Die Vorfreude auf das Alpenregionstreffen in Innsbruck, das am Sonntag, dem 17. Mai, steigen sollte, wird für die Gebirgsschützenkompanie Tegernsee nun in Enttäuschung umschlagen. Ja, die Tegernseer Schützen, die ursprünglich mit 130 Mann angereist wären, haben ihre Teilnahme abgesagt. Grund dafür ist das Bergisel-Stadion, das bei Hauptmann Wolfgang Baier und seinem Stellvertreter Hannes Wiesner, die sich die Örtlichkeit angeschaut haben, auf wenig Begeisterung stieß.
Der Weg ins Stadion, der von dem Bus-Parkplatz etwa zwei Kilometer in steilem Gelände führt, wurde als nicht zumutbar für die Schützen erachtet, vor allem wegen des Altersdurchschnitts der Teilnehmer. „Das kann man den Leuten einfach nicht antun!“, so Baier. Sicherheit auf den Tribünen ist ebenfalls ein großes Thema, das die Verantwortlichen umtreibt. Und als ob das nicht schon genug wäre, kommen auch die Preise für Speisen und Getränke im Festbetrieb nicht gut an: 19 Euro für Schweinsbraten und 5,90 Euro für ein Bier – da kann man schon mal ins Grübeln kommen.
Ein unglücklicher Ausblick
Die Tegernseer Schützen hatten ursprünglich geplant, nach dem Festzug ins Tegernseer Bräustüberl zu marschieren. Ein gemütliches Beisammensein, bei dem man die Strapazen des Anmarsches hinter sich lassen könnte. Doch die Planung hat einen Dämpfer erhalten. Auch die mögliche Wetterverlegung ist ein Punkt, der die Schützen verunsichert – eine Tischreservierung in der Messehalle wäre nicht möglich gewesen. Das lässt einen schon ein wenig frösteln, wenn man an die Tradition und den Zusammenhalt denkt, die solche Treffen normalerweise mit sich bringen.
Ein Sprecher des Bundes der Bayerischen Gebirgsschützen hat angedeutet, dass möglicherweise auch andere Kompanien aus Bayern dem Treffen fernbleiben werden. Terminüberschneidungen könnten dazu führen, dass einige in kleiner Besetzung anreisen. Aber wie viele genau? Das bleibt im Ungewissen. Die Absage aus Tegernsee ist auf jeden Fall ein starkes Zeichen und könnte die gesamte Veranstaltung beeinflussen.
Ein Blick auf die Tradition
Traditionell sind solche Treffen eine Gelegenheit, um den Zusammenhalt zwischen den Schützen zu stärken und die Brauchtümer zu pflegen. Die Gebirgsschützenkompanie Tegernsee hat sich über die Jahre hinweg als feste Größe etabliert, und es ist bedauerlich, dass diese Verbindung in diesem Jahr nicht gestärkt werden kann. Die Vorfreude auf das Miteinander, die Musik, die festliche Stimmung – das alles bleibt diesmal aus.
Was bleibt, ist der Gedanke, wie wichtig es ist, die Traditionspflege auch in herausfordernden Zeiten aufrechtzuerhalten. Vielleicht wird das nächste Treffen in einer anderen Form stattfinden, die allen gerecht wird. Es bleibt zu hoffen, dass die Tegernseer Schützen und ihre Kollegen aus Bayern bald wieder gemeinsam feiern können, ohne dass der Weg dorthin zum Stolperstein wird.