In Arnstein, einem malerischen Ort im Main-Spessart, packen die Mitglieder der Bürgerenergiegenossenschaft tatkräftig an, um ihre Photovoltaikanlage auf Vordermann zu bringen. Diese Anlage, die seit 2014 treue Dienste leistet, hat eine Leistung von 28 kWp und war bis vor Kurzem noch nie gereinigt worden. Doch das änderte sich, als die Genossenschaft feststellte, dass sich Flechten auf den Glasflächen angesiedelt hatten, was den Wirkungsgrad der Anlage beeinträchtigte.
Die Flechten, die durch Aerosole aus einem Belebungsbecken besonders gut gedeihen, sind nicht nur ein ästhetisches Problem; sie können auch die Leistung von Photovoltaikanlagen erheblich reduzieren. So kann der Befall mit Flechten und Algen die Effizienz um bis zu 40% senken und langfristige Schäden an der Oberfläche verursachen. Mitglieder der Genossenschaft ließen sich nicht entmutigen und reinigten die Module sorgfältig von Hand, um sie nicht zu beschädigen. In den kühlen Morgenstunden begannen sie, die Flächen mit Wasser einzuweichen, die Flechten mit Glasschabern zu lösen und anschließend Schwämme sowie Abzieher zu verwenden. Als sie fast fertig waren, setzte ein Regen ein, der die letzten Partikel von den Modulen spülte.
Erfolgserlebnis nach der Reinigung
Nach dieser aufwendigen Reinigung konnte die Genossenschaft einen Anstieg des Wirkungsgrads der Anlage um schätzungsweise 10 bis 15 Prozent verzeichnen. Eine solche Verbesserung ist nicht zu unterschätzen, wenn man bedenkt, dass bereits ein geringer Befall mit Flechten zu einem signifikanten Rückgang der Leistung führen kann. Kritischer Befall ist sichtbar, wenn mehr als 10% der Modulfläche verfärbt sind oder der Leistungsrückgang über 15% liegt. In solchen Fällen ist eine Reinigung dringend notwendig.
Die Vorplanungen für ein neues Photovoltaikprojekt am Bauhof laufen bereits und werden im neuen Stadtrat vorgestellt. Interessierte Bürger und Genossen sind herzlich eingeladen, sich über die Genossenschaft zu informieren und deren Aktivitäten zu unterstützen. Diese Initiative könnte nicht nur zur Verbesserung der Energieeffizienz in Arnstein beitragen, sondern auch als Vorbild für andere Gemeinden dienen.
Wichtige Aspekte der Photovoltaik-Reinigung
Die regelmäßige Reinigung von Photovoltaikanlagen ist entscheidend für deren Effizienz und langfristigen Ertrag. Die Kosten für eine solche Reinigung variieren zwischen 1 und 3 Euro pro Quadratmeter, sodass die Gesamtkosten für eine durchschnittliche 50-Quadratmeter-Anlage zwischen 50 und 150 Euro liegen. Bei hartnäckigen Verschmutzungen, wie etwa Vogelkot, sollte eine Reinigung in Betracht gezogen werden. Oftmals sind Reinigungsmittel nicht notwendig, da Regen und Schnee leichtere Verschmutzungen entfernen können.
Wichtig ist, dass die Reinigung im Frühjahr oder Herbst erfolgt und niemals bei direkter Sonneneinstrahlung. Die Verwendung von pH-neutralen Algenentfernern und speziellen Flechtenentfernern wird empfohlen, während aggressive Chemikalien und Hochdruckreiniger unbedingt vermieden werden sollten, da sie den Modulen schaden können.
Um zukünftigen Befall zu verhindern, sind präventive Maßnahmen wie eine optimale Modulneigung und regelmäßige Kontrollen der Module unerlässlich. Eine Nano-Versiegelung kann die Algenbildung um 50 bis 70% reduzieren und die Reinigung erleichtern. Das Verständnis der Standortfaktoren, die das Wachstum von Flechten und Algen begünstigen, ist ebenfalls von großer Bedeutung. Besondere Vorsicht ist geboten in schattigen, feuchten Lagen oder in der Nähe von Gewässern, wo solche Organismen schneller gedeihen.
Insgesamt zeigt die Initiative der Arnsteiner Bürgerenergiegenossenschaft eindrucksvoll, wie durch gemeinschaftliches Engagement und regelmäßige Pflege die Effizienz von Photovoltaikanlagen signifikant gesteigert werden kann. Dies ist nicht nur ein Gewinn für die Genossenschaft, sondern auch ein Beitrag zum Umweltschutz und zur Förderung erneuerbarer Energien in der Region.