Heute ist der 4.06.2026, und in Miesbach gibt es Neuigkeiten aus der Landwirtschaft. Studierende der Landwirtschaftsschule Holzkirchen haben kürzlich den Manglhof in Bad Wiessee besucht. Ein Besuch, der nicht nur lehrreich war, sondern auch einen spannenden Einblick in die Möglichkeiten der modernen Landwirtschaft gab. Diese Exkursion war Teil des Programms „von den Besten lernen“ im Sommersemester. Die Studierenden hatten die Gelegenheit, wertvolle Impulse für die eigene Betriebsentwicklung zu sammeln und sich inspirieren zu lassen.

Der Manglhof, ein wahrer Schatz unter den alten Gebäuden Bad Wiessees, gehört der Familie Höß. Johann und Christine Höß, die selbst eine duale Ausbildung absolviert haben, haben das Anwesen mit einem modernen Tierwohl-Laufstall für etwa 30 Milchkühe aufgerüstet. Ihre Leidenschaft für die Landwirtschaft und das Bestreben, Tierwohl zu fördern, sind in jedem Winkel des Hofes spürbar. Es ist bewundernswert, wie die beiden nach ihrem Gesellenbrief die Landwirtschaftsschule Holzkirchen besuchten und den Meistertitel erlangten – ein beachtlicher Werdegang, der viele junge Menschen inspiriert.

Die nächste Generation der Landwirte

In diesem Jahr streben 34 Auszubildende in den Landkreisen Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen eine Ausbildung in der Landwirtschaft an. Besonders auffällig ist, dass 14 von ihnen nach ihrer Lehre den Meistertitel im Landbau anstreben. Maria Schäffler aus Miesbach hat die Vielseitigkeit der Landwirtschaft hervorgehoben, während Josef Kierein aus Icking ein großes Interesse an neuen Technologien zeigt. Und dann ist da noch Jakob Fichtner aus Dietramszell, der fest an die Notwendigkeit glaubt, Tradition und Zukunft in der Landwirtschaft zu verbinden. Es ist klar, dass die Branche dynamisch und zukunftsfähig ist – besonders wenn man die grünen Berufe betrachtet, die sowohl mit Boden, Mensch, Tier als auch Pflanze arbeiten und moderne digitale Technik integrieren.

Doch trotz all dieser positiven Entwicklungen gibt es Herausforderungen. Eine Analyse der Ausbildungsordnungen für land- und tierwirtschaftliche Fachkräfte zeigt, dass Tierschutz- und Tierwohl-Themen oft unterrepräsentiert sind. Die Lerninhalte sind häufig einseitig auf produktionstechnische und ökonomische Aspekte ausgerichtet. Es mangelt an einer umfassenden Betrachtung der Mehrdimensionalität von Tierwohl. Diese Diskrepanz zwischen modernen Anforderungen der Landwirtschaft und den Inhalten der Berufsausbildung führt zu einem gewissen Paradox.

Das Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation

Die Transformation in der Landwirtschaft, die durch technische Entwicklungen und neue rechtliche Bestimmungen geprägt ist, wird oft nicht in den Ausbildungsinhalten abgebildet. Experteninterviews belegen, dass die Technikoffenheit ein Argument für die mangelnde Anpassung der Ordnungsmittel darstellt. Diese Unklarheiten und die ungenaue Benennung tierschutzrelevanter Lerninhalte beeinflussen die Berücksichtigung von Tierwohl in der dualen Ausbildung erheblich. Es zeigt sich, dass die individuellen Einstellungen des Ausbildungspersonals eine entscheidende Rolle spielen.

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Die Ergebnisse der Analysen verdeutlichen, dass es Anpassungsbedarfe in den Ordnungsmitteln gibt, um eine nationale Vergleichbarkeit der Kompetenzen sicherzustellen. Gerade für bereits tätige Fachkräfte sind neue Lernbedarfe und Veränderungen in den Ausbildungsinhalten notwendig. Die Fähigkeit, verantwortungsvoll im Spannungsfeld von Technik, Betriebsführung und Tierwohl zu handeln, wird immer wichtiger. Tierwohlorientierte Handlungskompetenz umfasst spezifisches Fachwissen, aber auch persönliche Fähigkeiten wie Empathiefähigkeit und Selbstreflexion – Fähigkeiten, die in der heutigen Landwirtschaft unverzichtbar sind.

Für diejenigen, die mehr über die Ausbildungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft erfahren möchten, stehen die Kontaktinformationen des Landwirtschaftsamts Holzkirchen bereit: Tel. 08024/460391223, E-Mail: florian.feuerreiter-brindlinger@aelf-hk.bayern.de.

Die Zukunft der Landwirtschaft ist also nicht nur eine Frage von Maschinen und Techniken, sondern auch von Menschlichkeit und dem respektvollen Umgang mit Tieren. Es bleibt spannend zu beobachten, wie die nächste Generation von Landwirten diese Herausforderungen meistern wird.