Heute ist der 2.06.2026 und in Miesbach brodelt es vor kreativer Energie! Maria Krüger-Basener und Alexander Langheiter vom Museumsverein Miesbach haben sich auf eine spannende Mission begeben. Sie sammeln Exponate für die bevorstehende Ausstellung „Wunderkammer“, die im Oktober 2026 das Licht der Welt erblicken soll. Ein bisschen wie ein Schatzsucher, der in der eigenen Nachbarschaft nach Kuriositäten gräbt, so sind die beiden mit einem Stand auf dem Wochenmarkt unterwegs, um die kleinen Schätze der Stadt zu entdecken.

Und die Reaktionen der Marktbesucher sind einfach überwältigend! Die Leute zeigen stolz Fotos ihrer eigenen Schätze – fast wie beim Tauschen von Sammelkarten. Die gesammelten Exponate sind nicht von schlechten Eltern: Ein Zinnkrug eines Fahrradvereins aus den 1920er-Jahren, eine römische Amphore aus Ostia, die in den 1960ern nach Miesbach kam, und sogar eine Uhrenkette aus geflochtenen Menschenhaaren, die bereits etwa 100 Jahre alt ist. Das ist schon ganz schön schräg. Und dann gibt es da noch ein Gemälde des „Mobsl“, eines merkwürdig gewachsenen Stieres, aus dem Jahr 1705, sowie ein menschlicher Schädel, der im Birknergraben gefunden wurde und momentan in München untersucht wird. Ein Stück eines Kettenhemdes rundet die Sammlung ab – die Ausstellung wird ein echtes Kaleidoskop der Miesbacher Geschichte!

Ein lebendiges Geschichtsbewusstsein

Das Museum in Miesbach feiert in diesem Jahr sein 120-jähriges Bestehen – eine stattliche Zahl, die zeigt, wie lebendig und wichtig die Geschichte dieser Stadt ist. Die Natur- und Kulturgeschichte des Miesbacher Oberlandes wird im Stadtarchiv und im Museum dokumentiert. Dabei gibt es auch einen Geschichtskalender, der an den 75. Jahrestag des Kriegsendes erinnert. Die Miesbacher Hefte und Bücher sind eine wahre Fundgrube für Geschichtsinteressierte und im Stadtarchiv erhältlich.

Ein besonderes Highlight sind die Schilder, die auf die Miesbacher Ortsgeschichte hinweisen. Die Idee stammt vom Trachtenverein Miesbach, und Stefan Baumgartner entwarf bereits 2004 die ersten Hausschilder. Insgesamt wurden etwa 70 Schilder erstellt, um das Heimatbewusstsein zu fördern. Doch die Zeit nagt an ihnen, und so übernahm die Stadt Miesbach den Austausch der verwitterten Schilder. Barbara Wank, die Stadtarchivarin, und Alexander Langheiter, der Historiker, haben die Texte überarbeitet und 30 neue Gebäude hinzugefügt. Ein echter Kraftakt, der nicht nur die Geschichte aufbereitet, sondern auch neue Perspektiven aufzeigt!

Geschichte zum Anfassen

Besucher können sich auf eine spannende Entdeckungsreise begeben, indem sie historische und aktuelle Ansichten der Gebäude über QR-Codes oder durch die händische Eingabe auf der Webseite „Häuserchronik Miesbach“ abrufen. Die katholischen Kirchen, wie St. Laurentius Parsberg oder Mariä Himmelfahrt, sind ebenso Teil dieser lebendigen Geschichtserzählung wie die Apostelkirche der Evangelischen. Ein Besuch im Kulturzentrum Waitzinger Keller lohnt sich zudem immer – dort sind oft auch Ausstellungen zu finden, die die Stadtgeschichte lebendig werden lassen.

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Miesbach ist also nicht nur ein Ort, an dem Geschichte gesammelt wird, sondern auch ein lebendiger Raum, der Geschichten erzählt. Die Vorfreude auf die „Wunderkammer“ und die damit verbundene Auseinandersetzung mit der Miesbacher Kulturgeschichte ist spürbar. Man fragt sich, welche weiteren Geheimnisse die Stadt und ihre Bewohner wohl noch zu bieten haben. Und so bleibt es spannend – das nächste Kapitel in der Miesbacher Geschichte wartet schon darauf, aufgeschlagen zu werden.