Die Kulturregion FrankfurtRheinMain hat sich ein spannendes Projekt auf die Fahnen geschrieben: Die Exkursionsreihe „Demokratie bauen!“ startet am 31. Mai 2026 und verspricht, die architektonische Bedeutung von Rathäusern in der Region zu beleuchten. Und das ist nicht einfach nur ein Rundgang – es geht darum, wie Gebäude und deren Gestaltung demokratische Prozesse sichtbar machen. Ein bisschen wie ein Geschichtsbuch, das auf den ersten Blick nicht aufgeschlagen wird, aber jede Menge Geschichten zu erzählen hat.
Der Auftakt findet im ikonischen Frankfurter Römer statt, einem Rathaus, das vielen nur als eindrucksvolle Fassade bekannt ist. Stadtführer Frank Seibold hat festgestellt, dass viele Frankfurter das Gebäude nur von außen kennen. Dabei hat der Kaisersaal mit seinen historischen Porträts und der spannenden Nachkriegsarchitektur so viel mehr zu bieten. Man könnte fast sagen, er ist ein Ort, an dem Geschichte lebendig wird. Und das ist erst der Anfang!
Von Frankfurt nach Offenbach und darüber hinaus
Die zweite Station der Tour führt uns ins Rathaus von Offenbach, das mit seiner brutalistischen Architektur aus dem Jahr 1971 unter Denkmalschutz steht. Jürgen Eichenauer vom Haus der Stadtgeschichte wird die Führung leiten. Wer hätte gedacht, dass solch ein stilistischer Bruch in der Architektur auch etwas über die Zeit aussagt, in der es erbaut wurde? Und dann geht es weiter zum Rathaus im Heusenstammer Schloss Schönborn, wo Roland Krebs und Historiker Michael Kern die Besucher durch die Geschichte führen. Das sind nur einige der 14 Rathäuser, die im Laufe der Reihe von Mai bis Dezember 2026 unter die Lupe genommen werden.
Die Idee hinter „Demokratie bauen!“ ist es, nicht nur Rathäuser zu betrachten, sondern auch Bibliotheken, Dorfgemeinschaftshäuser und andere öffentliche Orte. Wie diese Gebäude die kommunale Selbstverwaltung repräsentieren und ob sie vielleicht sogar als demokratische Orte fungieren, steht im Zentrum der Diskussionen. Fragen, die uns alle betreffen: Was erzählen Architektur und Baugeschichte über Demokratie? Wie gestalten sich Bürgerhäuser? Das sind spannende Überlegungen, die zum Nachdenken anregen.
Ein Programm voller Vielfalt
Die Veranstaltungen sind vielfältig: Führungen, Workshops und sogar dokumentarische Beiträge werden angeboten. Am 12. September geht es auf eine Fahrradtour zu Rathäusern in Rüsselsheim und Bischofsheim – das klingt nach einem herrlichen Ausflug! Und eine Woche später stehen Bad Soden, Eppstein und Idstein auf dem Plan. Ein echtes Abenteuer für alle, die sich für die Schnittstelle von Architektur und Demokratie interessieren.
Ein gemeinsames Ziel der KulturRegion ist die Stärkung von Teilhabe und kultureller Vielfalt. Das Programm „Wir bauen mit!“ bietet über 20 Projektpartnern die Möglichkeit, Gemeinschaftsräume zu öffnen und ihre Geschichten zu teilen. Das ist nicht einfach nur ein Angebot, sondern ein Aufruf zur Mitgestaltung. Auch Schulklassen können sich auf Workshops freuen, in denen sie die Bedeutung von Gemeinschaftsorten erkunden – eine wunderbare Gelegenheit, um die Jüngeren in die Welt der Demokratie einzuführen.
Ein Blick über den Tellerrand
Das Thema „Demokratie und Architektur“ ist nicht nur lokal relevant. Ein Beispiel ist die Veranstaltung „Wir bauen Demokratie“ am 22. Oktober 2024 in Bonn, die von der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft organisiert wird. Hier diskutieren Architekturexpertinnen und Politikerinnen über die Rolle öffentlicher Räume für die Demokratie. Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft in NRW, hebt hervor, wie wichtig diese Räume für das bürgerschaftliche Engagement sind. In Nordrhein-Westfalen sind durch solches Engagement bereits 53 „Dritte Orte“ entstanden – Orte, die das Gemeinschaftsgefühl stärken und die Bürger zur Mitgestaltung anregen.
Das zeigt, dass dieser Diskurs über die Verbindung von Architektur und Demokratie nicht nur in der Rhein-Main-Region stattfindet, sondern auch ein bundesweites Phänomen ist. Die Idee, dass Gebäude nicht nur Stein und Mörtel sind, sondern lebendige Räume für Austausch und Mitbestimmung, ist faszinierend und bedarf einer breiten Diskussion. Denn letztendlich sind es die Menschen, die diesen Orten Leben einhauchen.
Wie wird sich die Exkursionsreihe „Demokratie bauen!“ entwickeln? Welche Geschichten werden sie erzählen? Das bleibt abzuwarten, doch die Vorfreude ist jetzt schon greifbar. Wir dürfen gespannt sein, welche Erkenntnisse und Erkenntnisse diese spannenden Touren mit sich bringen werden.