeichnen, was für die Bürger nicht unbedingt eine gute Nachricht ist. Die Gewerbesteuereinnahmen, auf die viele Kommunen angewiesen sind, werden auf 6,55 Millionen Euro geschätzt – 1,85 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Das reicht nicht einmal aus, um die Kreisumlage von 6,58 Millionen Euro zu decken, die in den letzten fünf Jahren um rund 1,75 Millionen Euro gestiegen ist. Ein echter Dämpfer für die Kassenlage.
Finanzielle Eckdaten und Herausforderungen
Im Verwaltungshaushalt sind die großen Posten die Personalkosten, die mit 6,49 Millionen Euro zu Buche schlagen, und der Betriebs- und Verwaltungsaufwand, der 6,65 Millionen Euro ausmacht. Von den 1,10 Millionen Euro, die aus dem Verwaltungshaushalt in den Vermögenshaushalt fließen können, ist das nicht viel, um die benötigten Investitionen zu tätigen. Die Rücklagen sind auf 1,03 Millionen Euro gesunken, während Ampfing am Ende von 2026 mit Schulden in Höhe von 7,69 Millionen Euro dastehen wird. Ein wenig beunruhigend, wenn man bedenkt, dass die Pro-Kopf-Verschuldung bei 1110,64 Euro liegt.
Doch es gibt auch Lichtblicke: Geplante Investitionen für 2026 umfassen die Sanierung des Rathauses mit 1,5 Millionen Euro, Verbesserungen bei Wasser und Abwasser für 1,23 Millionen Euro, einen Zuschuss für den Sportplatz in Höhe von 580.000 Euro sowie ein neues Feuerwehrfahrzeug, das 450.000 Euro kosten soll. Zudem wird ein Finanzplan bis 2029 aufgestellt, der weitere 4 Millionen Euro für Rathaus und Feuerwehrfahrzeuge, 1,5 Millionen Euro für die Grundschule und 1,6 Millionen Euro für Parkplätze am Bahnhof vorsieht. Diese Maßnahmen wurden einstimmig vom Gemeinderat genehmigt, ein Zeichen der Geschlossenheit, auch wenn die finanziellen Rahmenbedingungen nicht die besten sind.
Steueranpassungen und Auswirkungen
Ein weiterer Aspekt, den die Ampfinger im Auge behalten sollten, sind die Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuern. Für 2025 wurde der Hebesatz für die Gewerbesteuer bei 330 Prozent eingefroren, während die Grundsteuer A auf 340 v.H. und die Grundsteuer B auf 310 v.H. gesenkt wurden, im Vergleich zu 380 v.H. und 350 v.H. im Vorjahr. Diese Anpassungen, die am 1. Januar 2025 in Kraft treten, könnten eine kleine Erleichterung für die Bürger darstellen, auch wenn die finanziellen Herausforderungen weiterhin bestehen bleiben.
Entscheidungen in der Kommune, so zeigt sich, sind immer im Rahmen des Haushalts zu betrachten. Strategische und operative Haushaltsplanung müssen Hand in Hand gehen, wobei die operativen Planungen den strategischen Zielen der Gemeinde folgen sollten. Dabei ist es entscheidend, dass die Fachbereiche ihren Mittelbedarf klar definieren – ohne eine solide Planung wird es schwer, die anvisierten Ziele zu erreichen. Das Finanzmanagement spielt hierbei eine Schlüsselrolle, indem es die strategischen Vorgaben in konkrete politische Festlegungen übersetzt. So wird der Weg geebnet für eine zukunftsfähige und nachhaltige Entwicklung von Ampfing.