Ein trauriger Tag für die katholische Gemeinschaft und alle, die Bruno Kant kennenlernen durften. Der älteste katholische Priester der Welt, ein Mann von außergewöhnlichem Glauben und beeindruckender Lebensgeschichte, ist am Freitagabend im Alter von 110 Jahren in Eichenzell-Löschenrod gestorben. Das Bistum Fulda gab diese Nachricht bekannt und würdigte sein Lebenswerk, das viele Menschen berührt hat. Bischof Michael Gerber äußerte sich tief bewegt über die Begegnung mit ihm und die Segenswünsche, die er im Februar zu Kants 110. Geburtstag überbrachte. Zu diesem besonderen Anlass erhielt der Priester sogar Glückwünsche vom Papst, was in der heutigen Zeit nicht alltäglich ist.

Bruno Kant, geboren am 26. Februar 1916 im westpreußischen Werblin, führte ein Leben, das von Hingabe und Dienst geprägt war. Nach seinem Abitur in Danzig im Jahr 1934 entschied er sich für ein Studium der Philosophie und Theologie in Braunsberg und Freiburg. Der Zweite Weltkrieg brachte ihn jedoch nach einer Einberufung zur Wehrmacht in die sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1948 zurückkehrte. 1950 wurde er schließlich im Fuldaer Dom von Bischof Johann Baptist Dietz zum Priester geweiht.

Ein Leben im Dienst

Sein Wirken als Seelsorger begann in den frühen 1950er Jahren, und er sollte mehr als drei Jahrzehnte als Pfarrer in Marbach dienen. Die Pfarrei St. Ägidius übernahm er 1960 und prägte das Leben der Gemeinde nachhaltig. Zuvor sammelte er Erfahrungen als Kaplan in Blankenau, Schwarzbach und Kassel. Für seine Verdienste wurde er 1980 zum Geistlichen Rat ernannt und war von 1981 bis 1986 Dechant des Dekanats Hünfeld. Für viele blieb er bis zu seinem Ruhestand 1991 ein vertrauter Ansprechpartner, und selbst danach war er bis zu seinem 102. Lebensjahr seelsorglich aktiv. Kein Wunder, dass die Menschen in der Region sich an ihn wandten, wenn sie Rat oder Unterstützung benötigten.

Die Ehrerbietungen, die ihm zuteilwurden, sprechen Bände über seine Beliebtheit. In Petersberg-Marbach trägt eine Straße seinen Namen, und in Eichenzell-Löschenrod gibt es einen Platz, der zu seinen Ehren benannt wurde. Diese kleinen, aber feinen Zeichen der Wertschätzung zeigen, wie sehr die Menschen ihn schätzten – nicht nur als Priester, sondern auch als Mensch.

Ein außergewöhnliches Alter

Bruno Kant feierte noch mit 100 Jahren die Messe als Zelebrant und war bis ins hohe Alter aktiv. Am 1. November 2025 wurde er mit 109 Jahren und 246 Tagen der älteste lebende deutsche Mann, nachdem Karl Haidle von uns gegangen war. Tatsächlich konnte er sogar sein 75-jähriges Priesterjubiläum im kommenden Jahr begehen. Ein bemerkenswerter Lebensweg, der nicht nur von der Zahl der Jahre, sondern vor allem von der Tiefe des Glaubens und der Verbundenheit zu den Menschen geprägt ist.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Sein Tod ist für viele ein Verlust, der in den Herzen der Menschen nachhallen wird. Bruno Kant war nicht nur ein Priester, sondern ein Symbol des Glaubens und der Hoffnung für viele. Es bleibt die Erinnerung an die vielen Gespräche, die herzerwärmenden Begegnungen und die unzähligen Stunden des gemeinsamen Gebets, die er mit seinen Gemeindemitgliedern teilen durfte.